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Neues Einzelhandelskonzept für Siegsdorf

Der Kardinal-Faulhaber-Platz in Siegsdorf ist eines der dringend anstehenden Projekte bei der weiteren Entwicklung und Gestaltung der Ortsmitte.
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Der Kardinal-Faulhaber-Platz in Siegsdorf ist eines der dringend anstehenden Projekte bei der weiteren Entwicklung und Gestaltung der Ortsmitte.
  • vonFranz Krammer
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Siegsdorf – Zur Vorstellung des neuen Siegsdorfer Einzelhandelskonzepts war zur öffentlichen Gemeinderatssitzung Projektleiter Dr.

Gino Meier per Video zugeschaltet und erläuterte anhand einer Präsentation die Eckpunkte. Bereits seit Herbst 2020 beschäftigt sich die Gemeinde Siegsdorf mit einem „Einzelhandelskonzept für die künftige Entwicklung des Ortskerns“ und hat sich dazu im Februar auch zu einer Klausurtagung getroffen, bei der die dafür beauftragte Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH/München (GMA) ihren Entwurf vorstellen konnte.

Kaufkraft wird sich gut entwickeln

Eine Analyse sollte die Angebots- und Nachfragesituation in der Gemeinde klären, um daraus Potenziale für die weitere Gestaltung des Ortskerns etwa rund um den Kardinal-Faulhaber-Platz oder der „Neuen Mitte“ abzuleiten. Dafür erarbeitete das Büro mit Zahlen aus dem Jahr 2019 eine Angebots- und Nahversorgungssituation für den Ortskern und das Umland und bewertete diese Daten auch mit Blick auf die aktuelle Sortimentsverteilung und den Vorstellungen der Bürger aus einer Befragung des Siegsdorfer Gewerbeverbundes. „Die Vorteile Siegsdorfs liegen dabei in einer positiven Bevölkerungsprognose mit steigender Kaufkraftentwicklung und dem attraktiven Arbeitsstandort Siegsdorf, aber auch im hohen touristischen Potenzial des Ortes“, so Meier, sowie in einer erkennbar zukunftsgerichteten Ortsentwicklung und der Arbeit aktiver Akteure in Verwaltung und Gewerbe. Nachteilig wirke sich hingegen die unmittelbare Nähe zu leistungsstarken Nachbarstandorten wie Traunstein, Rosenheim und Salzburg aus. Auch der weiterhin zunehmende Onlinehandel und wesentliche städtebauliche Einschränkungen in der Ortsmitte etwa durch die hohe Verkehrsbelastung bremsten die Entwicklung.

Das Konzept schätzt die jährliche Umsatzleistung der knapp 40 Einzelhandelsbetriebe mit rund 11 850 Quadratmetern Verkaufsfläche auf etwa 36,5 Millionen Euro. Die Kaufkraft von Handel und Handwerk in der gesamten Gemeinde mit ihren 8400 Einwohnern wird auf 53,5 Millionen Euro geschätzt. In der künftigen städtebaulichen Entwicklung sollte die Gemeinde eine Neuordnung der Ortsmitte in vier Bereichen anstreben. Für den Umgriff des Kardinal-Faulhaber-Platzes schlägt das Konzept eine Bildungs-, Handels- und Treffpunkt-Funktion vor, rund um das Rathaus sollten öffentliche Einrichtungen, Verwaltung und der Tourismus bevorzugt werden. Kultur und Tourismus stellt das Gutachten für den Umgriff des Museums in den Raum und die geplante „Neue Mitte“ im Bereich zwischen Bahnhof und Hauptstraße wird als „übergeordnete Handelsfunktion mit kleinteiligen Sortimenten aus dem Innenstadtbereich“ definiert.

Als empfehlende Maßnahmen schlug Meier abschließend „bessere fußläufige Verbindungen“ und eine attraktivere Gestaltung in der Ortsmitte vor, die alle Alters- und Sozialgruppen in den Blick nimmt. Außerdem sollte die Gemeinde eine Wiedernutzung oder Inwertsetzung von Problemimmobilien und ein ganzheitliches Vermarktungs- und Marketingkonzept für den lokalen Einzelhandel anstreben.

Digitale Sichtbarkeit muss besser werden

Dazu könnte auch das aktive lokale Engagement des Gewerbeverbundes und weiterer starker Akteure genutzt und mit einer konsequenten Onlinestrategie die digitale Sichtbarkeit verbessert werden.

Auf eine Frage von Willi Geistanger (Grüne) zur weiteren Vorgehensweise bei den Planungen zum Kardinal-Faulhaber-Platz hielt der Referent ein Gesamtkonzept sinnvoller als Einzelplanungen für bestimmte Gebäude.

Der einstimmige Beschluss des Gremiums zum vorgelegten Konzept ermöglicht nun die planungsrechtliche Verankerung des Konzeptes bei künftigen Entwicklungen, erfordert aber auch ein begleitendes Verkehrs- oder Leerstandskonzept.

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