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Nachruf

Unternehmer Rudi Schuster stirbt bei Bergunfall – Schock in den Gemeinden Bernau und Rimsting

Unternehmer Rudi Schuster, gebürtiger Grabenstätter, verstarb unerwartet bei einem Unfall in den Bergen.
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Unternehmer Rudi Schuster, gebürtiger Grabenstätter, verstarb unerwartet bei einem Unfall in den Bergen.
  • Elisabeth Sennhenn
    VonElisabeth Sennhenn
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  • Tanja Weichold
    Tanja Weichold
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Er wurde bei einem tragischen Bergunglück jäh aus dem Leben gerissen: Rudi Schuster, Geschäftsführer von Schuster Hoteleinrichtungen, wollte heuer den Firmenneubau in Bernau feiern und sich in Rimsting seinen Traum vom eigenen Hotel erfüllen. Der Tod des gebürtigen Grabenstätters löste in vielen Gemeinden Trauer aus.

Bernau/Rimsting/Grabenstätt – Sein überraschender Tod hat große Bestürzung in der Region ausgelöst: Der Grabenstätter Unternehmer Rudi Schuster kam am 15. Juni bei einem tragischen Unfall am Hochgern ums Leben.

Der 50-jährige Vater dreier Kinder zwischen 17 und 23 Jahren hatte noch so Vieles vor. Ihm und seinem Bruder Michael, mit dem er die Geschäfte des Familienbetriebs Schuster Hoteleinrichtungen führte, standen zwei bedeutende Projekte ins Haus: Zum einen der Umzug des Firmensitzes vom Heimatort Grabenstätt nach Bernau, wo derzeit ein großes Hotelkompetenzzentrum entsteht, und zum anderen der Ausbau des Rimstinger Seeohofs zum Appartmenthotel.

Er war geschätzt als guter Zuhörer

Beides wird nun alleinige Aufgabe des Bruders sein, der gegenüber unserer Zeitung bewegende Worte über Rudi Schuster findet: „Wir hatten zusammen fast 50 Jahre eine so schöne, harmonische Zeit miteinander, die nicht besser sein konnte. Über 30 Jahre engste Zusammenarbeit, ohne dass je ein böses Wort gefallen ist und ohne Streit, machen diese Beziehung so besonders.“ Gemeinsam seien sie durch „dick und dünn“ gegangen, „das hat uns verbunden.“

Rudi Schuster wird von ehemaligen Weggefährten und Gesprächspartnern als herzlicher, zupackender Mensch beschrieben, der trotz des großen unternehmerischen Erfolgs bodenständig und bescheiden blieb, ein Leben ohne Luxus führte. Oft fällt das Wort „Visionär“, der mit seiner Art andere positiv berührte. Der Familie, Mitarbeitern und Freunden galt er als guter Zuhörer, der lebensbejahend, tiefgründig und gläubig war. Zu seiner großen Familie hatte er stets ein enges Verhältnis – der Großvater, der Grabenstätter Schreinermeister Max Schuster, hatte 14 Kinder und legte mit seiner Werkstatt den Grundstein für das heutige Unternehmen.

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Firma wird zum Mittelständler

Von Vater Rudolf Schuster hat er als junger Mann die Liebe zum Schreinerhandwerk gelernt – die Mutter, Theresa Schuster, kommt aus der Hotelbranche. Als Schuster 1987 seine Schreinerlehre bei seinem Vater und seinen fünf Onkeln in Grabenstätt abgeschlossen hatte, arbeitete er dort als Geselle. 1991 wäre er bei einem Motorradunfall fast ums Leben gekommen, doch sollten ihm, wie es sein Bruder Michael ausdrückt, noch 30 Jahre geschenkt werden.

Schuster nutzte dieses Geschenk mit Tatendrang und Zielstrebigkeit: 1996 wurde er Schreinermeister, schloss sein Studium der Holztechnik und Betriebswirtschaft in Rosenheim ab. Im Jahr 2000 übernahmen er und sein Bruder die Geschäftsführung des wachsenden Grabenstätter Unternehmens und formten es zu einem Mittelständler mit Aufträgen im In- und Ausland.

Sein großer Wunsch: Ein eigenes Hotel

2017 erfüllte sich Schuster den Wunsch, nicht nur Hotels auszustatten, sondern auch selbst unter die Hoteliers zu gehen. So, wie es die Mutter, eine Hotelierstochter, ihm einst in die Wiege gelegt hatte. In Branchenkreisen kannte man ihn daher gut, etwa beim Hotel- und Gaststättenverband Dehoga in Traunstein.

Stellvertretender Kreisvorsitzender Michael Hörterer aus Siegsdorf reagierte bestürzt und traurig auf die Todesnachricht: „Man hat nur Gutes aus dem Unternehmen gehört, er muss bei seinen Mitarbeitern sehr geschätzt gewesen sein. Ein tragischer Verlust.“ Umso trauriger, da Schusters Herzensprojekt, das eigene Hotel, nicht mehr von ihm selbst zu einem erfolgreichen Start gebracht werden kann: Schuster erwarb den Seehof in Rimsting, der dann laut Auskunft der Familien von den Kindern fortgeführt wird.

2020 machte Schuster gegenüber der Chiemgau-Zeitung deutlich, wie sehr ihm am Herzen liege, das Chiemseeufer zu schützen: „Ich bin am Chiemsee aufgewachsen und würde nichts tun, was störend in die Landschaft eingreift.“ Er galt als naturverbunden, liebte die Berge und Kajakfahren. Seinen Kindern war er ein guter Vater und schenkte ihnen viel Zeit und Liebe. Er hinterlässt auch seine Ehefrau Angie, mit der er über 20 Jahre lang eine glückliche Ehe führte, seine Mutter Theresa und drei Geschwister.

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