Musikschule: „Qualität kostet Geld“

Ein Aushängeschild der Grassauer Musikschule ist die „Knopf-Soatn-Blech-Blosn“, die beim „Löwenhoagart“ ihr Können unter Beweis stellte. Auf dem Tisch in der Mitte ist auch der „Wasserburger Löwe“, den die fünf jungen Musiker erhielten, zu sehen. tb

Fast 1000 Schüler hat die Musikschule Grassau mit ihren Zweigstellen. In der Marktgemeinderatssitzung blickte Musikschulleiter Wolfgang Diem positiv auf das vergangene Jahr, das von vielen musikalischen Erfolgen gekrönt war. Der Rat genehmigte einstimmig den Musikschulhaushalt und die Übernahme des Defizits von 145000 Euro.

Grassau – Durch den Zusammenschluss der sieben Musikschulgemeinden Grassau, Bernau, Marquartstein, Reit im Winkl, Schleching, Staudach-Egerndach und Unterwössen könnten die 40 Lehrer ein umfangreiches musikalisches Angebot bieten, betonte Diem. Mittlerweile gebe es über 60 verschiedene Musikgruppen.

Viele Wettbewerbserfolge wurden erreicht, so gewann die „Knopf-Soatn-Blech-Blosn“ den „Wasserburger Löwen“, Johannes Weber und Lukas Auer erzielten beim alpenländischen Harmonikawettbewerb in Flach au das Prädikat „sehr gut“, die siebenjährige Alicia Pfaffinger wurde Violinistin im Mozart-Kinderorchester und die Jugendkapelle Unterwössen erhielt die Bewertung „sehr gut“ beim Wertungsspiel in Ainring. Mit ersten Preisen wurden 14 Jugendliche beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ ausgezeichnet, sieben davon zum Landeswettbewerb weitergeleitet.

Diem informierte auch, wie wichtig die Stiftungen und das Fördersystem sind, dankte der Wolfgang-Sawallisch Stiftung für die Förderung junger Talente, wie auch der Karl-und-Erna-Eigner-Stiftung für die Unterstützung von Ensembles und die Vergabe von Stipendien. Weitere Unterstützer seien die „Gunter-und-Waltraud-Greffenius-Stiftung“, die „Münchner Jugend-Musikstiftung“ und die „Middeler-Stiftung sowie der Lions Club Marquartstein und der Förderverein Reit im Winkl. Alleinstellungsmerkmal der Musikschule sei etwa die Arbeit in der Fläche, also in sieben Gemeinden, womit man über sieben Jugendkapellen, sieben Chöre und sieben Blasmusiken verfüge. Somit sei die Musikschule eine Mischung aus Talentschmiede und Anbieter einer umfangreichen Grundversorgung. Eine Investition in die Musikschule sei sehr nachhaltig und qualitativ hochwertig.

„Qualität kostet Geld“, merkte VerwaltungschefOtto Dufter an, als er den Musikschulhaushalt vorlegte. Im Verwaltungshaushalt werde 2019 mit Einnahmen von 1,057 Millionen Euro gerechnet. Aus den Mitgliedsgemeinden kommen 305 000 Euro, die Gebühren für den Unterricht liegen bei 490 000 Euro. Vom Freistaat erhält die Musikschule eine Förderung von 135 000 Euro und vom Kreis 82 000 Euro.

Den Einnahmen von 1,057 Millionen stehen Ausgaben von 1,2 Millionen Euro gegenüber, wobei die Angestelltenvergütung für die 40 Lehrkräfte und das weitere Personal mit 1,16 Millionen Euro zu Buche schlagen. Somit verbleibe ein ungedeckter Betrag von 145 000 Euro. Grund seien vor allem gestiegene Personalkosten (62 000 Euro), unter anderem wegen Tariferhöhungen und der Übernahme von Honorarkräften in ein Angestelltenverhältnis. Über die letzten Jahre gesehen, habe die Musikschule im Mittel ein Defizit von circa 170 000 Euro gehabt.

Ob sich die Synergieeffekte des Zusammenschlusses finanziell auswirken, wollte Olaf Gruß (SPD) wissen. Das Defizit, so Diem, wäre ohne die Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden noch höher. Bürgermeister Rudi Jantke befand, dass der Wert, der aus der Musikschule zurückkomme, nicht in Euro zu bemessen sei. Ohne weitere Diskussion wurde der Musikschulhaushalt genehmigt.

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