Neue Radtouren durch die Chiemgauer Alpen

Die Mountain-Biker können sich jetzt jetzt über ein Tourennetz auch durch die Chiemgauer Alpen von rund 900 Kilometern freuen. Unser Foto entstand vor der Corona-Krise auf der Kampenwand. Archiv Berger
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Die Mountain-Biker können sich jetzt jetzt über ein Tourennetz auch durch die Chiemgauer Alpen von rund 900 Kilometern freuen. Unser Foto entstand vor der Corona-Krise auf der Kampenwand. Archiv Berger
  • vonMartin Tofern
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Sechs Jahre hat es gedauert bis elf Bürgermeister und der Grundstückseigentümer Bayerische Staatsforsten im Sitzungssaal des Landratsamtes Traunstein den bayernweit ersten Nutzungsvertrag über ein Tourennetz für Mountainbikes unterzeichnen konnten. Der Betrieb soll starten, sobald die Coronakrise vorbei ist.

Chiemgau/Traunstein– Die Bürgermeister der Gemeinden Aschau im Chiemgau, Schleching, Grassau, Unterwössen, Reit im Winkl, Marquartstein, Staudach-Egerndach, Bergen, Siegsdorf, Ruhpolding und Inzell können sich nun über ein Tourennetz von rund 900 Kilometern freuen. Unter Federführung der Lokalen Aktionsgruppe Chiemgauer Alpen hatten der Vereinsvorsitzende Thomas Kamm und Geschäftsführer Kolja Zimmermann alle Bedenken und Schwierigkeiten beiseite geräumt und ein Routen- und Beschilderungssystem erarbeitet. Wesentliches Ziel war dabei vor allem „die Erarbeitung klarer Regelungen und Pflichten der Vertragsparteien sowie die entsprechende Ausarbeitung eines rechtsgültigen Nutzungsvertrags“, heißt es in einer Presseerklärung der Aktionsgruppe Chiemgauer Alpen.

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Geschäftsführer Zimmermann betonte, dass in der Entwicklungsphase drei wesentliche Herausforderungen gemeistert werden mussten.

Zunächst musste für die touristische Nutzung und die Beschilderung der Routen die Frage der Verkehrssicherungspflicht für alle Beteiligten geklärt werden. Dabei geht es vor allem darum, die Wege zu pflegen und entsprechend zu erhalten. Schließlich sind weder Grundstücksbesitzer noch Kommunen allein in der Lage, die Verantwortung für das Netz zu tragen. Im Nutzungsvertrag ist deshalb vereinbart, dass die Bayerischen Staatsforsten mit Unterstützung des Freistaats die Verkehrssicherung auf den Wegen übernehmen, die von Lastwagen befahren werden können. Im Gegenzug sind die Gemeinden für die Streckenabschnitte verantwortlich, die nicht von Lastwagen befahren werden können. Die Kommunen sollen auf diesen Strecken regelmäßige Routenkontrollen durchführen.

Strecken beeinflussen sensible Naturräume nicht

Natürlich war bei der Auswahl der Routen ebenfalls wichtig, „dass künftig durch die Mountainbikestrecken weder Belange des Naturschutzes verletzt noch Wildschutzzonen gestört werden“, schreibt die Aktionsgruppe in ihrer Erklärung. Nach Angaben von Geschäftsführer Zimmermann führen die ausgewählten Strecken über bereits bestehende Fahrwege und „beeinflussen sensible Naturräume nicht.“

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Sehr aufwendig bei der Entwicklung des Mountainbike-Netzes war es, das Routennetz mit den Förstern der Forstbetriebe in Ruhpolding, Berchtesgaden, Schliersee und St. Martin aus Österreich sowie den Alm- und Landwirtschaftsbetrieben abzustimmen. Von vornherein ausgeschlossen wurden Gebiete, die durch den erhöhten Mountainbike-Verkehr zu stark belastet würden, und Streckenabschitte, die zu gefährlich wären. Wo Konflikte entstehen könnten, etwa auf Almen, an Viehgattern oder gefährlichen Passagen soll künftig ein Leitsystem mit Haupt- und Zwischenwegweisern und zusätzlichen Schildern, die das Verhalten regeln, montiert werden. Der Clou bei der Beschilderung liegt darin, so wenig Schilder wie möglich aufzustellen, aber gleichzeitig eine optimale Orientierung zu ermöglichen.

Die Entwicklung des Mountainbike-Netzes hat 26 000 Euro gekostet, die durch den Chiemgau Tourismusverband und die Lokale Aktionsgruppe Chiemgauer Alpen bereitgestellt wurden. „Das nun vorliegende touristische Angebot ist das erste offiziell abgestimmte MTB-Netz in den bayerischen Alpen und Bayern“, sagt Thomas Kamm, Bürgermeister der Gemeinde Siegsdorf.

Die Wegweiser und Hinweisschilder sollen im Frühjahr montiert werden, sodass Gäste und Einheimische die Strecken in Betrieb nehmen können – wenn die Corona-Krise vorbei ist.

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