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Konzert zum Abschied

Nachfolge ungeklärt: Dienstältester Chorleiter der Priener Liedertafel hört auf

Abschied vom Taktstock: Willi Weitzel gibt die musikalische Leitung der Priener Liedertafel ab.
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Abschied vom Taktstock: Willi Weitzel gibt die musikalische Leitung der Priener Liedertafel ab.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
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Nach 27 Jahren gibt der Bernauer Willi Weitzel den Taktstock der Priener Liedertafel ab. Bei einem Jubiläumskonzert würdigten nicht nur die Mitglieder der Gemeinschaft seine Leistungen. Seine Nachfolge: offen.

Prien – 27 Jahre lang hat Willi Weitzel aus Bernau die Priener Liedertafel dirigiert, nun hat er seinen Dirigentenstab bei einem Jubiläumskonzert abgegeben. Weitzel, der sein 25. Jubiläum wegen Corona nicht, aber vor Kurzem seinen 75. Geburtstag in froher Rüstigkeit feiern konnte, stand natürlich im Mittelpunkt eines gut besuchten Konzertes zum 170-jährigen Bestehen der Priener Liedertafel im Chiemseesaal im Haus des Gastes.

Mit dem Ende des Dirigierens hat das dienstälteste Chorleiter der Priener Liedertafel aufgehört – und nochmals einen besonderen Abend geleitet. Den Auftakt bildete das Lied „Singt ein Willkommen“, dabei sang der komplette Chor mit 35 Frauen und Männern auf der Bühne und am Saal-Eingang sorgte ein Sangesquartett für das musikalische und harmonische Echo. Hierauf hieß Ute Günther als vor Kurzem frisch gewählte neue Vorsitzende der Priener Liedertafel alle Besucher willkommen, dabei freute sie sich, dass die Liedertafel personell wieder so stark ist wie vor Corona.

Besuch in den Partnerstädten

Alsdann übernahm Liedertafel-Sänger Georg Gilgenrainer die Moderation, er hielt Rückblick auf die lange Geschichte der Gemeinschaft und sagte jeweils zwei Auftritte an. Dritter Bürgermeister Martin Aufenanger würdigte in seinem Grußwort für die Gemeinde Prien den Dirigenten und Chor gleichermaßen.

Er sagte: „In Prien sind nur die Blaskapelle und die Königlich Privilegierten Feuerschützen älter als die Liedertafel, dass diese nach 170 Jahren noch so aktiv dasteht, das haben wir Leuten wie Willi Weitzel zu verdanken. Mit und dank ihm war die Liedertafel schon in den beiden Priener Partnerstädten Graulhet und Valdagno, und Sie haben dabei zur europäischen und kulturellen Verständigung beigetragen.“ Aufenanger überreichte ebenso wie die Liedertafel selbst an ihren scheidenden Dirigenten einen Geschenkkorb.

Programm selbst zusammengestellt

Willi Weitzel selbst hatte das Programm für den Jubiläumsabend zusammengestellt, zur Auswahl gehörten Lieder, die ihm in den 27 Jahren ans Herz gewachsen waren. Darunter die von ihm selbst komponierte Chiemsee-Hymne sowie Werke großer Komponisten wie von Wolfgang A. Mozart oder Joseph Haydn.

Chorsänger Lothar Rechberger, ein langer Weggefährte von Willi Weitzel, erinnerte namens der Liedertafel an viele schöne Gemeinschafts-Erlebnisse, Auftritte und Anekdoten, die sich besonders bei den Reisen – unter anderen nach Berlin und Dresden – ergeben haben. Zum Abschluss wünschte sich Weitzel vom Liedertafel-Quartett das Lied „Abendruhe“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Als endgültigen Abschied wurde das Lied „Eppo“ von ihm angestimmt, doch dann nahm er seinen Hut und hörte sich das dann von Rainer Mühl dirigierte Lied am Ausgang an.

Neuer Dirigent und Musiker gesucht

Der nächste Termin mit Auftritt der Priener Liedertafel ist am Mittwoch, 27. Juli um 19 Uhr auf den Schären in Prien-Stock bei einer Andacht mit der evangelischen Pfarrerin Christine Wackerbarth.

Die Nachfolge von Willi Weitzel als Dirigent ist noch nicht endgültig geklärt, derzeit sind einige Vorstellungen von möglichen Nachfolgern bei den Proben. Im Übrigen können sich Frauen wie Männer, Alt und Jung bei Interesse an einem aktiven Mitsingen bei der Priener Liedertafel an Ute Günther, unter Telefon 0 17 2/ -36 52 273 7 wenden. Die Proben sind mittwochs um 19 Uhr im Atrium am Sportplatz.

Sänger kamen von weither

Georg Gilgenrainer gewährte einen Rückblick auf das Entstehen der Liedertafel, dazu hieß es zur Gründung: „Am 24. September 1852 fand sich in Prien eine Gruppe lied- und gesangsbegeisterter Männer zusammen und gründete den Chiemgauer Musikverein mit Chorleiter Hetzner und dem Vorsitzenden Baumann.

Das Interesse war groß. Von weither kamen Sänger und Musikanten regelmäßig zu den Proben – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit der Kutsche. Der Musiker Ellmann fand sich nach den Überlieferungen immer pünktlich zu den Proben zu Fuß aus Söllhuben ein, die Bassgeige auf den Rücken gebunden und in der Hand eine Zither“.

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