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SPERRUNG AUFGEHOBEN

Neuer Radweg in Prien-Harras endlich frei befahrbar: Alternative zur viel befahrenen Straße

Der neue Radweg (links) schlängelt sich 700 Meter über die Wiesen in Harras. Radler, die ihn benutzen, müssen nicht auf der engen und kurvigen Harrasser Straße (rechts im Bild) fahren.
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Der neue Radweg (links) schlängelt sich 700 Meter über die Wiesen in Harras. Radler, die ihn benutzen, müssen nicht auf der engen und kurvigen Harrasser Straße (rechts im Bild) fahren.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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In lang gezogenen Kurven schlängelt sich ein 2,5 Meter breiter Kiesweg über die Wiesen in Harras nahe der ehemaligen Frauenklinik. Seit Weihnachten 2020 war der 700 Meter lange, nagelneue Weg gesperrt. Jetzt dürfen ihn Radfahrer und Spaziergänger endlich benutzen – pünktlich zum Frühjahrsbeginn.

Prien – Priens Bürgermeister Andreas Friedrich hat den neuen Geh- und Radeg – auch in seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des Abwasser- und Umweltverbands (AUV) Chiemsee – zusammen mit seinem Bürgermeister-Stellvertreter Michael Anner offiziell freigegeben. Corona-bedingt im ganz kleinen Kreis schnitten die beiden Kommunalpolitiker symbolisch ein blau-weißes Band durch.

Die Absperrungen an beiden Enden sind abgebaut. Schilder weisen Radlern jetzt den neuen Weg über die Wiesen. Die Gemeinde will noch Piktogramme auf der Fahrbahn anbringen. Der Weg zweigt am nördlichen Ende am Bootslagerplatz des Chiemsee Yachtclubs, an der Einmündung der Ernsdorfer Straße, von der Harrasser Straße ab. Einige hundert Meter weiter südlich trifft er auf Höhe eines öffentlichen Parkplatzes wieder auf die Harrasser Straße.

Ein sehenswertes Panorama können Radler auf dem neuen Weg in Harras genießen. Dietmar und Irene Baumanns gehörten zu den ersten Benutzern.

„Punktlandung“ für Förderung

Kurz vor Weihnachten waren die Arbeiten nach zwei Monaten Bauzeit beendet worden. Friedrich sprach bei der Freigabe von einer „Punktlandung“, denn die Fertigstellung vor Jahresende war Voraussetzung dafür, dass Prien die Hälfte der gut 200 000 Euro Kosten erstattet bekommt. Diese Quote war in einem Ausbaufördertopf der Regierung festgeschrieben.

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Der Bypass zur Harrasser Straße in Prien war die letzte von 25 Einzelmaßnahmen in den neun Anliegergemeinden des Chiemsees, die im Verlauf von 15 Jahren in diesem Programm verwirklicht werden konnten. Es war wegen vieler Verzögerungen zweimal verlängert worden und lief Ende 2020 endgültig aus.

Wehmutstropfen am Radweg

Ursprünglich standen über 40 Bauprojekte in einem Gesamtkonzept, mit dem die Angebote für Radler rund ums Bayerische Meer verbessert und der Verkehr auf dem engen, alten Uferweg entzerrt werden sollte. Immer öfter waren sich Spaziergänger und Radler dort ins Gehege gekommen, Streitigkeiten und Unfälle wurden von Jahr zu Jahr häufiger.

Viele Einzel-Vorhaben scheiterten, weil die jeweilige Gemeinde nicht den nötigen Grund erwerben konnte. Susanne Mühlbacher-Kreuzer, seit 2019 Umweltbeauftragte des AUV Chiemsee und Nachfolgerin von Marlene Berger-Stöckl, die das Rundweg-Projekt angestoßen und immer wieder vorangetrieben hatte, bedauerte bei der Freigabe im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung unter anderem den gescheiterten Bau einer Unterführung unter der viel befahrenen Staatsstraße bei Aiterbach nahe Seebruck im Chieminger Gemeindegebiet.

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Andernorts, zum Beispiel bei Grabenstätt-Hirschau, wurden Tunnel gebaut oder neue Alternativwege angelegt, wie entlang der Staatsstraße zwischen Rimsting und Breitbrunn.

Ursprünglich sollte der Chiemsee-Rundweg durch die Summe aller Vorhaben in die Liga der Premium-Radwanderwege aufsteigen. Diesen Plan hatten die Kommunalpolitiker der Anliegergemeinden, die unter dem Dach des AUV organisiert sind, aber wieder verworfen. Zu hoch hing die Messlatte der Kriterien.

Weg war fertig, aber gesperrt

Trotz der Fertigstellung vor Weihnachten war das neue Teilstück in Harras bisher gesperrt. Der Belag musste bei wärmeren Außentemperaturen noch aushärten, damit nicht gleich die ersten Radler Spurrinnen in den aufgekiesten Untergrund ziehen.

Auf einer Seite ist der Weg mit einem Zaun versehen, denn er grenzt an privates Weideland. Der Markt Prien hatte nach jahrelangen Hängepartien 2020 nach Beginn der neuen Legislaturperiode doch noch Einigkeit mit den drei Grundeigentümern erzielen können, die mit dem Verkauf ihrer Parzellen an die Gemeinde den Weg frei machten. Die Trassenführung war in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde am Landratsamt Rosenheim so gewählt worden, dass für den Bau kein einziger Baum oder Busch weichen musste.

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Die Harrasser Straße ist in diesem Bereich eng und kurvig, bei schönem Wetter stauen sich Autoschlangen hinter Radlerkolonnen, weil Überholen kaum möglich ist. Wenn die 700 Meter lange Alternative von den Radfahrern angenommen wird, könnte sich die Situation schnell spürbar entspannen.

Appell: Hunde bitte an die Leine

„Aufgrund der Lage inmitten des Gebietes der Chiemsee-Schutzverordnung und der angrenzenden Grundstücke in Privateigentum appellieren wir an alle Fußgänger und Radfahrer, auf dem Weg zu bleiben, ihre Hunde anzuleinen und Restmüll nicht entlang des Weges zu entsorgen“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung aus dem Rathaus zur Freigabe.

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