Nach Niederlage fließen Tränen

Martin Bartlweberlöst in Seeon-Seebruck Bernd Ruth ab. re

Seeon-Seebruck – Während in den Reihen der Freien Wähler der Jubel um den Wahlsieg von Martin Bartl-weber (53,6 Prozent) als neuer Bürgermeister der Gemeinde Seeon-Seebruck ungebrochen ist, herrscht bei der CSU große Enttäuschung und Betroffenheit.

Wie berichtet, schaffte es der amtierende Bürgermeister Bernd Ruth mit 46,4 Prozent nicht mehr in den Rathaussessel. Seinen Arbeitsplatz im Rathaus soll Ruth bereits gestern Vormittag geräumt haben und dabei geäußert haben: „Dieses Haus betrete ich nicht mehr.“ Gegenüber der Chiemgau-Zeitung wollte Ruth keine Stellungnahme abgeben. Ruth habe noch jede Menge Urlaubstage und hätte nach der Wahl ohnehin einen dreiwöchigen Urlaub angetreten, sagte der CSU-Ortsvorsitzende und Fraktionssprecher, Sepp Daxenberger. Ruth sei gestern Vormittag ihm gegenüber „relativ sortiert“ gewesen und habe das Rathaus unter Tränen der Belegschaft verlassen. Bis zur Amtsübernahme des neuen Bürgermeisters in sechs Wochen sei jetzt die Zweite Bürgermeisterin Martha Gruber (FW) gefordert, die Amtsgeschäfte zu führen.

Nicht nur Daxenberger bedauert es, dass es Ruth nicht mehr geschafft hat. „Wir haben es uns erhofft, dass es Ruth wieder schaffen wird, aber wir können das Rad nicht mehr zurückdrehen.“ Er sei zutiefst enttäuscht, dass die hervorragende Arbeit des Bürgermeisters in den vergangenen sechs Jahren nicht wertgeschätzt worden sei, erklärte Daxenberger. Auch bei seinen Fraktionskollegen und Parteifreunden herrschte am Wahlabend tiefe Betroffenheit: „Viele haben es nicht glauben können und telefonisch noch einmal nachgefragt“, so Daxenberger.

Während die Freien Wähler bei Gemeinderat Norbert Maier in Perading ihren Bürgermeister feierten, hatte sich die CSU im kleinen Kreis in der Schreinerei Daxenberger in Seeon getroffen. Auch hier sollen Daxenberger zufolge Tränen geflossen sein. Der neue Bürgermeister, Martin Bartl weber, hat noch am Wahlabend angekündigt, dass es jetzt wichtig sei, die anderen 46 Prozent von der Arbeit der Freien Wähler zu überzeugen und das Wahlversprechen in den nächsten sechs Jahren relativ zügig umzusetzen. Sowohl am Wahlabend als auch gestern wollte sich Bernd Ruth auf unsere Anfrage hin zum Ausgang der Wahl nicht äußern. ga

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