Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


WECHSEL AN DER SPITZE

Neuer Geschäftsführer beim Abwasser- und Umweltverband Chiemsee

AUV-Vorsitzender Andreas Fenzl (rechts) freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Geschäftsführer Quirin Schwaiger, dem er an der großen Übersichtstafel im Betriebsgebäude in Stiedering die Kläranlage erklärt.
+
AUV-Vorsitzender Andreas Fenzl (rechts) freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Geschäftsführer Quirin Schwaiger, dem er an der großen Übersichtstafel im Betriebsgebäude in Stiedering die Kläranlage erklärt.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
    schließen

Führungswechsel beim Abwasser- und Umweltverband (AUV) Chiemsee: Geschäftsführer Thomas Weimann ist nach 14 Jahren ausgeschieden. Sein Nachfolger heißt Quirin Schwaiger, kommt aus Brannenburg und war zuvor bei der Stadt Rosenheim beschäftigt.

Rimsting/Chiemsee– Quirin Schwaiger ging es so wie vielen: Er musste googeln, um den Weg zum Abwasser- und Umweltverband (AUV) Chiemsee zu finden. Als er dann von der Staatsstraße Prien-Riedering abbog und hinter einem kurzen Waldstück vor dem Tor der Chiemsee-Kläranlage in Stiedering stand, war er überrascht und beeindruckt über die Dimensionen.

Der 31-Jährige wird sich an den Anblick bald gewöhnen. Anlass seines ersten Besuchs in Stiedering war ein Vorstellungsgespräch. Das lief gut, denn jetzt ist Schwaiger neuer Geschäftsführer des AUV. Der gelernte Verwaltungs-Fachwirt ist Nachfolger von Thomas Weimann. Der Mitt-Fünfziger hat nach 14 Jahren den Verband auf eigenen Wunsch verlassen und ist neuer Kämmerer der Gemeinde Bad Feilnbach.

„Ich mag es, wenn etwas passiert“

Schwaiger wechselt nach 15 Jahren bei der Stadt Rosenheim ans Bayerische Meer. Zuletzt war er an seiner bisherigen Wirkungsstätte für Kommunalverfassung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Ich bin jemand, der es mag, wenn etwas passiert“, umschreibt er im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung einen Beweggrund, eine neue Herausforderung anzunehmen. Der Kontakt zum AUV, der etwa 20 Mitarbeiter beschäftigt, sei über den Zweiten Vorsitzenden. Priens Bürgermeister Andreas Friedrich, zustande gekommen, mit dem er zusammen die Berufsschule besucht habe, verrät Schwaiger.

Lesen Sie auch Lecks in Priener Kanälen kosten jedes Jahr sechsstellige Summe

Eine seiner vordringlichsten Aufgaben beim AUV wird es sein, „für die langfristige Gewährleistung der Betriebssicherheit“ zu sorgen, schreibt ihm Vorsitzender und Rimstings Bürgermeister Andreas Fenzl auf die To-do-Liste. Nach über 30 Jahren Dauerbetrieb geht es darum, das Chiemsee-Ringkanal-System gegen Schäden zu wappnen. Spätestens ein Vorfall am 7. Mai 2017 hatte die Verantwortlichen alarmiert. Damals war die Seeleitung, die seit Ende der 1980er Jahre auf dem Grund des Bayerischen Meeres liegt, zwischen Prien und Bernau vermutlich durch Gase im Innern an die Oberfläche getrieben. Spezialtaucher mussten sie in einer aufwändigen und langwierigen Aktion mit Gewichten beschweren und wieder fachgerecht versenken.

Für den Fall der Schadens-Fälle gibt es Gedankenspiele, eine zweite Leitung als Bypass zu bauen. Bei der Planung des Ringkanals Mitte der 1980er Jahre war das aus Kostengründen verworfen worden.

Lesen Sie auch Chiemsee-Ringkanal soll sicherer werden: Gedankenspiele in 50 Metern Tiefe

Bis ein Backup-System konkret werden könnte, ist es aber noch ein weiter Weg, den nun Quirin Schwaiger an verantwortlicher Stelle begleiten wird.

Er kommt nach Stiedering in einer „Zeit des Wandels“, wie Fenzl es nennt. „Wir wollen das U wieder stärken“, umschreibt der Verbands-Chef den verstärkten Fokus auf Umweltthemen. Im neuen Geschäftsführer hat er offenbar einen Gleichgesinnten gefunden, denn Schwaiger sieht im Umweltbereich viel Potenzial. „Der Schutz unserer Heimat und Landschaft“ liege ihm am Herzen, betont der 31-Jährige. Er ist überzeugt, dass sich der AUV bei den unterschiedlichsten Interessensgruppen vielerorts konstruktiv einbringen köne, „von der Schilf-Renaturierung bis zum Vogelschutz“. Die Entwicklungspotenziale im Umweltbereich seien für ihn „eine große Motivation“, versichert Schwaiger.

Wurzeln in Branneburg

Der 31-Jährige, der als aktiver Fußballer, Schlagzeuger in der Kapelle, aktives Mitglied bei den Trachtlern und anderen Vereinen tief in seiner Heimatgemeinde Brannenburg verwurzelt ist, wird auch die schrittweise Erneuerung und Modernisierung der AUV-Anlagen weiter vorantreiben müssen. Der Verband hat in jüngerer Vergangenheit schon viele Millionen Euro dafür investiert, die er als Umlage der Mitgliedsgemeinden einnimmt. Die wiederum beziehen diese Ausgaben in die Kalkulation ihrer Abwassergebühren mit ein. Letztlich zahlen also die Bürger für den Ringkanal und seiner Modernisierung.

Lesen Sie auch Kleiner Biester, teure Folgen: Was die Mückenbekämpfung die Chiemsee-Gemeinden kostet

Fenzl möchte, dass sich die Verbandsversammlung, in der neben den Bürgermeistern weitere Gemeinderäte die Anliegerorte vertreten, in einer der nächsten Sitzungen dem Thema Betriebssicherheit nähert. „Die Gespräche müssen heuer noch laufen.“ Die nächste Sitzung ist für Ende Mai geplant.

Die Ringkanalisation Chiemsee verläuft in zwei Spangen von Seeon und Chieming nach Westen und läuft in Prien-Osternach zusammen. Von dort verläuft ein 4,7 Kilometer langer, mannshoher Zulaufstollen mit natürlichem Gefälle bis zur Kläranlage nach Stiedering. Nach der Reinigung fließt das saubere Wasser zehn Kilometer unterirdisch nach Westen in den Inn.

In einem Druckleitungssystem wird das Abwasser mit Hilfe von 31 Pumpwerken von Ort zu Ort befördert. Von den 78 Kilometern Leitungen verlaufen 28 Kilometer unter Wasser.

Neben den Verbandskanälen wurden für die Ringkanalisation in den Mitgliedsgemeinden rund 250 Kilometer Ortskanäle errichtet.

Für heuer gibt es noch keine Genehmigung der Regierung für eine mögliche Mückenbekämpfung mit dem Eiweißpräparat Bti. Das sagte AUV-Vorsitzender Andreas Fenzl auf Nachfrage. Die befristete Genehmigung war 2020 ausgelaufen, der AUV hatte eine neue beantragt.

Mehr zum Thema

Kommentare