"Netzwerk Hospiz" weiter mit Glück

Bei der Jahreshauptversammlung des "Netzwerk Hospiz - Verein für Hospizarbeit und Palliativbetreuung Traunstein" im "Hofbräustüberl" sagte der im Amt bestätigte Vorsitzende, Landtagspräsident a.D. Alois Glück, im Vergleich zu den Entwicklungen in anderen Landkreisen sei das "Netzwerk Hospiz" im Landkreis Traunstein gut aufgestellt und entwickelt.

Traunstein - Glück stellte fest, dass das "Netzwerk Hospiz" gute Arbeit leiste und auch im vergangenen Jahr gut weiter gekommen sei. "Das große Anliegen des Vereins ist es, dass die Möglichkeiten der Palliativmedizin auch in den ambulanten Bereichen und Pflegeheimen verwirklicht werden können", sagte er. Hierfür gebe es einen großen Bedarf. Dennoch gebe es einen stetigen Kampf um Spenden, denn im Gesundheitssystem werde weiterhin um eine Finanzierung eines Teils der Kosten für die ambulante Palliativmedizin gerungen.

Der ebenfalls wiedergewählte Stellvertreter und geschäftsführende Vorsitzende Stefan Nowack, Vorstand der Kliniken Südostbayern AG, berichtete von 305 Mitgliedern Ende vergangenen Jahres (2008: 239). Im Vorjahr seien 161 Patienten betreut worden. Die Brückenschwestern betreuten im Durchschnitt 25 bis 30 Patienten. "Neben der hauptberuflichen Brückenschwester in Teilzeit haben wir gegenwärtig neun geringfügig beschäftigte Brückenschwestern", erklärte Nowack. Mit einer Ausnahme seien diese Brückenschwestern auch Mitarbeiterinnen der Kreiskliniken Traunstein und Trostberg.

"Erfolgsgeschichte" aus Sicht der Ärzte

Als Hausarzt fasste Beisitzer Dr. Martin Metz seine Erfahrungen mit dem "Netzwerk Hospiz" zusammen. "Aus Sicht der Hausärzte ist das 'Netzwerk Hospiz' mit den Brückenschwestern eine Erfolgsgeschichte", betonte er. Auch der von Dr. Thomas Kubin, Chefarzt der Onkologie und Hämatologie im Klinikum Traunstein, und ihm geleitete "Qualitätszirkel Palliativmedizin" sei eine erfolgreiche fachübergreifende Veranstaltung für Ärzte, Pflegepersonal, Psychologen und Seelsorger.

Einen Bericht über die Erfahrungen mit der neuen Palliativstation im Klinikum Traunstein nach 100 Tagen gab Oberärztin Dr. Beate Lamminger. Es wurden 79 Patienten, 46 weibliche und 33 männliche, betreut. Sie waren zwischen 40 und 93 Jahre alt. Das Durchschnittsalter lag bei 66 Jahren. "67 Patienten litten an Tumorerkrankungen. Bei den restlichen zwölf wurden neurologische Erkrankungen, Pneumonie oder Niereninsuffizienz diagnostiziert oder sie kamen zur Schmerztherapie", so die Ärztin.

Die Aufenthaltsdauer betrug bis zu 22 Tage, durchschnittlich 9,3 Tage. 51 Patienten (65 Prozent) konnten wieder entlassen werden, 28 verstarben. bjr

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