Nachruf

Ehemaliger AWO-Vorsitzender Wolfgang Schuster aus Prien im Alter von 80 Jahren gestorben

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Priens ehemaliger AWO-Vorsitzender ist mit 80 Jahren gestorben. In der evangelischen Kirche engagierte er sich stark, so wie er sich für alle einsetzte, die HIlfe benötigten Trotz schwerer Krankheit war es für Schuster das größte Glück, für andere da zu sein, sagt Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth.

Prien – Im Februar erst feierte Wolfgang Schuster seinen 80. Geburtstag, und mit einem Ständchen gratulierten ihm, dem leidenschaftlichen Posaunisten, die Posaunenchöre Prien und Rosenheim. Am Sonntag starb Schuster.

Obwohl der Priener seit Langem krank war, zeigen sich Weggefährten erschüttert über seinen Tod, der für sie unerwartet kam. Schuster lebte seit über zwei Jahrzehnten mit einer Spenderniere, überstand in seinem Leben immer wieder Phasen schwerer Erkrankung.

„Er hat sich aber nie unterkriegen lassen, war bis zuletzt für andere da“, sagt Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Prien über Schuster. Dieser habe sich unermüdlich mit verschiedensten Arbeiten in der Kirchengemeinde eingebracht. Eine Zeit lang war Schuster im Kirchenvorstand, setzte sich später unter anderem für Sammlungen zugunsten Tansanias ein. Dort nämlich, weiß Wackerbarth zu berichten, betrieben Schusters Eltern bis zum Zweiten Weltkrieg eine Farm, bevor die Familie vertrieben wurde. Schuster selbst kam in Hamburg zur Welt, dann siedelte die Familie in den Chiemgau um.

Die Musik war stets sein Begleiter

Von Kindesbeinen an hat er in Urschalling gelebt, musste schon früh Schicksalsschläge verkraften: Als Bub verlor er den Vater, später starben zwei seiner Brüder. Schuster habe nie mit den Umständen gehadert oder sich beklagt, so Wackerbarth, „lieber war er für andere da, selbst wenn es ihm schlecht ging. Davor kann man nur den Hut ziehen.“ Sich in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen, meint der Pfarrer, sei für Schuster ein Lebenselixier gewesen – ebenso, wie die Musik: Der gelernte Industriekaufmann, der bis zur Rente bei Gabor in Rosenheim arbeitete, liebte nicht nur das Posaunespielen, sondern auch das Singen. Jahrelang war er Mitglied des Kirchenchors, sang an Ostern regelmäßig das Österliche Lob. „Musik war mit das größte Glück für ihn“, schätzt Wackerbarth, zudem sei er ganz vernarrt in seine Enkel gewesen. Außer ihnen hinterlässt Schuster seine Frau Wiltrud sowie die Töchter Susanne und Astrid und seinen Bruder Hans-Jürgen Schuster, früherer Zweiter Bürgermeister von Prien.

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„Den Menschen zugewandt“

Auch bei der Arbeiterwohlfahrt wird man Schuster vermissen. „Bis vor einigen Monaten noch war er regelmäßig bei uns im Büro, stand uns mit seinem Wissen zur Seite“, berichtet Vorsitzende Elke Flender-Back. Er war ihr Vorgänger im Amt, das er fünf Jahre innehatte.

Insgesamt hat sich Schuster fast zwei Jahrzehnte für die AWO eingesetzt, „uneigennützig und immer den Menschen zugewandt“, beschreibt ihn Flender-Back.

Er habe jeden AWO-Klienten persönlich gekannt, habe über die Probleme der Leute bescheid gewusst und zu helfen versucht, wo immer er konnte. Während seiner Zeit bei der AWO gründete er mit seiner Frau unter anderem den muskalischen Freitagnachmittag, war auch bei den samstäglichen Begegnungsstätten der AWO immer präsent. „Er war immer mittendrin, und das mit ganzem Herzen“, fasst seine Nachfolgerin zusammen.

Die Trauerfeier findet am Samstag, 14. November, um 10 Uhr in der evangelischen Christuskirche statt, die Beerdigung auf dem Priener Friedhof schließt sich an. Pfarrer Wackerbarth schließt nicht aus, dass der eine oder andere Mitbürger und Weggefährte sich an diesem Tag vom Verstorbenen verabschieden möchte: „Unsere Türen stehen offen, wir bitten nur alle, sich an die geltenden Hygieneregeln zu halten.“ sen

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