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Nachruf

75 Jahre im Chor: Jetzt ist Irmgard Rosenhuber aus Übersee verstorben

Irmgard Rosenhuber
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Irmgard Rosenhuber

Das letzte Paar Socken ist nicht mehr fertig geworden: Irmgard Rosenhuber aus Übersee starb in ihrem 91. Lebensjahr. 75 Jahre lang sang sie im Kirchenchor bei unzähligen Messen, Festen und Konzerten.

Übersee – Irmgard Rosenhuber aus Übersee hat am 7. Januar in ihrem 91. Lebensjahr für immer die Augen geschlossen – zwei Jahre nach dem Tod ihres geliebten Ehemanns Herbert, betrauert von ihren drei Kindern und ihren zahlreichen Enkeln und Urenkeln.

Auf dem Küchentisch lägen noch ein Paar Socken, die die Verstorbene nicht mehr habe fertig stricken können, berichtete Pfarrer Christoph Zirkelbach bei der Totenmesse. Über viele Jahre versorgte Irmgard Rosenhuber ihre große Familie, Freunde und Kollegen aus dem Kirchenchor Übersee mit Selbstgestricktem.

Mit 13 Jahren Solo am ersten Weihnachtsfest nach dem Krieg gesungen

Mit vier Schwestern wuchs Irmgard Rosenhuber in Übersee in der Schreinerfamilie ihrer Eltern Josef und Maria Hofmann auf. Während des Krieges ging sie einige Zeit nach Traunstein aufs Gymnasium. Aber die Bombenangriffe auf die Bahnlinie in der Kreisstadt machten den weiteren Besuch unmöglich. Daraufhin entschließ sich Irmgard Rosenhuber zu einer Schneiderinnenlehre bei der Firma Six, die während des Krieges ihren Betrieb von München nach Übersee in den Gasthof Seerose verlagert hatte.

Mit 13 Jahren vertraute ihr der damalige Kirchenchorleiter, Oberlehrer Heinrich Schroll, am ersten Weihnachtsfest nach dem Krieg die Solopartie an. Von da an sang Irmgard Rosenhuber 75 Jahre lang bei unzähligen Messen, Festen, Beerdigungen und Konzerten im Kirchenchor St. Nikolaus. Ihre Freunde vom Kirchenchor waren alle zur Totenmesse gekommen, um unter ihrem Chorleiter Christian Dengler im Gedenken an ihre Chorschwester das Deutsche Requiem von Fridolin Limbacher zu singen.

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Dengler, selbst seit 53 Jahren im Amt, würdigte Irmgard Rosenhuber als ein Chormitglied, das von Jugend an mit großer Freude an der Musik und am Gesang mit vollem Einsatz bei vielfältigen Einsätzen des Kirchenchores dabei gewesen sei.

Die große Besetzung der Blaskapelle Übersee-Feldwies, unter der Stabführung von Thomas Lindlacher, begleitete ebenfalls musikalisch das Requiem sowie den anschließenden Trauerzug und spielte zu Ehren ihres ehemaligen Vorstandsmitgliedes über ihrem Grab das Stück „Über den Sternen“.

Fürsorgliche sowie großzügige und gesellige Frau

Eine große Zahl an Trauergästen verabschiedete sich von Irmgard Rosenhuber, die allen als liebenswürdige, fürsorgliche, großzügige und gesellige Frau galt. Der Vorsitzende des Musikvereins Übersee-Feldwies Christian Krohner würdigte den Einsatz von Irmgard Rosenhuber für den Verein. Die Katholische Frauengemeinschaft Übersee mit der Vorsitzenden Burgi Häckel senkte die Fahne der Gemeinschaft ein letztes Mal über ihrem Grab.

re/CLH

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