Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Unterwössner hinterlässt bleibende Spuren

Malermeister, Seeräuber, Menschenfreund: Der Chiemgau trauert um Hans-Michael Heser

Hans-Michael Heser.
+
Hans-Michael Heser.
  • Axel Effner
    VonAxel Effner
    schließen

Mit dem Tod von Hans-Michael Heser verliert der Chiemgau ein prägendes Original. Ein Nachruf.

Unterwössen – Mit dem Tod von Hans-Michael Heser (78) aus Unterwössen hat der Chiemgau ein Original und eine weit über die Landkreis- und Landesgrenzen hinaus prägende Persönlichkeit verloren. Als Malermeister und später Obermeister hat er sich bis auf Bundesebene und im benachbarten Ausland höchste Verdienste für das Handwerk und die Ausbildung des Handwerksnachwuchses erworben. In zwei intensiven Gesprächen mit dem Autor im Herbst letzten Jahres zog er angesichts einer lebensbedrohlichen Krankheit noch einmal Bilanz über ein „erfülltes und anregendes Leben, das in vielen Bereichen bleibende Spuren hinterlassen hat“, wie er sagte.

Auch überregional viele Impulse gesetzt

Als Menschenfreund mit Humor und Geradlinigkeit, großer Kommunikator und unermüdlicher Netzwerker hat Heser durch sein Engagement sowohl regional wie auch überregional viele Impulse gesetzt. Im letzten Kriegsjahr im Wessnerhof in Pettendorf, Gemeinde Marquartstein, geboren, fühlte er sich seiner Heimatgemeinde Unterwössen lebenslang verbunden.

Er trat er bereits mit 14 Jahren in die Feuerwehr ein, wo er lange Jahre aktiv war. Er war Gründungsmitglied der Gebirgsschützenkompanie 1973 und überzeugter Trachtler, führte den Ortsverband der CSU von 1982 bis 1991 als Vorsitzender und war rund 50 Mal als Wössner „Dorfnikolaus“ am Nikolaustag im Einsatz ebenso wie als Bettler beim St. Martinsspiel der Pfarrgemeinde.

Ein passionierter Hochzeitslader

Von 1968 bis 2019 begleitete er als passionierter Hochzeitslader rund 500 Paare aus der ganzen Region als Lebensberater und Organisator zum Jawort vor den Traualtar. Zu seinem 50. Geburtstag 1994 versammelte er sogar 185 Hochzeitslader in Unterwössen. Dass ihm Humor und Lebensfreude ein zentrales Anliegen waren, zeigte Heser als überzeugter Faschingsprinz und Mitbegründer sowohl der Wössner Garde 1965 wie auch des Wössner Seeräuberspektakels, bei dem er erstmals 2001 als Impressario mit voranschritt.

Auch 2020 führte Hans-Michael Heser (Mitte) das Spektakel des Wössner Seeräuberspiels an.

Hilfsbereitschaft Basis für Firmengründung

Seine Hilfsbereitschaft nach einem feucht-fröhlichen Faschingsabend war unwissentlich auch ein wichtiger Wegbereiter für den Erfolg seines 1970 neugegründeten Malerbetriebs mit eigenem Ladengeschäft. Heser grinste verschmitzt, als er die Anekdote erzählt hat. Demnach folgten dem spontanen Kücheweißeln bei einem Unternehmer aus Unterwössen bald danach Malerarbeiten für große Neubausiedlungen. Schritt für Schritt wuchs der Betrieb bis auf acht Mitarbeiter an.

Auch ehrenamtlich hat sich Heser außerordentlich für die Belange des Handwerks engagiert, seit er 1970 Mitglied der Maler- und Lackiererinnung Traunstein geworden war. Ein besonderes Anliegen war ihm stets die qualifizierte Ausbildung des Nachwuchses. So war er lange Jahre nebenberuflich sowohl als Lehrkraft in der gewerblichen Berufsschule in Traunstein engagiert wie auch als überbetrieblicher Ausbilder im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer für München und Oberbayern in Traunstein und als Beisitzer im Gesellenprüfungsausschuss.

Weitere Nachrichten aus dem Chiemgau finden Sie hier

Von 1998 an war er Bezirksinnungsmeister, seit 2010 Ehrenbezirksinnungsmeister. Mit der Entwicklung des ersten Abfall-ABC für Maler und Lackierer 1994 trat er als Mitglied im Ökomodell Achental für den Umweltschutz ein.

Sein Engagement für den Maler- und Lackiererberuf sowie die Messe- und Öffentlichkeitsarbeit ließ Heser auch Kontakte zum Bundesverband „Farbe, Gestaltung, Bautenschutz“ knüpfen ebenso wie zu den Landesinnungverbänden nach Salzburg, Wien und Tirol. Er setzte sich vehement für eine öffentlichkeitswirksame Freisprechungsfeier der Salzburger Malerinnung auf dem Salzburger Kapitelplatz ein und hielt dazu 2015 die Festansprache im Dom.

Angesichts des großen ehrenamtlichen Engagements war Heser stolz auf die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz 2008 sowie die Verleihung des Ehrentellers des Bundesinnungsverbands und der Goldenen Ehrennadel des Bayerischen Landesinnungsverbands.

Als Persönlichkeit mit Charakterstärke, Einsatzbereitschaft, menschlicher Wärme und Humor wird Hans-Michael Heser unvergessen bleiben.

Mehr zum Thema

Kommentare