POLIZEI

Motoren-Spur in Rumänien verloren

Diebstähle von Bootsmotoren sind seit Jahren ein Ärgernis für Polizei und Bootsbesitzer. 2015 gab es 13Fälle. Einen besonderen schilderte Hans Herzinger, Leiter der Wasserschutzpolizei (WSP), jetzt in der Priener Inspektion.

Prien – Die meisten dieser Diebstähle, die nach Überzeugung und Kenntnissen der Ermittler ausschließlich auf das Konto organisierter Banden aus Osteuropa gehen, ereignen sich in der Nähe der Autobahn, also amSüdufer des Chiemsees.

Auch im November 2015 war dies laut Herzinger so. Noch vor der offiziellen Einweihung des Gebäudes wurden aus dem neuen Vereinsheim des Segelclubs Bernau zwei Motoren gestohlen. Einer davon war mit einem GPS-Sender ausgestattet. Die automatische Warn-SMS, als sich der Motor bewegte, hatte der Eigentümer nachts um 2.30 Uhr auf seinem Handy nicht wahrgenommen.

Um 8.30 Uhr war der Motor laut GPS-Signal in Ungarn, schon um 13 Uhr in Rumänien. Dort blieb er zwar einige Zeit an der gleichen Stelle, auf einem riesigen Parkplatz war es für die rumänischen Kollegen aber nicht herauszufinden, aus welchem Auto genau das Signal kam.

Am Abend des gleichen Tages dann konnte der Motor auf einem Hinterhof in einem kleinen rumänischen Dorf geortet werden. Bis die dortige Polizei aber am Tag darauf zur Durchsuchung vor Ort war, war der Motor auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

Herzinger berichtete in seiner WSP-Jahresbilanz im Rahmen des Sicherheitsgesprächs mit den Bürgermeistern aus dem Einsatzbereich der Polizeiinspektion (PI) Prien von 240 Einsatzstunden auf dem See, bei denen er und seine WSP-Kollegen 22 Anzeigen erstatteten und 96 Bußgeldverfahren in die Wege leiteten.

Waren am Chiemsee 2015 keine tödlichen Badeunfälle zu beklagen, mussten die WSP-Beamten wegen ihrer besonderen Ausrüstung mit mobilem Sonar und lenkbarer Unterwasserkamera im vergangenen Jahr im Starnberger See einen 13-Jährigen, der ertrunken war, in 32 Metern Tiefe orten, im Schliersee die Leiche eines 49-jährigen Bad Aiblingers aufspüren, damit er geborgen werden konnte, und im Kieferer See einen 32-Jährigen orten, der ertrunken war.

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