Neue Zeiger für die Turmuhr: Marquartstein ist nicht mehr zeitlos

Mit Hilfe eines Krans werden die bis 2,5 Meter langen Zeiger der Turmuhr an der Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut montiert. Giesen

Nach fünf Monaten hat die Turmuhr der katholischen Pfarrkirche wieder neue Zeiger. Ein Sturm hatte das alte Uhrwerk zerstört. Vielen Bürgern ist erst jetzt bewusst geworden, wie wichtig ihnen der Zeitmesser ist.

Von Christiane Giesen

Marquartstein – Die katholische Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut hat endlich wieder neue Uhrzeiger und eine funktionierende Turmuhr. Nach fünf Monaten ohne Uhr wurden die neuen Zeiger am Dienstag mit Hilfe eines Krans und einer Spezialfirma an dem 51,5 Meter hohen Turm angebracht.

Sturm richtete großen Schaden an

Ein heftiger Sturm Mitte Februar – zum Glück während der Nacht – hatte zwei der mehrere Kilo schweren stählernen Uhrzeiger am Kirchturm aus der Verankerung gerissen. Daraufhin waren sie zu Boden gestürzt. Auch die übrigen Zeiger der Uhr waren verbogen und der Uhrmechanismus unbrauchbar geworden. Deshalb erlebte die Gemeinde Marquartstein fünf Monate gleichsam eine „zeitlose Zeit“, wie es Diakon Johannes Notter im Gespräch mit unserer Zeitung ausdrückte. „Vielen Marquartsteinern wurde erst so richtig bewusst, wie oft sie beim Vorbeigehen früher zum Turm hinauf nach der Uhrzeit gesehen haben.“

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Die Zeit, bis die neuen Zeiger hergestellt und angebracht werden konnten, war wegen der Corona-Pandemie besonders lang. Die Kirchenverwaltung musste erst entscheiden, ob eine Reparatur oder eine komplett neue Uhr installiert werden sollte. Zufällig war zu der Zeit auch der Motor einer der Glocken defekt, sodass die Glockengießerei Perner aus Passau, die alljährlich Glocken und Kirchturmuhr wartet, bereits vor Ort war.

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Da der Verbindungsbolzen zum Gestänge der bleischweren, alten Uhrzeiger abgerissen war und eine Reparatur daher viel zu aufwendig gewesen wäre, entschloss sich die Kirchenverwaltung, eine neue Uhr mit neu angefertigten, natürlich viel leichteren Uhrzeigern aus Aluminium in Auftrag zu geben. Der Pandemie geschuldet dauerte auch das länger als üblich. Die Kosten belaufen sich auf rund 10 000 Euro, was wegen des Sturms etwa zur Hälfte von der Versicherung übernommen wird, erklärte Diakon Notter.

Vor wenigen Jahren schlug ein Blitz ein

Unwetter haben den Kirchturm als höchsten Punkt im Ort schon in früheren Jahren immer in Mitleidenschaft gezogen: Vor wenigen Jahren schlug der Blitz in den Turm ein, was die Uhr ebenfalls außer Betrieb setzte. Und vor 12t Jahren deckte ein Sturm vor Ostern das halbe Kirchendach an der Ostseite ab, sodass es in die Kirche hineinregnete. Damals wurde unter dem Dach eine Folienwanne angebracht, damit das Kircheninnere bei einem nochmaligen, vergleichbaren Unwetter trocken bleibt. Beim diesjährigen Unwetter im Februar machte auch eine interessante „Verschwörungstheorie“ im Dorf die Runde, wie Diakon Notter erzählt: Einige Bürger stellten fest, dass die Corona-Pandemie ziemlich genau zu der Zeit ausgebrochen ist, als die Uhrzeiger abbrachen. Schnell waren sie sich einig; „Wenn die Zeiger wieder dran und die Uhr wieder geht, ist Corona vorbei“. Die Bürger hoffen nun, dass da was dran ist.

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