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DAV will Besucherströme steuern

Neue Busroute für Bergsteiger: Aus München nach Schleching und Sachrang

Die Bergsteigerdörfer Schleching und Sachrang sollen künftig Münchener Wanderer per Bus empfangen.
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Die Bergsteigerdörfer Schleching und Sachrang sollen künftig Münchener Wanderer per Bus empfangen.
  • VonSybilla Wunderlich
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Überfüllte Wanderparkplätze vor allem an den Wochenenden: So schaut es auch rund um Schleching aus. Abhilfe verspricht nun der Deutsche Alpenverein mit einer neuen Busroute für Bergsteiger am München.

Schleching –Schon seine gesamte Amtszeit kümmert sich Bürgermeister Josef Loferer um Mobilität für Wanderer, ohne das eigene Auto nutzen zu müssen. Ganz besonders liege ihm das am Herzen, seit Schleching gemeinsam mit Sachrang vor vier Jahren den Titel „Bergsteigerdorf“ erhalten hat – bislang allerdings ohne Ergebnisse. Nun kommt Bewegung in die Sache und der Deutschen Alpenverein (DAV) München & Oberland wird aktiv.

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In Videokonferenzen haben die Bergsteigerdörfer Sachrang und Schleching gemeinsam mit dem DAV erörtert, wie eine nachhaltige Lösung aussehen könnte. Die Probleme des motorisierten Individualverkehrs zeigen sich gerade in Corona-Zeiten besonders intensiv.

Achental Tourismus mit im Boot

Von touristischer Seite bekommt Schleching Unterstützung von Elisabeth Keihl, Geschäftsführerin des Achental Tourismus. Im Rathaus engagiert sich Geschäftsleiterin Regina Mayer in enger Abstimmung mit Bürgermeister Loferer für den Fortschritt bei den kommunalen Zielen.

Was von staatlicher Seite bisher nicht geschafft wurde, will nun der DAV in einem Pilotprojekt mit dem „Bergbus“ umsetzen. Rollen soll der Bus auf drei Routen im Allgäu, im Ammergau und im Chiemgau. Geplant ist eine Pilotphase von acht bis zehn Wochen. Schon in den Pfingstferien soll das Projekt am Samstag, 29. Mai, starten.

Fahrzeit 1:44 Stunden aus München

Für den Chiemgau ist vorgesehen, dass zwei Busse in München starten, einer davon am frühen Morgen, der andere etwas später. Die Route geht zum Wanderparkplatz Geigelstein bei Sachrang, fährt dann in weitem Bogen über Tirol (Durchholzen, Walchsee, Kössen) bis Schleching. Die Fahrzeit von München-Giesing bis Schleching beträgt 1:44 Stunden für 122 Kilometer.

Am Nachmittag/Abend können die Fahrgäste zu zwei verschiedenen Uhrzeiten die Strecke wieder zurückfahren. Die Mitnahme vom Bike, Kinderwagen oder Kraxen ist nach vorheriger Anmeldung möglich.

Vielfalt an Möglichkeiten

Auf der Route, auf der auch Marquartstein mit im Boot ist, können diverse touristische Erlebnisse angeboten werden. Der DAV möchte sowohl Tipps für Wander-, Rad- und Klettertouren, als auch für Einkehrschwünge auf Hütten oder in der örtlichen Gastronomie geben.

Vorteile des Bergbusses als Anreisemöglichkeit und der Mehrwert für Besucher, Übernachtungsgäste und für Einheimische sollen laut Loferer vielerlei sein. Durch die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs werde aktiver Umwelt- und Klimaschutz erreicht.

Dauerthema Parkplätze

Auch das Problem überlasteter Wanderparkplätze könne so entzerrt werden, zumal in Schleching kein weiterer Ausbau von Parkflächen geplant sei. Die oft an den Wochenenden beobachteten Situationen beim Suchen nach einer Parkplatzalternative, wenn die vorhandenen Stellplätze voll sind, enden mancherorts im wilden Parken in den Wiesen oder Waldrändern.

DAV schießt 100 000 Euro zu

Der Naturschutz soll insgesamt nicht zu kurz kommen, im Gegenteil: Durch das vom DAV geplante Informationsmaterial im Bus wird auf den Naturschutz vor Ort und im Gelände hingewiesen.

Der DAV finanziert dieses Projekt mit 100.000 Euro und will zeigen, dass die Umsetzbarkeit eines ÖPNV-Projekts im Freizeitverkehr mit Schwerpunkt „Berg“ möglich ist und eine große Nachfrage da ist.

Einen Dauerbetrieb kann die Sektion Oberland nicht leisten, nach der Pilotphase sind die Gemeinden, Landkreise und die Landeshauptstadt München gefordert.

Lieber Bus als Auto

Langfristig ist das Ziel die Stärkung des ÖPNV und die Zurückdrängung und Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs.

Für den Moment ist Bürgermeister Josef Loferer froh, dass seine jahrelangen Bemühungen und die ambitionierte Arbeit der Verwaltung im Rathaus trotz der Corona-Pandemie zu einem Ergebnis geführt haben, von dem die Einheimischen und Besucher schon in diesem Sommer und Herbst profitieren können.

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