Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Schule in Grassau vor zehn Jahren gegründet - Rückblick

Das Mittelalter lebt auf

Ähnlich wie die Vorfahren im Mittelalter kleideten sich die Kinder.  Foto  eder
+
Ähnlich wie die Vorfahren im Mittelalter kleideten sich die Kinder. Foto eder

Grassau - Wie im Mittelalter werden die Kinder im Montessori-Haus in Grassau nicht unterrichtet, sondern vielmehr mit viel Freiarbeit und Persönlichkeitsbildung. Dennoch wählte die Schule das Thema "Mittelalter", um sich am Montessori-Tag in Bayern zu präsentieren. Zugleich konnte die Schule, die als kleine Einrichtung in der ehemaligen Musikschule ihren Betrieb aufnahm, ihr zehnjähriges Bestehen feiern.

Schulleiterin Benita von Rönne informierte über den Werdegang der Schule, die von einer Gruppe Eltern gründete wurde. Der Anfang sei schwierig gewesen, viele "Felsbrocken" hätten aus dem Weg geräumt müssen. Mit 13 Kindern habe der Unterricht in den Räumen des ehemaligen Musikschulgebäudes begonnen, zeitlich begrenzt auf ein Jahr. Man sei in den Räumen glücklich gewesen, auch wenn es hineingeregnet und das Flachdach kaum die Schneelast habe tragen können. Aus einem seien dann vier Jahre geworden.

Danach zog die Schule in die alte Handweberei. Unter Mithilfe vieler Eltern entstand ein schönes Schulhaus. "An jedem Stäbchen des Parketts im Versammlungsraum klebt Elternschweiß", sagte von Rönne. Mit zwei Altersklassen, entsprechend der Grundschulklassen eins bis vier, habe der Unterricht im neuen Quartier begonnen. Angesichts des großen Platzangebots habe man sich "wie Gott in Frankreich" gefühlt.

Der ursprünglichen Gedanken, ein Montessori-Haus einzurichten, wurde nie aufgegeben. Und so entstand dann eine Einrichtung, die neben dem Vormittagsunterricht auch eine Nachmittagsbetreuung sowie einen Kindergarten anbietet. Auch Inklusion sei immer ein Thema gewesen, so die Schulleiterin, man habe immer mit verschiedenen Kindern arbeiten wollen.

Sehr gefreut habe sie, dass vor zwei Jahren auch mit der Sekundärstufe begonnen worden sei und nun auch Schüler der fünften, sechsten und siebten Klassenstufe gemeinsam unterrichtet werden können. In weiteren zwei Jahren, so Benita von Rönne, werde es möglich sein, den Hauptschulabschluss zu erhalten und in drei Jahren den mittleren Bildungsabschluss.

Als nächste Herausforderung nannte sie, Fachräume für die Sekundärstufe zu schaffen. Dennoch wolle die Schule bewusst eine kleine Einrichtung bleiben, in der jeder Pädagoge alle Schüler beim Namen kennt. Derzeit besuchen ihren Angaben zufolge 45 Kinder die Grundschule, 16 die Sekundärstufe und weitere 20 Kinder den Kindergarten.

Sie erläuterte auch die pädagogischen Grundprinzipien der Schule. Die Schüler dürfen je nach Interesse während der Freiarbeit ihren Arbeitsbereich frei wählen. Der Lehrer sei dabei in erster Linie Beobachter und stehe den Schülern auf Anfrage zur Verfügung. Die vorhandenen Montessori-Materialien bieten den Kindern ihren Angaben zufolge eine eigene Fehlerkontrolle. Sie erklärte, dass es zwar keine Noten, aber dennoch eine detaillierte Beschreibung der gelernten Inhalte und Lernfortschritte der Schüler gebe. Auch werde Englisch ab der ersten Klasse unterrichtet und natürlich komme der Lehrplan der Regelschule zum Tragen. Ebenso werde viel Wert auf soziale Kompetenz gelegt.

Sie informierte, dass es 150 Montessori-Einrichtungen mit insgesamt 13000 Schülern gebe. Am Montessori-Tag Bayern gingen auch die Türen in Grassau auf. Die Gäste erhielten die Gelegenheit, die Schüler im Unterricht bei ihrer Freiarbeit zu beobachten. Gezeigt wurden die Ergebnisse von drei Projekttagen zum Thema Mittelalter.

Auf der "mittelalterlichen" Bühne in einem liebevoll mit Stroh dekorierten Raum präsentierten die Schüler Lieder, bäuerliche und höfische Tänze sowie ein Marionettentheater mit selbst gebastelten Puppen und einer selbst ausgedachten Handlung. Gaukler und Jongleure tummelten sich. Auf dem mittelalterlichen Markt wurden Spiele und Schmuck aus Ton angeboten, in der Schreibwerkstatt konnten die Gäste eine Gänsefeder in die Hand nehmen, Mosaike legen und sich am Buchdruck versuchen. In der Schneiderei war viel über das mittelalterliche Gewand zu erfahren, Almosenbeutel wurden genäht. Des Weiteren konnten Jungfernkränze und Metallschmuck angefertigt werden.

Für das leibliche Wohl der Gäste war ein reichhaltiges Buffet aufgebaut - bestehend aus mittelalterlichen Speisen und Getränken wie Brotsuppe und Met. tb

Kommentare