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Der älteste Unterwössener

Mit 104 verstorben: Johann Haßlberger

Johann Haßlberger.
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Johann Haßlberger.
  • VonLudwig Flug
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Johann Haßlberger feierte noch im März gut aufgelegt seinen 104. Geburtstag. Die vergangenen Wochen verschlechterte sich sein Zustand und nun verstarb er daheim. Er war der älteste Bürger der Gemeinde Unterwössen.

Unterwössen – Für die Wössener gehörte er auf seinem Rad zum Ortsbild. Seinen Auto-Führerschein erwarb er erst mit 50 Jahren. Nach außen war Haßlberger der betagte, fröhliche Nachbar, immer für einen humorvollen Spruch gut. Er war ein Kämpfer, den Schicksalsschläge nie unterkriegten. Und er war ein ausgeprägt sozialer Mensch, der seine Mitmenschen und die Gemeinschaft stets über persönliche Interessen stellte.

Als er im Februar 1948 in den VdK eintrat, war die Not nach den Kriegswirren groß. So war es Haßlberger wichtig zu helfen, wo er nur konnte. Von 1986 bis 1994 war er Vorsitzender des VdK Wössen. 1994 ernannte ihn der Verband zum Ehrenvorsitzenden. Zu seinen vielen Auszeichnungen zählt die Silberne Ehrennadel des VdK Deutschland. Auch im hohen Alter lag ihm der Sozialverband noch sehr am Herzen. Johann Haßlberger war Geschäftsführer beim Wasserbeschaffungsverband und Schriftführer im Verkehrsverein. Im Jahr 2017 ehrte ihn der Trachtenverein d‘Rechlberger für 80 Jahre Mitgliedschaft.

Das Licht der Welt hatte Haßlberger am 31. März 1917 in Oberwössen als drittes Kind der Eheleute Matthias und Teresa Haßlberger erblickt. Drei Jahre später verstarb die Mutter. Sein Vater heiratete drei Mal, ehe er als Witwer im Sommer 1954 verstarb. Johann Haßlberger besuchte von 1923 bis 1930 die Volksschule in Oberwössen. Er fand Arbeit als Knecht am Hof.

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Im Zweiten Weltkrieg diente er von 1938 an im 19. Infanterieregiment der Wehrmacht. Am 8. Juni 1940 riss ihm nahe Abbeville an der Somme ein Granatsplitter das rechte Ellbogengelenk fort und im Lazarett amputierten ihm die Mediziner den Arm.

Es folgte die Zeit im Lazarett in Arras und eine Schulung in Magdeburg. Dort lernte er mit links zu schreiben. Ab 1941 arbeitete er im Werkschutz der Annahütte in Hammerau (Berchtesgadener Land). Weil seine beiden Brüder in Gefangenschaft gerieten, bewirtschaftete er bis 1948 mit seinem Vater den elterlichen Bauernhof.

In Hammerau lernte er Anna Gößl kennen, die er am 20. August 1944 heiratete. Die Töchter Heidemarie und Johanna gingen aus der Ehe hervor. 1948 trat er in die Dienste der Raiffeisenbank in Unterwössen und arbeitete dort bis zu seiner Rente im Dezember 1979. Seitdem nahm er sich die Zeit für seine geliebten Obstbäume, die Urlaubsfahrten und Bergtouren. Mit den Freunden ging er oft zwei Mal in der Woche auf den Berg. Mit Ehefrau Anna feierte er die Diamantene Hochzeit, ehe sie im Jahr 2006 verstarb. Zwei Enkeltöchter trauern um ihren Großvater.

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