Anwohner und Gemeinderat sind gegensätzlicher Meinung

Muss Haindlstraße ausgebaut werden?

Die Haindlstraße soll erschlossen werden. Gegenwehr kam von den Anliegern wegen der geforderten Breite und auch deswegen, weil der Besitzer des linken Hauses sich eigentlich nicht an den Ausbaumaßnahmen beteiligen muss. Er hat sich allerdings im Gespräch mit Bürgermeister Kamm bereit erklärt, einen entsprechenden Anteil der Kosten tragen zu wollen. Wegscheider
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Die Haindlstraße soll erschlossen werden. Gegenwehr kam von den Anliegern wegen der geforderten Breite und auch deswegen, weil der Besitzer des linken Hauses sich eigentlich nicht an den Ausbaumaßnahmen beteiligen muss. Er hat sich allerdings im Gespräch mit Bürgermeister Kamm bereit erklärt, einen entsprechenden Anteil der Kosten tragen zu wollen. Wegscheider

Siegsdorf - Die Gemeinde plant die Erschließung der Haindlstraße und beabsichtigt, diese auszubauen. Dies war erneut Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Am 2. April gab es eine Anliegerversammlung, bei der das Vorhaben der Gemeinde detailliert dargestellt wurde. Dabei gab es heftige Gegenwehr zur geplanten Maßnahme der Herstellung der Erschließungsstraße und man fasste abschließend die Entscheidung, dass sich der Bauausschuss direkt vor Ort ein Bild von der Situation machen sollte.

Grundsätzlich hegen die Anwohner Zweifel gegen diese Baumaßnahme der Erschließung und darüber hinaus erscheint ihnen die Ausbaubreite von 4,50 Metern als viel zu breit. "Eine solche 'Autobahn' verleitet ja schon zum Rasen", so deren einhelliger Tenor. Im Bebauungsplan "Alzing - Bad Adelholzen" ist die Straßenbreite der öffentlichen Verkehrsfläche mit sechs Metern formell festgesetzt. Der ausgewiesene Straßengrund ist bereits im Eigentum der Gemeinde. Die Festsetzungen des Bebauungsplanes waren den Anliegern bekannt. Im Verlauf der Anliegerversammlung kam die Anregung, dass doch zumindest die Fahrbahnbreite nochmals überdacht werden sollte.

Der Bautechniker der Gemeinde, Franz Hell, ermittelte daraufhin nochmal die Kosten, die bei einer Verschmälerung der Fahrbahn um einen halben Meter einzusparen wären. Letztlich sind das 28 Euro pro Meter Straße, was eine Gesamteinsparung von etwa vier Prozent der Gesamtkosten bringen würde. Allerdings würde im Gegenzug bei insgesamt vier Meter Breite ein ordnungsgemäßer Begegnungsverkehr von zwei Pkw nicht mehr möglich sein.

Bei der Ortseinsicht des Bauausschusses wurde festgestellt, dass es sich hier um eine Bergstrecke handelt und eine Reduzierung der Ausbaubreite auf 4,30 Meter gerade noch vertretbar sei. Ausgehend von einer Breite der Asphaltfläche von vier Metern ergibt sich zuzüglich der Randeinfassungen eine gesamte Breite von 4,30 Metern. Im Zuge des Straßenbaus sind auch die Vorkehrungen für die Straßenbeleuchtung zu treffen (Leitungen und Fundamente), die Aufstellung der Masten können dann zum gewünschten Zeitpunkt in Rücksprache mit den Anliegern errichtet werden.

Der Bauausschuss vertrat einstimmig die Meinung, dass die Gemeinde ihrer Verkehrssicherungspflicht in vollem Umfang nachkommen muss. Gerade deshalb, weil es sich hier um eine Bergstrecke mit Kurve handelt, die auch im Winter bei widrigen Schneeverhältnissen ordentlich befahrbar sein muss. Eine angemessene Erschließung war damals Grundvoraussetzung für die Bebaubarkeit der Grundstücke und dazu gehört auch die Straße, gerade auch im Hinblick auf einen gesicherten Rettungsweg.

Hias Landler (SCU) berichtete davon, dass die Anwohner nicht prinzipiell gegen den Ausbau sind. Unverständlich sei für sie nur die Situation eines Anwohners im Außenbereich, dessen Haus sich als einziges auf der anderen Seite der Straße befindet und der nicht zur Zahlung herangezogen werde. "Er kann sein Grundstück nur über diese Straße erreichen oder per Hubschrauber, muss aber nicht zahlen. Das verstehe wer will, ich jedoch nicht", so Landler.

Bürgermeister Kamm entgegnete, dass sich die beiden Gebäude des Anwohners im Außenbereich befinden und dies anders zu behandeln sei. Er habe bereits ein Gespräch mit ihm geführt, der daraufhin auch signalisierte, sich an den Kosten beteiligen zu wollen.

Die Gesamtmaßnahme wird zu 90 Prozent auf die Anwohner umgelegt und zehn Prozent zahlt die Gemeinde.

Nach längerer Diskussion stimmten die Gemeinderäte einstimmig der Erschließung der Haindlstraße zu. wet

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