Nach Jahrzehnten gibt es in Gstadt wieder Bauland für Einheimische

Um bauen zu können, müssen das Waldgrundstück gerodet und Ausgleichsfläche geschaffen werden.
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Um bauen zu können, müssen das Waldgrundstück gerodet und Ausgleichsfläche geschaffen werden.
  • vonHans Thümmler
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Es hat gedauert, aber nun kann die Gemeinde Gstadt ein Grundstück erschließen, um es in etwa zwei Jahren Einheimischen als Bauland zur Verfügung zu stellen. Laut Bürgermeister Johann Hainz stehen die Behörden hinter dem Projekt.

Gstadt – Nach mehreren Jahrzehnten gibt es in der Gemeinde Gstadt wieder die Möglichkeit, Bauland für Einheimische auszuweisen.

Der Gemeinderat billigte in der jüngsten Sitzung einstimmig den Vorschlag von Bürgermeister Bernhard Hainz (Freie Wähler) das Baugebiet „Am Maierholz“ zu erweitern und voraussichtlich sechs Wohngebäude auf Gemeindegrund für Gstadter Bürger auszuweisen.

Abstimmung mit Naturschutzbehörde

Hainz bedauerte, „dass es immer weniger Landwirte gibt, die den Gemeinden Grund zur Verfügung stellen“. Die Gemeinde werde laufend nach Bauland für Einheimische gefragt. Man habe sich daher entschieden, einen anderen Weg zu gehen, um an solches Bauland zu kommen: Der Bebauungsplan „Am Maierholz“ beinhaltet eine private Grünfläche im nördlichen Hangbereich.

Das potenzielle Baugebiet „Am Maierholz“ in Gstadt aus der Luft: Der Lageplan sieht im oberen Bereich die mögliche Ausweisung von sechs Wohngebäuden für Einheimische vor. Gemeinde Gstadt

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„Diese Fläche gehört der Gemeinde, ist voll bewaldet und auch für den Naturhaushalt nur von geringer Bedeutung“, erklärte Hainz. Somit könnte eine Nutzungsänderung der bisherigen Grünfläche als Bauland in der Größenordnung von rund 4 700 Quadratmeter möglich sein.

„Aufgrund der notwendigen Rodung des Waldes müsste in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde an anderer Stelle ein Ausgleich erfolgen“, erklärte Heinz.

Zwei Fraktionen, ein gemeinsames Ziel

Bei den Behörden, so Hainz, habe er im Vorfeld ein offenes Ohr für das Vorhaben gefunden. Die Verwaltung sei dabei, für die Prüfung der Grundstücke Planungsleistungen zu vergeben.

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„Es werden jedoch bis zur Genehmigungsreife mit Sicherheit bis zu zwei Jahre vergehen“, stellte Hainz klar.

Das Gremium war nach einer breit angelegten Debatte dafür, das Vorhaben weiter zu verfolgen. In einer der nächsten Sitzungen soll ein Aufstellungsbeschluss für die Erweiterung des Bebauungsplanes gefasst werden.

In der Debatte war das Gremium einhellig froh, das Vorhaben auf den Weg zu bringen und dass sich beide Fraktionen im Gemeinderat, Bürgerliste und Freie Wählergemeinschaft, dieses Ziel gemeinsam auf die Fahnen geschrieben haben.

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