Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Wann der Start erfolgen soll

Neuer Ansatz zur Energiegewinnung? Pilotprojekt zur Solarstrom-Erzeugung in Übersee

Parallele Nutzung von Landwirtschaft und Solarwirtschaft: Mäharbeiten zwischen den Modulen einer Agri-Fotovoltaikanlage.
+
Parallele Nutzung von Landwirtschaft und Solarwirtschaft: Mäharbeiten zwischen den Modulen einer Agri-Fotovoltaikanlage.

Solarstrom für 1000 Haushalte: Gemeinderat Übersee begrüßt mögliches Pilotprojekt für Agri-Photovoltaikanlage.

Übersee – Die Energiewende erfordert einen extremen Ausbau der erneuerbaren Energien. Nun hat Wolfgang Wimmer vom Ökomodell Achental die Errichtung einer Agri-Fotovoltaikanlage (PV) im Rahmen eines Pilotprojektes angestoßen. Die Chance für eine solche Anlage mit einem parallelen Nutzen für die Landwirtschaft wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates positiv aufgenommen.

„Wir suchen immer wieder nach Möglichkeiten neuer Energiekonzepte“, sagte Wimmer. Ein Beispielprojekt hat er jetzt zusammen mit Dr. Christian Epp von der „Clever Energy Invest KG“ aus München im Überseer Gemeinderat vorgestellt.

Mittags extreme Auslastung der Netze

Entsprungen ist die Idee einer Agri-PV aus den bisherigen Konflikten zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Solarnutzung. Auch die bisherige extreme Auslastung der Netze vor allem in den Mittagsstunden beflügelte die Projektidee. Zudem könnte sich die neue PV-Kapazität dadurch bis 2030 verdoppeln.

Die Basis einer Agri-PV ist eine vertikale Anlage mit der Technik der „Next2Sun PV-Anlage“. Demnach werden die Solarmodule senkrecht in einem geeigneten Reihenabstand von zumeist zehn bis zwölf Meter aufgestellt. Dazwischen ist eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung von Grünland möglich. Mit diesem System werden nur etwa zehn Prozent der Fläche von einer herkömmlichen PV-Anlage gebraucht.

Mit der senkrechten Anordnung der Solarmodule in Richtung Osten und Westen kann auch die Solarenergie morgens und abends bestens genutzt werden.

Für den Projektstandort benötigt man laut Wimmer ein zusammenhängendes Grünland von fünf bis zehn Hektar und die Nähe zu einem Netzeinspeisepunkt der Bayernwerke. Auch sollte die Fläche einen vergleichsweise geringen Wert für das Landschaftsbild und eine mögliche Schutzgebietsausweisung haben. Als ideal bezeichnete Wimmer in diesem Zusammenhang einen Standort am Konradweg.

Das ins Auge gefasste Pilotprojekt hätte eine Leistung von drei Megawatt, was eine Versorgung für 1000 Haushalte bedeuten würde. An Kosten wäre eine Investitionssumme von 2,2 Millionen Euro und für die Entwicklung von 40 000 Euro erforderlich. Für das Demonstrationsprojekt wäre laut Wimmer eine eigene Projektgesellschaft als GmbH & Co KG wünschenswert, mit einer Öffnung der Gesellschaft für maximal 20 Landwirte und Bürger. Er plädierte zudem für eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch die Hochschule Weihenstephan.

Als Risiko sieht es Wimmer an, dass die Standfestigkeit der Module durch Statikgutachten nachzuweisen ist. Außerdem sei Agri-PV in Errichtung und Unterhalt teurer als konventionelle PV-Projekte. Demgegenüber stellt Wimmer als Chance aber ein hohes Interesse für Landwirte im gesamten Voralpenland fest. Abgesehen davon würde die Grunderwerbssteuer der Projekte zu 70 Prozent in der Gemeinde bleiben, die im Übrigen 0,2 Cent pro Kilowattstunde erhält.

Als nächste Schritte seien nach den Worten Wimmers die endgültige Auswahl des Projektstandorts sowie Vorverträge mit den Landwirten geplant. Außerdem müsste ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Im günstigsten Falle könnte mit dem Bau der Anlage im Herbst 2023 begonnen werden.

Standort als positiv bewertet

Die Vorstellung des Projekts kam im Gemeinderat gut an. „Jeder will Strom, dann müssen wir auch Opfer bringen“, sagte Bürgermeister Herbert Strauch (FBL). Aufgeschlossen zeigte sich auch Landwirt Hans Schönberger (FBL). Allerdings müsse „die ganze Sache auch wirtschaftlich sein“. „Sehr dafür“ war Paul Stephl (FBL), wie er betonte. Er bewertete den vorgesehenen Standort als positiv, weil er das Landschaftsbild dort nicht zerstöre. Stefan Haneberg (GfÜ) wies darauf hin, dass man alles nicht nur von der wirtschaftlichen Seite sehen dürfe. Auch der Naturschutz sollte seiner Meinung nach geprüft werden.

Schließlich stellte das Gremium einstimmig fest, dass man sich eine Agri-Fotovotaikanlage im Bereich Konradweg grundsätzlich vorstellen könne.

Mehr zum Thema

Kommentare