Montessori-Schule will nach Bernau

Dass die Schüler in Freiarbeit das lernen, was sie gerade interessiert, ist elementar bei der Montessori-Pädagogik. Mit welchem Eifer sich diese drei Schüler mit dem Lernmaterial fürs Bruchrechnen beschäftigen, freut Benita von Rönne (links) und Barbara Stöttner aus dem Schulleitungsteam. katd

Die Grassauer Montessori-Schule platzt aus allen Nähten. Und da ohnehin gut die Hälfte der Schüler aus Bernau kommt, würde die Schulleitung gerne den Standort dorthin verlegen. Um die Bernauer über diese Pläne zu informieren, organisiert die Orts-SPD kommenden Dienstag einen Diskussionsabend.

Bernau – 80 Kinder besuchen derzeit in Grassau die Montessori-Einrichtung mit Kindergarten und Hort, Grund- und Mittelschule. 44 von ihnen kommen aus Bernau, viele weitere aus „der Richtung Prien und Aschau“, erklärt Benita von Rönne. Sie ist sowohl Geschäftsführerin wie auch im dreiköpfigen Schulleitungsteam.

„Der Bedarf ist absolut gegeben“, betont sie. Zwar sei die Schule, die 2003 mit 13 Kindern in Grassau startete, bereits 2007 innerhalb der Gemeinde umgezogen, doch der Platz reiche hinten und vorne nicht. 2009 kam nämlich der Kindergarten hinzu, 2011 wurde erweitert um die Mittelschule bis zur 10. Klasse. „Wir wollten den Eltern, die sich für diesen alternativen Schulweg entschieden haben, eine Möglichkeit über die Grundschulzeit hinaus bieten“, erklärt Barbara Stöttner, pädagogische Kinderhausleiterin und ebenfalls im Schulleitungsteam. Akut mangele es an einer größeren Mensa, einem Bewegungs- und einem Veranstaltungsraum.

Als Standort „logistisch genial“

Bernau sei auch damals, ehe die Schule nach Grassau kam, eine Option gewesen. Und jetzt ist es Wunsch-Standort. „Bernau hat eine gute Schul-Infrastruktur, eine gute Verkehrsanbindung, tolle Möglichkeiten mit dem Hallenbad, der Sport- und Kletterhalle, und zudem keine eigene Mittelschule mehr“, so von Rönne. Der Standort sei „logistisch genial“.

Weil die Unterstützung der Gemeinde ein entscheidender Punkt ist, wurde der Gemeinderat Ende des Jahres über die Umzugspläne informiert. „Das Echo war gut“, freut sich von Rönne. Auch ein konkretes Grundstück nördlich der Sporthalle sei im Gespräch. Doch in trockenen Tüchern ist noch nichts. Auch ein weiterer Umzug innerhalb Grassaus ist nicht vom Tisch.

„Wir müssen dort bauen, wo es für uns finanziell möglich ist“, sagt von Rönne. Wegen einer Änderung im Schulförderungsgesetz sei es für die Schule günstiger, selbst zu bauen als zu mieten. Bei Schulen, die weder staatlich noch kirchlich getragen werden, gebe es nämlich keine Förderung für die Miete mehr, wohl aber eine Baukostenförderung. Nun seien in Bernau und in Grassau die Grundstückspreise zwar ähnlich teuer, aber wegen der schlechten Bodenbeschaffenheit die Baukosten in Bernau deutlich höher. „Und schließlich sind wir keine Eliteschule“ – diese Feststellung ist Barbara Stöttner wichtig. Man kennt im Haus die gängigen Vorurteile von wegen teurer Privatschule oder dass das Konzept des „individualisierten Lernens“ auf der „Egoistenschiene“ fährt.

„Unser Unterrichtskonzept ist eingebettet in ein Miteinander“, betont von Rönne. Um das nicht aus den Augen zu verlieren, soll die neue Schule auch gar nicht zu groß werden. Bei maximal 150 Schülern – sechs Klassen, á 25 Kindern – liegt für sie die Grenze. „Wir brauchen nicht mehr Klassen, sondern mehr Platz“, sagt sie. Auch wenn sich eine große Schule finanziell besser rechnet.

Damit die Idee des Montessori-Standortes nicht mehr weiter unkontrolliert „durch Bernau wabert“, wollen die beiden am kommenden Dienstag alle Interessierten informieren, Fragen beantworten und mit ihnen diskutieren.

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