Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Beistand auf dem letzten Weg

Netzwerk Hospiz Südostbayern betreute fast 700 Patienten

Für die Vorträge zum Chiemseehospiz Bernau und zum Stiftungsfonds Heilwig erhielten Koordinatorin Andrea Mitterhuber (links) und Einrichtungsleitung Ruth Wiedemann vom Vorsitzenden des Netzwerk Hospiz, Stephan Bierschneider, einen Blumenstrauß.
+
Für die Vorträge zum Chiemseehospiz Bernau und zum Stiftungsfonds Heilwig erhielten Koordinatorin Andrea Mitterhuber (links) und Einrichtungsleitung Ruth Wiedemann vom Vorsitzenden des Netzwerk Hospiz, Stephan Bierschneider, einen Blumenstrauß.

Ärzte, Seelsorger, Pflegekräfte - die rund 20 Fachkräfte kommen aus den verschiedensten Bereichen und stehen Sterbenden als auch ihren Angehörigen zur Seite. Auf der Jahresversammlung berichtete Vorsitzender Stephan Bierschneider, dass ein großer Teil der Menschen im vertrauten Umfeld sterben konnte.

Traunstein – Das Netzwerk Hospiz Südostbayern betreute und begleitete im vergangenen Jahr fast 700 Patienten. Bei der Versammlung im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG wies Vorsitzender Stephan Bierschneider darauf hin, dass von den in 2020 verstorbenen Patienten etwa 60 Prozent bis zum Schluss zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld bleiben konnten.

Lebensende im vertrauten Umfeld

Zusammen mit den Patienten, deren Zuhause eine Pflegeeinrichtung ist, waren es sogar über 80 Prozent. Damit hätten für Patienten sowie Angehörige eine hohe Anzahl elementarer Wünsche erfüllt und ungewollte Krankenhauseinweisungen am Lebensende verhindert werden können, so der Vorsitzende. Zum Jahresende verzeichnete der Verein laut Bierschneider 740 Mitglieder.

Birgit Krause-Michel steht ein Team von 20 Fachkräften zur Verfügung, um in Gesprächen mit dem Patienten über seine Wünsche am Lebensende – oftmals zur Beendigung einer Therapie – zu sprechen und die Last der Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen oder Entscheidungen zu erleichtern. Die Inanspruchnahme des spendenfinanzierten Angebots ist weiterhin kostenfrei.

Das könnte Sie auch interessieren: OVB-Themenseite Traunstein

Schatzmeisterin Ulrike Kecht präsentierte den Rechnungsabschluss. Coronabedingt gab es einen starken Rückgang an Spenden, im Gesamtergebnis wurde jedoch noch ein zufriedenstellendes Ergebnis erwirtschaftet. Für das kommende Jahr erhoffe man sich wieder viele Veranstaltungen, mit deren Erlös das Netzwerk Hospiz bedacht werde, um die Arbeit in vollem Umfang weiterführen zu können, erklärte Kecht.

Über ihre Tätigkeit als Koordinatorin im „Stiftungsfonds Heilwig“ erzählte Heilerziehungspflegerin Andrea Mitterhuber. Der Stiftungsfonds, der 2019 von Donata Beckers ins Leben gerufen wurde, nachdem ihre behinderte Schwester Heilwig wohlversorgt verstarb, setzt sich für den Ausbau von Palliative Care für Menschen mit Behinderung ein. Mit dem Netzwerk Hospiz werden Schulungen für Behinderten-Einrichtungen abgehalten. Fünf Mitarbeiterinnen sind bereits fortgebildet worden.

So entstand Kontakt unter anderem mit dem ambulanten Kinderhospiz München (AKM), das sich um die Unterstützung von Familien mit behinderten und lebensbedrohlich schwerstkranken Ungeborenen, Kindern, Jugendlichen und deren Eltern kümmert.

Einblick in das Chiemseehospiz

Einen Einblick in den Alltag des Chiemseehospizes in Bernau gab Einrichtungsleiterin Ruth Wiedemann. Nach 30 Jahren Krankenschwesterntätigkeit übernahm sie im Mai 2020 die Leitung in der neu geschaffenen Palliativeinrichtung.

Die durchschnittliche Verweildauer liege bei etwa drei Wochen, wobei die Zeitspanne wenige Stunden bis mehrere Monate umfassen könne. Es gebe eine Warteliste mit einer Durchschnittswartezeit von circa zwei Wochen. Wünsche der Bewohner würden so gut es gehe erfüllt. Dies beziehe sich auf Mahlzeiten genauso wie auch einen letzten Ausflug mit dem Hospiz-Wunschmobil.

Mehr zum Thema

Kommentare