Neuer Dorfplatz in Mietenkam

Der Brunnen mit der Darstellung eines Mühlrades interessierte (von links) Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser, Ortsplaner Professor Helmut Bielenski, Bürgermeister Rudi Jantke wie auch Verwaltungs-Geschäftsleiter Robert Höpfner.  Fotos Eder
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Der Brunnen mit der Darstellung eines Mühlrades interessierte (von links) Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser, Ortsplaner Professor Helmut Bielenski, Bürgermeister Rudi Jantke wie auch Verwaltungs-Geschäftsleiter Robert Höpfner. Fotos Eder

Mietenkam hat nun eine Ortsmitte, in deren Mittelpunkt die Filialkirche Sankt Margareta richtig zur Geltung kommt, und ein Zentrum, das als Begegnungsstätte prädestiniert ist: Fünf Jahre nach der ersten Planung konnte die Marktgemeinde Grassau den neuen Dorfplatz feierlich eröffnen. Unter den Klängen der "Bergmess-Musi" wurde das neue Kleinod musikalisch gefeiert.

Grassau - Seit 1996 sei in mehreren Bauabschnitten der Ortskern von Grassau im Rahmen der Städtebauförderung saniert worden, erinnerte Bürgermeister Rudi Jantke. 2009 und 2010 sei die Ortsmittesanierung von Rottau erfolgt - und heute könne die Fertigstellung der Ortsmittesanierung Mietenkam gefeiert werden. Vom ersten Beschluss 2010 habe es nun annähernd fünf Jahre gedauert, bis das Werk vollbracht gewesen sei, es habe vieler Sitzungen des eigens gegründeten "Mietenkam-Beirats" bedurft, sehr guter planerischer und handwerklicher Leistungen und auch einer nicht unerheblichen Zahl von Nerven.

Bei allen Ortskernsanierungen habe sich die Gemeinde trotz unterschiedlicher Strukturen immer das Ziel gesetzt, nicht nur bauliche Verbesserungen und Verschönerungen zu schaffen, sondern vor allem das Leben in der Ortsmitte entweder zu erhalten oder wieder neu zu erwecken.

Der Rathauschef sagte, dass vor 15 Jahren der letzte Lebensmittelladen in Mietenkam geschlossen worden sei, auch das Gasthaus habe in den letzten Jahren nur mehr sporadisch geöffnet. Möglichkeiten, sich zu begegnen, zu feiern, zu treffen, waren laut Jantke nicht mehr oder nur eingeschränkt vorhanden. "Ein Dorfleben, eine Dorfgemeinschaft kann es nur da geben, wo sich die Bewohner noch persönlich kennenlernen, sich austauschen, zusammenkommen können und stolz auf ihr Dorf sind", sagte Jantke. Es mache große Freude, dass der neue Veranstaltungsraum so gut belegt, der Dorfladen und das Dorfcafé so angenommen werde.

Keine Regentropfen,

sondern vielmehr

Freudentränen

Auch auf die Kosten von 2,1 Millionen Euro ging der Rathauschef ein. Ohne den Freistaat - ohne dessen finanzielle Förderung mit 54 Prozent der Kosten für die Neugestaltung - wäre sie nicht möglich gewesen. Zudem lobte Jantke die Familien Betzl und Reichert, deren Bereitschaft, notwendige Flächen zur Verfügung zu stellen, diese Planung ermöglicht habe. Lobend hob er zudem Professor Helmut Bielenski hervor, der nicht nur ein anerkannter Ortsplaner sei, sondern auch in Mietenkam wohne - und dem dieses Projekt eine Herzensangelegenheit gewesen sei.

Zum 50-jährigen Marktjubiläum und zur gelungenen Ortskernsanierung gleichermaßen gratulierte Regierungspräsident Christoph Hillenbrand. Jetzt könne zum ersten Mal von einer Ortsmitte gesprochen werden, meinte er und verwies auf die ehemalige Situierung der Kirche, eingezwängt zwischen zwei Straßen.

Für den neuen Platz musste der Verlauf der Kreisstraße verändert, die Straßenführung des angrenzenden Heidewegs neu organisiert und ein Gebäude durch einen Neubau ersetzt werden. Mit rund 1,2 Millionen Euro habe sich der Freistaat an den Kosten beteiligt, so Hillenbrand. Diese Steuergelder seien hier gut angelegt. "Ein kleiner, aber feiner Ortsmittelpunkt wurde geschaffen", lobte er und meinte zu den vereinzelten Regentropfen während der Feier, dass dies Freudentränen von Petrus seien.

Ortsplaner Helmut Bielenski ging detailliert auf die Neugestaltung ein. Was eingeweiht werde, sei ein Glücksfall und wäre ohne die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber, Anwohner und Planer in diesem Umfang nicht möglich gewesen. Das Projekt sei vorbildhaft und werde nicht ohne Stolz präsentiert. So sei es nicht nur gelungen, die Situation zu verschönern, sondern sie auch grundlegend zu verändern und eine Ortsmitte zu schaffen. Hierdurch erfahren die Mietenkamer laut Bielenski eine neue Identität und Selbstbewusstsein. Er erklärte, dass die Fahrbahn der Kreisstraße drei Meter nach Osten verschwenkt, der Gehweg auf 2,50 Meter verbreitert und die alten Nebengebäude abgebrochen worden seien.

Die Marktgemeinde habe viele Gründe zu feiern, so der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser. Er verwies auf das Markterhebungsjubiläum wie auch auf die Einweihung der neuen Mietenkamer Dorfmitte. Im Zuge der Neugestaltung habe die Kreisstraße verlegt werden müssen. Für die Veränderung der Straße entstanden für den Landkreis Baukosten laut Konhäuser in Höhe von zirka 100000 Euro.

Den kirchlichen Segen spendeten Diakon Johannes Notter und Diakon Michael Sörgel, die in bewegenden Worten auf die Neugestaltung und ihre Bedeutung für die Dorfgemeinschaft eingingen.

"Freut euch mit uns und stimmt mit an, es lebe unser Mietenkam", endete ein Gedicht von Lisl Schmaus. Viele Jahre hatte sie einen Lebensmittelladen in Mietenkam geführt. Nun freute sie sich über die Neubelebung des Ortsteils. Mit ihrem Gedicht endete der offizielle Teil der Feier.

Auf einem Rundgang konnten dann alle die Neugestaltung bewundern. Vom Dorfplatz mit dem neuen Brunnen, der Pergola, die auch vor regnerischem Wetter schützt, zur Kirche mit dem neuen Eingangsportal bis zur Pflasterfläche und den Sitzbänken. Nach der Querung der Kreisstraße ging es entlang der Mauer mit den kunstvollen lebensgroßen Scherenschnittskulpturen der Künstlerin Verena Schmid zum neuen Wassertretbecken und wieder zurück zum neuen Dorfladen und Café bis zum neuen Mietenkamer Dorfsaal. tb

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