Am Montag Baubeginn für Halle

Letzte Absprachen vor dem Baubeginn: Die beiden Bürgermeister Hans Thalhauser (Breitbrunn) und Bernhard Hainz (Gstadt, Zweiter und Dritter von links) gingen am Donnerstag mit Vertretern der Baufirmen, Bauleiter Günter Abel (Zweiter von rechts) und Kämmerer Thomas Wagner (links) die ersten Arbeiten vor Ort durch. Fotos breitfuß
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Letzte Absprachen vor dem Baubeginn: Die beiden Bürgermeister Hans Thalhauser (Breitbrunn) und Bernhard Hainz (Gstadt, Zweiter und Dritter von links) gingen am Donnerstag mit Vertretern der Baufirmen, Bauleiter Günter Abel (Zweiter von rechts) und Kämmerer Thomas Wagner (links) die ersten Arbeiten vor Ort durch. Fotos breitfuß

Nach vielen Jahren der Planung nehmen die Gemeinden Breitbrunn und Gstadt ab Montag ihr gemeinsames Jahrhundertprojekt in Angriff. Neben dem Sportplatz in Breitbrunn beginnt der Bau der Mehrzweckhalle. Die beiden Kommunen mit ihren zusammen weit weniger als 3000 Einwohnern schultern dafür ein Investitionsvolumen von rund vier Millionen Euro.

Breitbrunn - Wenn alles einigermaßen glatt läuft, könnten im Dezember 2014 die Weihnachtsfeiern von Trachten-, Schützen- oder Sportverein die ersten Veranstaltungen in den neuen Räumen sein. Die drei Clubs, deren Mitglieder aus beiden Gemeinden kommen, werden neben der gemeinsamen Grundschule die Hauptnutznießer der Mehrzweckhalle sein. Deshalb setzen die Bürgermeister Hans Thalhauser aus Breitbrunn und Bernhard Hainz aus Gstadt darauf, dass die Vereine beim Endausbau im nächsten Jahr mit anpacken, damit die Kosten nicht noch weiter steigen.

Ursprünglich hatten die beiden Gemeinden ihr gemeinsames Kommunalunternehmen, das eigens für das Jahrhundertprojekt gegründet worden war, mit drei Millionen Euro ausgestattet. Kostensteigerungen in einigen Bereichen der Baubranche und vor allem der schwierige Untergrund des Erbpachtgrundstücks zwischen Sportplatz und Eggstätter Straße waren ursächlich dafür, dass dieser Rahmen nicht gehalten werden kann.

Bisher sind zwei Drittel der Arbeiten vergeben und die Hochrechnung summiert sich auf knapp vier Millionen Euro. Gstadt hat seinen Anteil auf eine Million begrenzt, aber der Nachbargemeinde angeboten, ihr ein zinsgünstiges Darlehen über 500000 zur Restfinanzierung zu gewähren. Ob Breitbrunn dieses Angebot annimmt oder sich auf dem Kreditmarkt bedient, um die Gelder zu beschaffen, die seit 2009 noch nicht angespart werden konnten, ist noch offen. Seit vier Jahren legt die Gemeinde jeden verfügbaren Cent auf die hohe Kante, um den Hallenbau stemmen zu können.

Die größte Herausforderung ist es, die Halle wasserdicht und standsicher zu machen. Wegen des hohen Grundwasserspiegels werden zu Beginn Spundwände bis zu 14 Meter tief ins Erdreich getrieben und mit riesigen Keilen im 45-Grad-Winkel ausgestattet, die verhindern, dass die Stahlteile sich neigen können.

Damit die Halle in Sichtweite der Ortseinfahrt aus Richtung Rimsting die umliegenden Gebäude nicht zu sehr überragt, wird der zweigeschossige Bau mehrere Meter ins Erdreich versenkt. Die Bodenplatte, die drei Meter unter Grundstücksniveau liegen wird, wird mit zahlreichen, sogenannten Mikropfählen im Untergrund verankert. Sie spreizen sich wie riesige Dübel, wenn sie in den Boden getrieben werden.

Der offizielle Bauzeitenplan sieht vor, dass alle Betonarbeiten bis zum Wintereinbruch erledigt sind. Mitte Februar 2014 sollen die Arbeiten dann - günstige Witterung vorausgesetzt, mit dem Dachstuhl fortgesetzt werden.

Der Innenausbau, der dann folgt, ist das Ergebnis langwieriger Absprachen mit den Vereinen und einer ebenso zeitaufwendigen Abwägung zwischen Anforderungen und möglichen Einsparpotenzialen. Zuletzt fiel die Oberlichte der Turnhalle im Gegenwert von 70000 Euro dem Spargebot zum Opfer. Auch in Nachverhandlungen mit bereits beauftragten Firmen konnten weitere Einsparungen in erheblichem Umfang vereinbart werden, ließen Thalhauser, Hainz und Kämmerer Thomas Wagner im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung durchblicken.

Neben den obligatorischen Umkleide, Technik-, Lager- und Sanitärräumen bekommt die Halle ein zweistöckiges Spielfeld, das etwas größer wird als eine Einfach-Turnhalle, einen knapp 120 Meter großen Gymnastikraum, einen Veranstaltungsraum mit angeschlossener Küche, Bühne und Platz für bis zu 200 Sitzplätzen sowie zehn Schießstände.

Umkleide- und Sanitärräume im ebenerdigen Obergeschoss wurden so angeordnet, dass sie auch bei geschlossener Turnhalle von den Fußballern des TSV Breitbrunn und deren Gastmannschaften bei Spielen auf dem benachbarten Sportplatz benutzt werden können.

Der Mehrzwecksaal soll nicht nur dem Trachtenverein als neuer Probenraum dienen, sondern vor allem auch für Veranstaltungen wie Bürgerversammlungen und Theateraufführungen genutzt werden. Die detaillierten Modalitäten für die Überlassung der Räume müssen noch mit den Vereinen ausverhandelt werden.

Um einen reibungslosen Ablauf der Baustelle zu gewährleisten, wird der Trainingsplatz der Fußballer als Ausweich-Parkfläche genutzt. Für die Halle entstehen knapp 40 Stellplätze zwischen dem Neubau und dem Sportplatz.

Mit ihrem Jahrhundertprojekt wollen die Kommunen nicht nur Sportunterricht und -betrieb für Schule und Vereine dauerhaft auf sichere Beine stellen. Sie hoffen auf einen Nebeneffekt. Das Angebot soll Breitbrunn und Gstadt für junge Familien als Wohnort attraktiver machen.

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