Musikkapelle Bernau beginnt wieder zu proben: Kondenswasser muss jeder selbst entsorgen

Albert Osterhammer (rechts) übt in Zehner-Gruppen und mit großem Sicherheitsabstand mit den Musikern der Blaskapelle Bernau.
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Albert Osterhammer (rechts) übt in Zehner-Gruppen und mit großem Sicherheitsabstand mit den Musikern der Blaskapelle Bernau.

Bernau – Es ging noch etwas zäh beim ersten Probenabend der

Musikkapelle Bernau nach dem Corona-Lockdown. Dirigent Albert Osterhammer hat aber dafür Verständnis, dass die ersten Stücke nach drei Monaten noch nicht perfekt geklungen haben.

Eine gewöhnungsbedürftige Vorgabe für Kapelle, damit sie überhaupt wieder gemeinsam in einem Raum üben dürfen, ist ein Mindestabstand von drei Metern zueinander. Sonst sitzen die Musikanten beim Proben und bei Konzerten Schulter an Schulter, da klingt es ganz anders, erklärt Osterhammer im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Pause zwischen den Proben zum Lüften

Zwei Gruppen mit je zehn Musikanten können jetzt hintereinander jeden Dienstag Abend proben. Mehr gibt die Größe des Probenraums nicht her. Begegnen sollen sich die Gruppen auch nicht, zwischen den Übungsstunden muss lange und gründlich gelüftet werden.

Die Musikkapelle Bernau besteht eigentlich aus 50 Aktiven. „Wir hätten so viel vorgehabt“, blickt Osterhammer etwas traurig auf den ursprünglichen Jahreskalender. Einige Termine sind schon ersatzlos gestreichen, für andere wird noch nach Ersatz gesucht.

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Immerhin haben der Dirigent und seine Truppe ein konkretes Ziel: Anfang Juli soll im Kurpark, wie in „normalen“ Jahren auch, das erste Standkonzert der Sommersaison gespielt werden – natürlich in kleiner Besetzung wie in den Proben und mit gebührendem Sicherheitsabstand im Publikum. Die Bänke vor dem Musikpavillon haben Mitarbeiter der Gemeinde schon weit genug auseinander platziert. Bis zu 100 Zuhörer finden dort Platz, so viele, wie die Corona-Regeln im Freien momentan zulassen.

In der dreimonatigen Zwangspause hat Osterhammer versucht, seine Musikanten online zu betreuen. Auf der Plattform Zoom übte er mit Freiwilligen die Stücke, die für dieses Frühjahr sowieso im Probenplan standen. Der Musikanten zuhause hörte dabei nur sich selbst und den Dirigenten mit einem seiner Instrumente. Mit dieser Lösung schloss Osterhammer Störgeräusche anderer Beteiligter durch längere Internet-Übertragungszeiten aus. Diese Art der Proben brachte dann sogar den Chef selbst an seine Grenzen. „Ich habe immer eine Stunde am Stück gespielt, mehr hälst du nicht durch.“

Zu den Proben dienstags bringen alle ihre eigenen Instrumente mit, deshalb erledigt sich die Frage des Desinfizierens von selbst. Aber es gibt andere Vorschriften. Zum Beispiel muss jeder Musikant das Kondenswasser, das sich beim Speilen bildet, selbst sammeln, zum Beispiel mit einem Einwegtuch, und dieses dann auch selbst an Ort und Stelle entsorgen. Dirk Breitfuß

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