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Ehemann kümmert sich um Zwillinge

Mutterschutz beendet: Irene Biebl-Daiber (CSU) wieder als Bürgermeisterin in Bernau im Amt

Irene Biebl-Daiber
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Irene Biebl-Daiber
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Vier Monate Mutterschutzpause sind vorbei, zum 31. Juli ist Bernaus Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) wieder zu ihren Amtsgeschäften zurückgekehrt. In den kommenden acht Monaten kümmert sich Ehemann Christian A. Biebl daheim um die vier Monate alten Zwillinge Ludwig Alexander und Paul Josef. Schonfrist gibt es indes für die Bürgermeisterin nicht, es gibt viel zu tun.

Die OVB-Heimatzeitungen haben sich mit ihr über die anstehenden Aufgaben unterhalten.

Frau Biebl-Daiber, wie fühlt es sich an, wieder im Rathaus zurück zu sein?

Irene Biebl-Daiber : Gut. Ich bin am Samstag, 31. Juli, mit einer Trauung gestartet, ich hatte das dem Paar versprochen. Das war natürlich ein super Beginn. Die ersten Tage im Rathaus waren dann ein bisschen stressig, ich hatte viele Termine, teilweise im Halbstundentakt. Jetzt lichtet sich das aber langsam wieder. Ich möchte der Verwaltung und meinen Stellvertretern Gerhard Jell (CSU) und Franz Praßberger (ÜWG) ein herzliches Danke sagen, für ihre gute Arbeit in meiner Abwesenheit. Gerhard Jell hat mich zum Teil mehrfach täglich angerufen und auf dem Laufenden gehalten, deshalb bin ich in den Themen so gut drin, als wäre ich nicht weg gewesen. Zum Schluss hat er schon die Fütterungszeiten der Kinder gewusst... (lacht). Der ein oder andere Spaziergang von mir hat natürlich auch am Rathaus vorbeigeführt.

Sie waren in der Zeit des Mutterschutzes trotzdem auch immer gut erreichbar, wie ist es Ihnen damit ergangen?

Biebl-Daiber: Das war durchaus eine Herausforderung. Am Anfang haben die Kinder viel geschlafen. Aber sie werden natürlich immer aktiver. Wir haben die super Situation, dass Oma und Opa unterstützen. Die Kinder sehr zufrieden und pflegeleicht.

Und wie geht es Ihnen jetzt damit, wieder in Vollzeit zu arbeiten?

Biebl-Daiber: Ich kann meine Termine koordinieren und so legen, dass ich Mittag bei den Kindern bin, das ist eine Frage der Organisation. Aber natürlich vermisse ich sie. Bei Abendterminen schaue ich, dass ich die Kinder noch ins Bett bringen kann. Außerdem wechsle ich mich mit meinen Stellvertretern ab, das funktioniert gut. Allerdings wurden jetzt so viele ausgefallenen Versammlungen nachgeholt, dass oft selbst drei Bürgermeister nicht genug waren.

Welche wichtigen Themen stehen in der Gemeinde an?

Biebl-Daiber: Wir müssen uns Gedanken über die Sanierung und das Konzept für das Haus des Gastes machen, das ein Haus für Bürger werden soll. Im Oktober wollen wir im Gemeinderat endlich unsere Klausur zum Thema Ortsentwicklung durchführen.

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Im Gemeinderat wurde auf die Dringlichkeit der Klausur mehrfach verwiesen, wenn es um Umnutzungen von Wohnungen in Ferienwohnungen ging ...

Biebl-Daiber: Da geht es um viel mehr, zum Beispiel wo könnte man sich Baugebiet vorstellen und wo nicht mehr. Wir müssen vonseiten der Verwaltung dem Gemeinderat unsere Liegenschaften näherbringen, da muss viel saniert werden, das ist ein riesiger Kostenpunkt. Auch Straßensanierungen stehen an.

Hohe Wohnungsnachfrage und Bauland bewegen die Bernauer natürlich sehr stark, bekommen Sie dies zu spüren?.

Biebl-Daiber: Ich werde darauf oft angesprochen. Wir haben uns auch schon Gedanken gemacht. In der Sitzung im September will ein Bauwerber ein Projekt vorstellen, Wohnraum über seinen Märkten zu schaffen. Genau solche Konzepte brauchen wir, wir müssen vorsichtig umgehen mit den Flächen, die da sind. Im Gemeinderat müssen wir überlegen, was vorstellbar ist.

Bei der Tragweite der Themen werden zwei Tage Klausur sehr kurz werden, was meinen Sie?.

Biebl-Daiber: Wir dachten daran, noch eine Klausur zu machen. Wenn das wegen Corona nicht möglich sein sollte, werden wir einzelne Themen an mehreren Abenden abarbeiten müssen. Es wäre gut, wenn das in Präsenz möglich wäre. Da kann man einfach besser frei diskutieren und Ideen sammeln und dazu den Flächennutzungsplan an die Wand hängen. Online ist dafür nicht top geeignet.

Was sind weitere dringende Themen?

Biebl-Daiber: Die Schule muss barrierefrei ausgebaut werden und ab dem Jahr 2026 soll Anspruch auf eine Ganztagesbetreuung bestehen ab der ersten Klasse. Wir müssen uns über ein Raumkonzept Gedanken machen und darüber, ob sich die rechtliche Form der Mittagsbetreuung ändert. Dazu soll der Arbeitskreis aus der letzten Legislatur wieder ins Leben gerufen werden.

Im Gemeinderat werden immer wieder kritische Stimmen zur Länge der Gemeinderatssitzungen laut, gibt es Pläne, wie dies geändert werden könnte?

Biebl-Daiber: Ich würde das Thema gerne angehen, wie Sitzungen entschlackt werden könnten. Eine Überlegung wäre auch, häufiger Termine anzuberaumen, allerdings wäre das ein Riesenaufwand für die Verwaltung. Wie es momentan läuft, ist es schwierig und für die ehrenamtlichen Gemeinderäte auf Dauer nicht machbar.

Ich möchte auch nicht mehr Kompetenzen an mich ziehen, da muss man im Gemeinderat miteinander eine Lösung finden. Ich möchte auch die Diskussionen nicht einschränken, da entstehen viele Ideen und es ist wichtig, viele Meinungen zu hören.

Apropos Verwaltung, dort stehen maßgebliche personelle Veränderungen an. Bringt sie das angesichts der vielen Arbeit in eine schwierige Situation?

Biebl-Daiber: Zeitlich ist das ungünstig für die Verwaltung, da herrscht auch ein wenig Unruhe und Unsicherheit. Ich verstehe das, aber es wird auch wieder weitergehen. Frau Daxlberger und mir ist an einer guten Übergabe der Geschäftsleitung gelegen und ich bin ihr dafür dankbar. Ich bin ja zwölf Jahre lang im Gemeinderat und kann ganz gut erklären, um was es bei den einzelnen Themen geht. Das rechtliche Fachwissen muss die Geschäftsleitung mitbringen.

Wirkt sich der Wahlkampf vor den Bundestagswahlen durch Mehrarbeit in der Verwaltung aus?

Biebl-Daiber: Ja, aber den Mehraufwand hatten wir jetzt gut organisiert. Jetzt kommt aber noch das Volksbegehren, den Landtag abzuberufen, dazu und das im Zeitraum nach der Bundestagswahl (Volksbegehren zur Abberufung des Landtags, Anm. d. Red.). Da hatten sich viele Kollegen schon Urlaub eingetragen. Hinzu kommt, dass wir auch im Einwohnermeldeamt eine Kollegin in Mutterschutz haben und noch nicht ersetzen konnten. Zur Not werde ich einfach beim Eintragen in die Wahllisten helfen beim Volksbegehren.

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