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„Klimawandel macht sich bemerkbar“

Nach 32 Jahren – Wasser in Schlechinger Ortsteil Ettenhausen wird teurer

Die Steuerung der UV-Anlage des Wasserbeschaffungsverband ist während eines Unwetters zerstört worden und musste ersetzt werden.
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Die Steuerung der UV-Anlage des Wasserbeschaffungsverband ist während eines Unwetters zerstört worden und musste ersetzt werden.
  • VonSybilla Wunderlich
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Vor dem Fall der Berliner Mauer sind die Preise im Wasserbeschaffungsverband Ettenhausen das letzte Mal erhöht worden. Nun sind höhere Preise unumgänglich. Und auch der Klimawandel macht den Schlechingern zu schaffen.

Schleching – Auf der Verbandsversammlung vom Wasserbeschaffungsverband Ettenhausen, kurz WBV, berichtete Vorstand Martin Schwaiger über die Wirtschaftsjahre 2019 und 2020. Nach seinem Vortrag und dem Bericht über die vielen Investitionen, war klar, dass eine Gebührenerhöhung unumgänglich ist.

Die letzte Erhöhung sei 1988 gewesen, also sei seit 32 Jahren der gleiche Preis berechnet worden. Das sei nur durch den unermüdlichen Einsatz der jeweiligen Vorstandschaft möglich gewesen. Rund 700 000 Euro seien in dieser Zeit in den Erhalt und Neubau der Anlagen investiert worden, so Schwaiger.

Vielfältige Ausgaben und Mehrkosten

In den vergangenen beiden Jahren setzte sich dies fort. So musste eine Strom- und Telekom-Leitung vom Großnweg bis zum Hochbehälter verlegt werden, berichtete der Vorstand. Zudem seien für 140 000 Euro eine UV- und Ultrafiltrationsanlage in den Hochbehälter eingebaut worden. Diese verursache weitere jährliche Mehrkosten für Wartung und Strom von zirka 3 000 Euro jährlich. Außerdem habe die Quelle sechs durch einen Fachbetrieb saniert werden müssen, wodurch Kosten von circa 75 000 Euro entstanden seien.

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Um die vielen Investitionen und gestiegenen Kosten zu kompensieren, hatte sich die Vorstandschaft des WBV viele Gedanken gemacht und Vergleiche angestellt, um eine möglichst moderate und gleichmäßige Verteilung der Erhöhung zu erreichen.

So sehen die Preise aus

Man entschied sich daher für folgendes Szenario: Die Anschlussgebühr je Kubikmeter umbauter Raum beträgt 5,40 Euro statt vorher 3,60 Euro. Außerdem steigt die Grundgebühr je Wohneinheit oder Nutzungseinheit von 51 Euro auf 75 Euro im Jahr. Ebenso steigt der Trinkwasserpreis bei über 150 Kubikmeter je Wohneinheit von 0,26 auf 0,40 Euro. Hinzu kommt eine Preissteigerung der Zählergebühr von 10 auf 15 Euro im Jahr. Die neuen Gebühren werden erstmals für die Abrechnungsperiode vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 berechnet.

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Die in ausreichender Anzahl anwesenden Mitglieder stimmten ohne Gegenstimme den Erhöhungen zu. Der Mitgliederstand am 1. Januar 2021 betrug 197 Hausanschlüsse.

Martin Schwaiger berichtete von den jährlichen Routinearbeiten für die Zeit 2019 und 2020. Zu den diversen wöchentlichen und monatlichen Kontrollen der gesamten Anlagen kam die vierteljährliche Trinkwasseruntersuchung. 28 Mal erfolgte eine Lecksuche mit Absperrungen.

Lange Trockenheit durch Klimawandel

Schwaiger berichtete, dass sich der Klimawandel mit langer Trockenheit, wenig Regen und wiederum extremen Niederschlägen auch bei der Quellschüttung bemerkbar macht. Die entnommene Wassermenge betrug rund 50 000 Kubikmeter.

Martin Schwaiger berichtete über die Wasserverluste, die am häufigsten, nämlich in 95 Prozent der Fälle bei defekten Hausleitungen zu finden sind. Insgesamt war ein Verlust von 9,3 Prozent zu verzeichnen.

Der Härtebereich des Trinkwassers liegt bei „2“ laut Waschmittelgesetz (11,1 dH mittelhart). Die quartalsmäßigen Trinkwasseruntersuchungen waren ohne Beanstandung.

Blitzeinschlag hat Schäden verursacht

Martin Schwaiger berichtete weiter von Arbeiten am Versorgungsnetz und Holzfällarbeiten am Hochbehälter mit Spezialfahrzeugen. Im September 2020 sei die komplette Steuerung der UV- und UF-Anlagen durch Blitzeinschlag zerstört worden und musste ersetzt werden.

Kassier Josef Zaiser verlas den Kassenbericht und erhielt kräftigen Applaus, auch für 52 Jahre unermüdliche, ehrenamtliche Arbeit für den Verband, davon 48 Jahre als Kassier. Die Kassenprüfer Hartmut Rihl und Ludwig Schlagbauer bescheinigten ihm saubere und korrekte Buchführung.

Zweiter Vorstand, Josef Loferer Junior bedankte sich bei Martin Schwaiger und seinen Kollegen für den umfangreichen und persönlichen Einsatz für den Verband.

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