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Aufführung im Wirtshaus Feldwies

Moral, Recht und Ordnung wie in „der guten alten Zeit“ in Übersee

Auf Konfrontationskurs im Einakter „Der Pfarrergockel“: Monika Lermer (links) und Christine Vilsmeier.
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Auf Konfrontationskurs im Einakter „Der Pfarrergockel“: Monika Lermer (links) und Christine Vilsmeier.
  • VonBärbel vom Dorp
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Gelungene Premiere der Theatersaison in Übersee mit dem Königlich Bayerischen Amtsgericht

Übersee – Aus dem gewohnten Rahmen fällt diesmal die Überseer Volksbühne mit ihrem Sommerprogramm. Erstmalig bietet die Laienbühne zwei Einakter mit Gerichtsszenen von anno dazumal von Georg Lohmeier aus dem Königlich Bayerischen Amtsgericht.

Und noch ein Novum hatte die Theaterfamilie für ihre Besucher gleich zu Beginn vorbereitet. Ein kleiner Film mit Überseer Bürgern in alten Kostümen führte zur Einstimmung direkt in die „gute alte Zeit, in der die Gendarmerie und das Königlich Bayerische Amtsgericht für Moral, Recht und Ordnung sorgten“.

Wieder Theaterluft schnuppern

„Wir freuen uns alle ganz narrisch, dass wir nach der zweijährigen Zwangspause durch Corona nun endlich wieder spielen dürfen“, so begrüßte Waltraud Gries, Vorsitzende des Überseer Theatervereins die rund 140 Premierengäste, die trotz hochsommerlicher Temperaturen wieder Theaterluft schnuppern wollten.

Neben der vorgeschriebenen Pause waren die Theaterleute zudem noch vom Pech verfolgt. Durch zahlreiche Krankheitsfälle und den Fußbruch von Bühnenbauer Stefan Gries in der Vorbereitungszeit, war es lange Zeit fraglich, ob überhaupt gespielt werden konnte.

Aber dann ging es doch hinein ins Theatervergnügen und die Zuschauer konnten sich über einen vergnüglichen Theaterabend und die ungebremste Spielfreude der Protagonisten freuen.

Bei dem ersten Einakter „Der Pfarrergockel“ ging es um eine „verabscheuungswürdige Tierquälerei“, wie es der Richter formulierte. Ein ganzes Jahr lagen die Pfarrersköchin Ursula und ihre Nachbarin, die Stadlbäuerin Maria, bereits im Streit, als „die Geschichte von Sodom und Gomorrha“, wie es die Pfarrangestellte formulierte, eskalierte. Was war geschehen ? Wieder einmal hatte der Gockel der Bäuerin im Pfarrgarten „gewildert“, das fremde Futter gefressen und die Hennen „beglückt“¨…

Auch beim zweiten Einakter ging es derb zu. Angeklagt war der Dorfschmied Thomas, der die Drehorgel des Kriegsinvaliden Ludwig Ingerl mit einem Hammer zertrümmert hatte. Grund war das von ihm gehasste Lied „Mein Herz das ist ein Bienenhaus“, das der Ingerl immer wieder gespielt hatte. Warum er das getan hatte, war nicht zu erfahren. Auch der Täter schwieg…

Zu tollen Leistungen geführt

Ein Lob gebührt der Regisseurin Doris Maier, die sowohl die erfahrenen „alten Hasen“ des Ensembles als auch die neuen jungen Laiendarsteller zu tollen Leistungen geführt hat. Im Fokus stehen im ersten Stück die „Zänkischen Weiber“ Monika Lermer als Stadlbäuerin und Christine Vilsmeier als Pfarrersköchin, die sich verbal bis aufs Blut bekämpfen und sich die Seele aus dem Leib spielen. Da merkte man die langjährige Theatererfahrung.

Im zweiten Stück dominiert Christian Lucke als verbitterter Kriegsinvalide, dem man seine Drehorgel mutwillig zerstört hat. Fluchend, laut und raubeinig versucht er zu einem Ersatz für seine geliebte Drehorgel zu kommen. Das Gegenstück zu ihm ist der leise und smarte Irrenarzt Dr. Radlinger alias Kevin Strauch, der sich seinen Szenenapplaus wahrlich verdient hat.

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Auch alle anderen Darsteller meistern ihre Rollen mit Bravour. So vor allem Neuzugang Arne Burchard als energischer und strenger Richter, Michael Hartl als Bürgermeister, Rudi Stier als zugeknöpfter Täter und Birgit Kastner als seine Frau, Max Schönsteiner als alkoholverliebter Wachtmeister und Angelika Puchinger als verschmitzte Pfarrköchin. Weitere Bereicherungen sind in kleinen Rollen Waltraud Gries sowie die früheren Spieler aus der Jugendgruppe Anna-Lena Stephan und Bene Stecher.

Perfektes Bühnenbild geschaffen

Mit Unterstützung von Freunden hatte Stefan Gries wieder ein perfektes Bühnenbild geschaffen. Auch die Maske von Doris Maier und Andrea Leitner sowie die Technik von Sabrina Haßlberger passten haargenau zum Gesamteindruck. Für das Publikum nahezu unbemerkt agierte die Souffleuse Maria Metz. In den Pausen sorgte Simon Berger mit seiner Ziach für die musikalische Unterhaltung.

Die beiden Einakter werden jeweils freitags um 20 Uhr am 15. und 29. Juli, 12. und 26. August sowie am 9. und 16. September gespielt. Mit der Sonntagsvorstellung am 25. September, 19 Uhr, geht die Spielzeit zu Ende.

Karten sind in der Tourist-Info, 0 86 42/2 95) und an der Abendkasse erhältlich.

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