Musikalische Förderung trägt Früchte

Beeindruckend waren die Klänge,die Lilian Pavlak ihrer Violine entlockte. lfl
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Beeindruckend waren die Klänge,die Lilian Pavlak ihrer Violine entlockte. lfl

Ein faszinierendes Stiftungskonzert boten die jungen, von der Musikschule der Sawallisch-Stiftung geförderten Musiker im Heftersaal. Das Publikum schwebte zwei Stunden zwischen Begeisterung und Erstaunen.

Grassau– Darauf, mit ihrem kindlichen Charme die Herzen zu gewinnen, müssen sich Alice Pfaffinger (8) und Julia Burkali (7) nicht verlassen. Musikschulleiter Wolfgang Diem hatte als Moderator vorgewarnt: Alicia ist das jüngste bayerische, Julia das jüngste Salzburger Mitglied im Mozart-Kinderorchester der Stiftung Mozarteum. Nach einem schnellen „Back to Ireland“ von Alexev Igudesmann ließen sich die jungen Violinistinnen selbstbewusst für ihren Auftritt feiern.

Schon da stand fest, es würde ein ganz besonderer Abend werden. Die auf der Bühne herrschende Anspannung und Konzentration erfasste die Zuhörer. Beeindruckend waren die Burleske von Manfred Sternberger und das Andante von Charles Guonod, die Hornist Ferdinand Spitzer und Leo Huber am Flügel spielten – ihr Wettbewerbsstück für „Jugend musiziert“ in der Altersklasse 2 der Duo-Wertung.

Den ersten Preis in der Klaiver-Duo-Wertung im Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ geholt haben Katharina Hackl aus Bernau und Evelyn Rupp aus Bergen. Jetzt erfreuten sie und ihre Musiklehrerin Catalina Popovici vierhändig mit einer Polka von Schostakowitsch.

Ein Instrumentalstück aus dem Barock von Georg Friedrich Händel spielte Lena Kurfer auf der Harfe. Die 16-Jährige hatte, seit sie im Vorjahr mit den „Seewind-Harfendirndln“ den Wasserburger Löwen gewonnen hat, einige Live-Auftritte und Studioaufnahmen beim BR. Neu im Gitarrentrio der Dirndln zwischen 16 bis 18 Jahren ist die 14-jährige Marlies Hacher. Das Quartett, zuhause in Klassik, Moderne und Volksmusik, überzeugte mit Pachebels Kanon.

Von der Geige kommt Martin Reiser, der auf dem Waldhorn die „Romance“ von Camille Saent Säens spielte und von Stefan Unterhuber am Klavier begleitet die Feinheiten der Melodie sehr schön vermittelte.

Die Klavierbegleitung für Miriam Netzer übernahm ihre Schullehrerin Elke Gebauer. Die Neuntklässlerin am Landschulheim Marquartstein spielte auf ihrer Violine Beethoven.

Besonderen kräftigen Beifall bekam Hannah Kink mit ihrer Querflöte. Schon 2017 siegte sie im Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“, und im Vorjahr legte sie das silberne Leistungsabzeichen in den Prüfungen für Musiker ab. Sie spielte die „Rhapsodie“ für Violine des Vittorio Monti, begleitet von Musiklehrerin Catalina Popovici am Klavier.

Den 13-jährigen Schlagzeuger Jakob Ngom plagte zunächst sicht- und hörbar das Lampenfieber. Doch schon nach ein paar Takten wurde klar, er lebt den Rhythmus.

Seinen ersten Auftritt hatte das Posaunenquartett der Musikschule um Lehrer Johann Schmuck. Die jungen Musiker, darunter sogar Bundespreisträger von „Jugend musiziert“, begeisterten routiniert mit einer fetzigen Swing-Nummer, begleitet von Michael Keul am Schlagzeug.

Nach der Pause stand die „Knopf Soatn Blech Blosn“ an. Die fünf Musiker aus Marquartstein und Grassau sind fleißig auf den Bühnen unterwegs, seit sie 2018 den Wasserburger Löwen gewannen. An diesem Abend begeisterten sie so, wie sie es bereits bei dem von ihnen ausgerichteten Löwenhoagascht in Staudach getan hatten.

Virtuos und mit mitreißender Begeisterung strich Lilian Pavlak die Violine, begleitet von Klavierlehrerin Elisabeth Nagl. Ähnlich hochkarätige Mitmusikanten hatte sich Kilian Nißl gewählt. Im Trio mit Otto Dufter mit der Ziach und Musiklehrer Johann Schmuck auf der Posaune schmetterte er eine glasklare Trompete. Schneidig war sein Sololändler von Hans Kröll, mit dem er sich auf sein nächstes Leistungsabzeichen vorbereitet. Für feines „Finger G’spui“ erntete das gleichnamige Trio grandiosen Beifall.

Das Ende des Konzertes bestritten Aushängeschilder der Musikschule, die schon seit geraumer Zeit ihren Weg auch auf größeren Bühnen gehen: das Hornquartett der Musikschule, Kate Westermeier am Klavier, „Grass Brass“ oder Marlene Noichl, früher eine der Geförderten und jetzt selbst Musiklehrerin.

Zum Finale setzte ein Posaunenchor mit den Musiklehrern Wolfgang Diem und Johann Schmuck in den Reihen mit einem fetzigen „El Crangreja“ einen wunderbaren Schlusspunkt.

Die Zuhörer freuten sich nach dem Konzert, einen so wunderbaren musikalischen Abend erlebt zu haben. Viele zeigten sich erstaunt über die Leistungen der jungen Musiker. Andere freuen sich auf die musikalische Zukunft in der Region. Die Protagonisten des Abends können stolz auf sich sein, befand Musikschulleiter Wolfgang Diem. Auch wenn der Saal wegen der Schneelage nicht voll war – die Spendenkörbe zugunsten der Sawallisch-Stiftung waren am Ende gut gefüllt. Guten Anteil daran hatte auch der Lions-Club Marquartstein-Achental, der 1950 Euro beisteuerte.

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