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3500 Fans im Chiemgau

Mit Tempo-350 übers Achental gedüst: So spektakulär war die Chiemsee Airshow in Unterwössen

Minutenlang ließ Michi Hupf (rechts) seine „Extra“ im Senkrechtflug wenige Meter über der Rollbahn tanzen. Berger
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Minutenlang ließ Michi Hupf (rechts) seine „Extra“ im Senkrechtflug wenige Meter über der Rollbahn tanzen. Berger
  • VonLudwig Flug
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Über 3500 Modellflug-Fans verfolgten begeistert die Chiemsee Airshow in Unterwössen. Seltene Oldtimer-Flugmodelle, Hubschrauber, Jets, Kunst- und Segelflugzeuge am Start. Dabei ist der letzte Flugtag auf der Anlage erstaunlich lange her.

Unterwössen – Auch vier Jahre nach dem letzten Flugtag am Unterwössner Flugplatz ist die Begeisterung für den Modellflug im Achental und darüber hinaus ungebrochen. Das bewiesen rund 3500 Zuschauerinnen und Zuschauer, die zum Flugplatz pilgerten, um die Chiemsee Airshow der Modellfluggruppe Achental zu erleben.

Wer den Tag nicht schon mit einem Weißwurstfrühstück mit Livemusik am Flugplatz begann, den lockten kurz darauf die weithin sichtbaren Rauchschleppen, mit denen die Modellflugzeuge so riesige wie flüchtige Gebilde über den Flugplatz malten. Am Flugplatz angekommen, gab es dann gut 40 Flugzeugmodelle zu bestaunen, zum Greifen nah.

Spannende Flugmanöver über dem Rollfeld

Darunter waren seltene Oldtimer-Flugmodelle, Hubschrauber, Jets, Kunst- und Segelflugzeuge und Objekte, denen man erst auf zweiten Blick zutraute, fliegen zu können. Da gab es große Modelle wie die PC 21 von Harald Jezek aber auch kleine, die in jeden Kofferraum passten.

Das wirkliche, das spannende Geschehen spielte sich darüber am weiten Himmel des Achentals ab. Der Weg dahin war so unterschiedlich wie die Modelle.

Den Motor von Hand angeworfen

Da gab es den Oldtimer, dessen Motor der Pilot mit der Hand anwarf. Erst nach mehreren Versuchen nahm der Motor blubbernd seine Arbeit auf. Dann zündete ein Jettriebwerk mit lautem Pfeifen der Turbine. Und es gab es die lauten Moskitogeräusche moderner Hochleistungstriebwerke. Kaum hatten sie alle einen Meter Luft über dem Asphalt der Flugplatzrollbahn, zeigten die Piloten, was in den Modellen steckt. In gewagten Kurven gingen historische Modelle in behäbigen Steigflug. Schon nach einigen Sekunden waren sie am Himmel entfernt, und sahen den großen Vorbildern im Flug täuschend ähnlich.

Hans Anfang wirft den 250er Valach Sternmotor seiner „Carf P47“mit dem Propeller an.

Anderen konnte nur das konzentrierte Auge folgen. Mit unglaublicher Geschwindigkeit schossen die senkrecht gen Himmel. Sekunden später waren sie nur ein Stecknadelkopf hoch über den gereckten Hälsen. Noch schneller waren sie befeuert von Triebwerk und Fallgeschwindigkeit zurück, zischten in Kopfhöhe über das Flugfeld, um kurz darauf im Süden vor dem Geigelstein pfeilgerade aufzusteigen.

Airshow über Stunden hinweg spannend

Die bunte Mischung und der immer wieder andere Stil der Piloten, ihr Modell zu fliegen, machte die Airshow auch über Stunden spannend. Eine über die Lautsprecheranlage des Flugplatzes gespielte Arie gab den Takt für eine Kür vor, die Robert Sixt mit seinem Geschäftsflugzeugmodell flog, einer Pilatus, die im ruhigen gleichmäßigen Flug Figuren an den Himmel malte.

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Ähnlich die Segelflieger im Kunstflug. Da gab es den Piloten, der die Geschwindigkeit seines Fluggerätes von 350 Stundenkilometer voll ausspielte, das mit dem Auge kaum zu verfolgen war. Meisterlich die Flugshow von Florian Neuner mit seinem Hubschrauber, mit dem er bei der Kunstflugweltmeisterschaft für Hubschraubermodelle erst vor wenigen Wochen Platz 4 der Weltmeisterschaft belegte. Kaum nachzuvollziehen, wie es Vater Karl-Heinz und Sohn Dominik Högl mit ihren knallroten PC21 gelang, vom Boden aus den Formationsflug ihrer Maschinen zu steuern. Da rotierte ein Propellerflugzeug in Flugrollen so schnell, dass sich selbst eingefleischte Modellflughasen fragten, wie der Pilot das steuert.

Das größte Modell war heuer die PC 21 von Harald Jezek, 4,5 Meter lang mit einer Spannweite von 3,70 Metern.

Die Zuschauer waren immer bei der Sache und spendeten fleißig Beifall.

Besonderes Augenmerk zogen in der Luft und am Himmel die zwei Tragschrauber auf sich. Sehen sie auf den ersten Blick einem Hubschrauber ähnlich, wird ihr Hauptrotor aber nicht von einem Motor betrieben. Der Luftstrom der Vorwärtsbewegung setzt seine Blätter in Bewegung, Sie tragen das Modell. Für den Vortrieb sorgt ein Propeller wie am Motorflugzeug, einen Heckrotor gibt es nicht, ein Heckleitwerk hält die Richtung. Besonders die Kinder hatten daran ihre Freude daran, Viele kannten das Modell Little Nellie aus dem fünften James Bond Film „Man lebt nur zwei Mal“. Dessen Musik begleitete die Vorführung von Ernst Keplinger.

Viele Kinder und Jugendliche als Gäste

„Besonders freuen mich die vielen Kinder und Jugendlichen unter den Zuschauern, die sind unsere Zukunft“, erzählt der Vorsitzende der Modellfluggruppe, Claus Eckert. So bewertet das auch Hans Schwägerl. Er ist Präsident des Deutschen Modellfliegerverbandes (DMFV), des mit 85 000 Mitgliedern europaweit größten Modellfliegerverbandes.

Im Gespräch mit unserer Zeitung wirbt Präsident Schwägerl für den Modellbau, weil es bei Kindern und Jugendlichen Fähigkeiten vom handwerklichen Geschick bis zum technischen Wissen fördert. „Modellflieger haben im Bewerbungsgespräch einen Vorsprung“, sagt er.

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