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MODENSCHAU AUF INSTAGRAM

Mode Erhard in Prien freut sich über Kundenboom dank digitalem Laufsteg

Sophie Lubenau (links) und Stephanie Erhard haben mit ihrem Instagram-Posts und -Modenschauen eine Erfolgsgeschichte geschrieben. re
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Sophie Lubenau (links) und Stephanie Erhard haben mit ihrem Instagram-Posts und -Modenschauen eine Erfolgsgeschichte geschrieben.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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So viel Arbeit hatten Stephanie Erhard und ihre Schwester Sophie Lubenau nie, als ihre drei Läden in Prien vor Corona offen waren. Mit täglichen Mode-Posts auf Instagram sowie Live-Modeschauen im Netz haben sie ihren Kundenstamm im Lockdown auf ganz Deutschland ausgeweitet.

Prien – Inzwischen sind rund 500 Modefans online, wenn Sophie (37) und Stephanie (44) am Sonntag Vormittag live gehen. Bis zu 150 bleiben die ganze Stunde dabei, freuen sich die Schwestern. Am Montag trudeln dann 60 bis 80 konkrete Anfragen ein. Der Onlinehandel von Mode Erhard ist individuell und deshalb zeitintensiv.

Weil sie jede Kundin beraten und dann passgenaue Modelle verschicken, haben die Schwestern den Rücklauf minimieren können. Und der intensive Dialog schafft Kundenbindung, die Zahl der Stammkundinnen wächst stetig.

Instagram-Posts mit bunten, emotionalen Bildern hat Sophie auch schon vor Corona produziert, aber unregelmäßig. Als der zweite Lockdown den Handel traf, haben die Erhard-Inhaberinnen die Frequenz erhöht. Seit Mitte Dezember können die Follower jeden Morgen etwa um 7 Uhr die jüngere der Schwestern in einem neuen Modell auf Instagram sehen – bunt, manchmal frech und immer strahlend. Trotz Lockdown hatten die Schwestern Frühjahrskollektionen bei ihren Lieferanten im normalen Umfang geordert. „Wir sind in Vorleistung gegangen, weil wir gemerkt haben, dass Sale allein nicht reicht“, sagt Stephanie.

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Im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung kommt den Schwestern kein Wort des Jammerns über die Lippen. In die Proteste gegen den Lockdown und die Beschränkungen des Handels einzustimmen, kommt ihnen gar nicht in den Sinn. Sie stellen sich einfach der Situation. „Wenn es ein Problem gibt, suchen wir Lösungen. Aufgeben haben wir nicht gelernt.“ Die Erklärung von Stephanie klingt simpel und hebt sich doch ab.

Instagram-Lösung deckt Fixkosten dreier Filialen

Mit ihrer Instagram-Lösung können die Erhards nach Angaben der 44-Jährigen die Fixkosten ihrer drei Filialen decken und mehrere ihrer acht Mitarbeiterinnen dauerhaft weiterbeschäftigen. Ein eingespieltes Team berät die Kundinnen online oder telefonisch, verpackt die bestellte Ware und stellt Rechnungen aus.

Die Aufgaben sind klar verteilt. Wenn nach der Sonntags-Modenschau am Montag die Anfragen aufschlagen, weiß jede, was sie zu tun hat. Gerade etablieren die kreativen Unternehmerinnen am Mittwoch Abend eine zweite regelmäßige Live-Modenschau. Ihr Online-Handel boomt, das hat sich jetzt so ergeben.

„Instagram wird unsere vierte Filiale“, sagt Sophie. Wenn irgendwann die Läden wieder aufmachen, braucht es andere Räumlichkeiten, wo Bilder für die Posts produziert und die Bestellungen abgearbeitet werden können. Im Moment ist ein Teil des Ladens an der Hochriesstraße zur Packstation umfunktioniert.

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In Szene gesetzt werden die Modelle der neuen Kollektion mit dem Handy. Wenn sie besonders gut drauf ist, produziert Sophie auch mal vier oder fünf Motive im Voraus. Sonntags trifft sie sich mit ihrer Schwester um 10 Uhr im Laden, um die Liveshow vorzubereiten. Viel braucht es nicht außer neuen Modellen und guter Laune. Das authentische Konzept kommt an, der Kreis der Kundinnen wird immer größer.

Die Freude und Authentizität, mit der die Schwestern ihre modische Profession ausleben, spüren die Betrachterinnen auf Instagram. Der persönliche Kontakt ist zwanglos, „nach zwei Whatsapps wechselt man oft zum Du“, berichtet Stephanie.

Der Erfolg hat freilich auch damit zu tun, dass Mode Erhard keine Massenware anbietet, die auch bei den Online-Riesen zu finden sind. „Wir sind so etwas wie ein Feinkostenladen, wir suchen unsere Mode nach Emotionen aus, nicht nach Algorhythmen“, sagt Stephanie Erhard.

Die Gefühle für Mode haben die Schwestern wohl von ihrem Vater geerbt. Stephanie ist nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften über Umwege 2021 endgültig im Familienunternehmen angekommen. Die heute 37-jährige Sophie, studierte Betriebswirtin, ist schon nach dem Abi mit in die Firma eingestiegen. Zusammen führen sie das Unternehmen in der fünften Generation.

Umsatz durch Mehrarbeit verdoppelt

„Mode macht uns unheimlich Spaß“, versichern die Schwestern. Diese Begeisterung steckt offenbar immer mehr Kundinnen an. Seit die beiden viel Arbeit und Energie in die täglichen Instagram-Posts und die wöchentlichen Live-Modenschauen gesteckt haben, hat sich der Umsatz verdoppelt, erzählen sie stolz.

Dass auch die Arbeit mehr geworden ist, nehmen sie gern inkauf. „Lieber hab ich diesen Druck als die Bank, die mir keinen Kredit gibt.“ Da haben Stephanie Erhard und ihre Schwester klare Prioritäten.

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Auf Instagram sind die Kundinnen begeistert von dem, was Mode Erhard in Prien dort zeigt. Eine kleine Auswahl:

„Weiterhin viel Kraft...eure Kunden, ganz bestimmt, einschließlich mir schätzen und würdigen das auch enorm. Ihr seid so individuell und hoch professionell und die Mode ist eine freudige ,Gefahr‘, so wie Ihr mit viel Geschmack einkauft und dann höchst humorvoll, fundiert und charmant präsentiert. Danke!“

„Was für eine Freude wieder heute Morgen! Danke für solch einen besonderen Einsatz wieder. Sollte es mal mit der Mode keinen Spaß mehr machen - Schauspielerin geht auch, für beides Talent!!“

„Macht auf jeden Fall mit Eurem Online-Shopping und Instagram weiter. Ich finde es toll, ganze Outfits zu sehen. In den Geschäften muss ich mir alles zusammensuchen. Es ist ein wundervolles Erleben von Mode. Vielen herzlichen Dank und lliebe Grüße vom Rhein!“

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