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Mikroplastik: Auffällige Werte an dieser Stelle

Vom Kanister bis zum Autoreifen: Der Chiemsee als nasses Müll-Grab? So groß ist das Problem

  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Immer wieder findet sich Plastikmüll auf dem Chiemsee. Die Hinterlassenschaften fischen oft Freiwillige oder die Wasserschutzpolizei aus dem Gewässer. Aber die Palette an Unrat, die sich im Bayerischen Meer findet, ist sogar noch breiter.

Im Chiemsee finden sich immer wieder Müllreste.

Bernau – Plastikfolien, Pappdeckel und andere Umverpackungen: Das sind jene Funde, welche die Bernauer Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes im Bereich der dortigen Autobahnraststätte auf dem Chiemsee machen. Das berichtet deren Leiter Stefan Rotter. Selbst Reifen habe man schon aus dem Wasser gefischt. Von Autofahrern, die sich nach einer Reifenpanne ihres Pneus entledigen wollten, wie Rotter vermutet.

Wobei der Müll nicht nur am Streifen entlang der Raststätte Chiemsee in das Gewässer gelange. Etwa drei große Müllsäcke kämen so in etwa pro Saison zusammen.

Wasserwacht fischt Müll aus dem Chiemsee

Auch am Südufer des Chiemsees wird immer wieder Müll hinterlassen oder angeschwemmt.

Dass sich die Helfer der Wasserwacht überhaupt damit beschäftigen, Müll aus dem Chiemsee zu fischen, statt Menschen in Not aus dem Wasser zu retten, liege auch daran, dass sich die Wasserwacht unter anderem die Mitwirkung beim Natur- und Gewässerschutz als eines ihrer Ziele auf die Fahnen geschrieben hat.

Ebenso die Wasserschutzpolizei Prien hat es immer wieder mit Müll auf dem Chiemsee zu tun, wie deren Leiter Roland Kempf berichtet. Einen Trend, dass der eingetragene Müll zu- oder abnimmt, kann er nicht erkennen. Aber zumindest den Eindruck der Wasserwacht bestätigen, dass sich die Palette an Unrat, welcher in den Chiemsee gelangt, durchaus breit ist – vom Kanister bis zum Autoreifen. Das Problem für die Polizei: Die Verursacher für den Eintrag in den Chiemsee lassen sich nur schwer ermitteln, wenn überhaupt.

Ordnungswidrigkeit oder Straftat

„Es gibt natürlich niemanden, der seinen Absender auf den Müll klebt“, sagt Kempf. Angewiesen sei man auf Hinweise jener, die beobachten, wie Müll im Chiemsee entsorgt wird. Denn selbstredend ist dies kein Kavaliersdelikt, sondern stellt zumindest eine Ordnungswidrigkeit dar.

Beim Eintrag gefährlicher Stoffe befinde man sich sogar schon im Bereich des Strafbaren. Zum Beispiel bei der Einleitung von Gefahrstoffen. Hier handle es sich aber eher um Ereignisse bei Bootsunfällen, wenn etwa Öl ausläuft. Eine fahrlässige Verschmutzung also.

Schon vor drei Jahren stießen Forscher der Universität Bayreuth auf auffällig hohe Werte an Mikroplastik an einer Stelle des Chiemsees. Seinerzeit nahmen sie Proben aus dem Sediment am Ufer der Hirschauer Bucht östlich des Mündungsdeltas der Tiroler Ache. Rund 125.000 kleine und kleinste Kunststoffteilchen fanden die Forscher im Uferschlamm. Nur am Ufer des Ammersees konnten sie einen noch höheren Wert feststellen. Neuere Erkenntnisse liegen den Forschern der Universität Bayreuth in diesem Zusammenhang noch keine vor, wie eine Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen ergeben hat.

Ärgernis, aber kein Problem

Auch aus Sicht der Chiemseefischer hat sich die Situation in Sachen Plastik-Eintrag in den vergangenen Jahren nicht sonderlich verändert, wie Florian Kirchmeier schildert. Er ist Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Chiemsee. Für ihn und seine Kollegen stelle der Müll im Gewässer zwar ein Ärgernis, aber kein schwerwiegendes Problem dar.

Zwar finde sich auch Plastik als Beifang, wenn die Fischer ihre Netze einzögen, jedoch nicht in einem Umfang, dass die Fischer damit nicht damit umgehen könnten. Beunruhigt ist Kirchmeier deswegen nicht: Die gefangenen Fische würden zweimal pro Jahr auf Mikroplastik kontrolliert. Bislang habe man im Fleisch jedoch keinen Eintrag feststellen können, versichert der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft. Erst, wenn sich im Muskelfleisch der Fische Mikroplastik finde, hätten er und seine Kollegen ein Problem. Aber er ist guter Dinge, dass es nicht so weit kommt. Auch wenn immer wieder Plastik im Chiemsee lande.

Rubriklistenbild: © Berger

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