Nach einem „Gefühls-Tsunami“ kommt endlich die Zusage

Die neue Rektorin Stephanie Brunnhuber freut sich auf neue Anforderungen in Ruhpolding.
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Die neue Rektorin Stephanie Brunnhuber freut sich auf neue Anforderungen in Ruhpolding.

Ruhpolding –. Mit etwas gemischten Gefühlen hat sich Stephanie Brunnhuber in Richtung Rauschberg auf den Weg gemacht: Die 47-jährige Erlstätterin tritt mit Schuljahresbeginn ihren Dienst als Rektorin der Grund- und Mittelschule an der Branderstraße an.

Funkstillewegen Corona

Nach einer kleinen Einführungsfeier im Beisein von Kollegium und Bürgermeister Justus Pfeifer geht es dann tags darauf an den offiziellen Unterrichtsstart. Brunnhuber löst Lydia Großpietsch ab, die als künftige „Ruheständlerin“ ehrenamtlich als Stadtheimatpflegerin in der Großen Kreisstadt tätig sein wird.

Der Weggang von Brunnhuber nach neunjähriger Leitung der Grundschule in Grabenstätt, rief dort allgemeines Bedauern, aber auch Verständnis für die persönliche Entscheidung hervor (wir berichteten). Die zweifache Mutter ist verheiratet, sitzt für die Freien Wähler im Gemeinderat ihres Wohnorts und engagiert sich als Dialektbeauftragte, Personalrätin und Vorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft KEG.

Auf den positiven Bescheid, die Schulleitung für den im Vergleich zu Grabenstätt bedeutend größeren Lehrkomplex übernehmen zu können, musste Brunnhuber allerdings länger warten, als ihr lieb war.

Bereits Mitte Februar hatte sie sich auf die Stellenausschreibung im Oberbayerischen Schulanzeiger beworben. Dann kam Corona und mit der Pandemie monatelange Funkstille: „Da sitzt du wie auf Kohlen mit der Ungewissheit, das nagt ganz schön an den Nerven“, beschreibt sie rückblickend ihren durchlebten Gefühls-Tsunami. Erst Mitte Juni, nach Bewerbungs- und Auswahlgesprächen, zeichnete sich eine Entscheidung zu ihren Gunsten ab.

Umso mehr freut sich die bekennende Dialektsprecherin jetzt auf ihre neue Aufgabe, die allein schon von der Dimension her höhere Anforderungen stellt. Immerhin werden an der Ruhpoldinger Schule etwa 300 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, doppelt so viele wie in Grabenstätt, was natürlich auch ein entsprechend angepasstes Lehrerkollegium bedingt. Alles zu einem konstruktiven, begeisternden Miteinander zusammenzufügen, ist eines ihrer vorrangigen Ziele, wie sie sagt.

Freilich hätte sich die neue Rektorin einen reibungslosen Start ohne die aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen gewünscht, die vom bayerischen Kultusministerium in einem Drei-Stufen-Plan ausgegeben wurden. „Aber auch diese He rausforderung werden wir gemeinsam meistern“, meint sie zuversichtlich.

In ihrer Zeit als aktive Skirennläuferin hat sie gelernt, Aufgaben engagiert anzupacken.

Dieser Wesenszug zeichnet sie heute im beruflichen Leben aus. Dass sie jetzt ihr Beruf ausgerechnet an den Ort zurückführt, der ihr früher einmal als Trainingsstätte diente, bezeichnet sie fast schon als Schicksalsfügung.

Zumal hier die besten Vo raussetzungen gegeben sind, die sportliche Infrastruktur für schulische Zwecke zu nutzen. Diesen Aspekt wird Stephanie Brunnhuber bestimmt nicht ungenutzt lassen. slu

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