Neue Hängebrücke für Schmugglerweg - Interreg-Projekt am Klobenstein bis Herbst fertig

Drahtseile markieren die künftige zweite Hängebrücke auf dem Schmugglerweg zwischen Kössen und Schleching.
  • Silvia Mischi
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Unter dem Titel „Brücken bauen- Netzwerke knüpfen“ entsteht ein Interreg-Projekt am Klobenstein zwischen Schleching und Kössen. Im Zuge der Kooperation ist vorgesehen, Potenziale des Kaiserwinkls und Achentals rund um die Klobensteinschlucht zu bündeln.

Schleching/Kössen – Durch intensive Vernetzungsarbeit ist vorgesehen, den Kultur- und Naturraumes attraktiver zu machen, deren Erlebbarkeit überregional bekannt zu machen und dadurch die Aufmerksamkeit des heute noch abgelegenen und in Vergessenheit befindlichen Ortes in beiden Ländern deutlich zu verbessern. So entsteht bei diesem Interreg-Projekt bis zum Herbst eine zweite Hängebrücke für den Schmugglerweg von Tirol nach Bayern in Arbeit.

Auf der Trasse eines „Samerweges“ entsteht derzeit ein ganz besonderer Wanderweg bis ins benachbarte Schleching in Bayern. Herzstück ist dabei neben der bereits bestehenden 33 Meter langen Seilhängebrücke eine zweite Hängebrücke über die Ache.

Panoramasteg und Plattform entstehen ebenso

In den Gesamtkosten von 1,4 Millionen Euro für den Rundwanderweg sind aber auch ein Panoramasteg, Aussichtsplattformen sowie Parkmöglichkeiten für die Wanderer enthalten. Ebenso Informationen zu den Ländern und Kulturen sowie den Erholungs- beziehungsweise Erlebnisräumen in den Orten Kössen und Schleching. Des Weitern sind Steganlagen und Aussichtsplattformen sind Start- und Zielplätze mit Infotainment sowie die Gestaltung des Kreisverkehr Kössen geplant. Die attraktive Gestaltung von Start- und Zielplätzen sowie die Errichtung des Leitsystems und Landmark im Kreisverkehr Kössen (grenzt an Start-/Zielplatz an) sollen wesentliche Bausteine zur Besucherlenkung darstellen.

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Informationen zum Kultur- und Naturraum sollen wichtige Informationen zum Schutz und Erlebbarkeit und Ressourcen sichern. Darüber hinaus sollen diese Plätze die Ortskerne der Kommunen beleben und zur überregionalen Vernetzung beitragen. Öffentlichkeitsarbeit und öffentlichkeitswirksame Maßnahmen stellen neben der Vernetzung einen wichtigen Schwerpunkt im Projekt dar. Schon in der frühen Bronzezeit verlief zwischen den Ländern dort ein wichtiger Handelsweg für Kupfer und Bronze, im Mittelalter für den Transport von Wein und Salz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden über diesen Weg Zigaretten, Kaffee, Rum und sogar ganze Käselaibe geschmuggelt.

Geplant ist unter anderem, dass der noch immer vorhandene alte Schmugglerweg auf bayerischer Seite künftig näher an der Tiroler Ache verlaufen soll. Aufgewertet mit einem Panoramasteg, Aussichtsplattformen und einer zweiten Hängebrücke beim sogenannten Entenloch. Geplant sind unter anderem aber auch ein Rundweg am Klobenstein-Kircherl, Parkmöglichkeiten für die Wanderer und Informationen zu den Ländern und Kulturen sowie den Erholungs- beziehungsweise Erlebnisräumen. In weiterer Folge soll dann auch noch der öffentliche Verkehr mit eingebunden werden.

Wegeverbindung soll noch weiter verbessert werden

Die sogenannten Kössener Schichten und die früheren Gletschertöpfe als Relikte aus der Eiszeit sind in den Nordalpen ja ganz selten. Der Förderantrag, den die Gemeinde Kössen als Projektwerber auch für Schleching und den Tourismusverband Kaiserwinkl stellt, umfasst eine Summe von 900 000 Euro.

Aufgrund der Naturgegebenheiten ist es nicht immer möglich, Gäste und Einheimische auf sicherem Wege durch den spektakulären Canyon zu bringen. Die Gemeinde Kössen und die Gemeinde Schleching liegen jeweils am anderen Ende der bestehenden Route. Beide Gemeinden wollen nun ihre Kooperationstätigkeiten in Bezug auf diese Wegverbindung verstärken, dies unter Einbindung des TVBs Kaiserwinkl, Chiemgau Tourismus sowie der neuen Struktur Achental Tourismus GKO.

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Das Grenzgebiet der Nachbargemeinden Kössen/Österreich-Tirol und Schleching/ Deutschland-Bayern ist seit jeher durch den Austausch von Kultur, Gütern und Dienstleistungen wie auch den gemeinschaftlichen Schutzaufgaben der Bergregion eine sehr eng miteinander verbundene Region. Alte Legenden erzählen von den gefährlichen Abenteuern der Reisenden und Schmuggler in dieser alpinen Landschaft.

Bessere Erreichbarkeit per Mobilitätskonzept

Die Erreichbarkeit der Klobensteinschlucht aber auch der beiden ländlichen Räume soll durch ein langfristig tragbares Mobilitätskonzept gesichert werden, welches alternative Mobilitätsangebote für Unternehmer, Gäste, Einheimische zu Lande, zu Wasser und mit dem Rad und Bus (ÖPNV) beinhaltet.

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