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Nach zwei Jahren im Dienst

Mit dem Skateboard durchs Spalier: Abschied vom Leiter der Grassauer Grund- und Mittelschule

Talar statt Hoodie: Die Schüler verliehen Georg Tischler ein Diplom, was dem scheidenden Schulleiter sichtlich begeisterte.
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Talar statt Hoodie: Die Schüler verliehen Georg Tischler ein Diplom, was dem scheidenden Schulleiter sichtlich begeisterte.
  • VonTamara Eder
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Nach zwei Jahren an der Spitze der Grund- und Mittelschule Grassau verlässt Georg Tischler diese wieder, um diese Aufgabe an einer Schule in seiner Heimat – der Oberpfalz – zu übernehmen. Seinen Abschied nahm er in einer ihm besonders eigenen Art.

Grassau – Niemandem fiel der Abschied leicht: nicht dem Kollegium, nicht dem Elternbeirat, nicht dem Bürgermeister. Auch nicht den Schülern und Schulleiter Georg Tischler selbst. Er verlässt nach gerade einmal zwei Jahren die Grund- und Mittelschule Grassau und übernimmt die Leitung einer Schule in seiner Heimat, der Oberpfalz. Fast zwei Stunden wurde Tischler gefeiert, sein Wirken an der Grassauer Schule gewürdigt und er als Freund verabschiedet.

Selbstbestimmt und frei leben

„Ich habe noch so viel zu sagen und merke, dass ich nicht mehr viel Zeit habe. Mir bleiben noch anderthalb Wochen, dann ist das Kapitel Grassau vorbei“, bedauerte Georg Tischler zum Abschied sichtlich gerührt. Die verantwortungsvolle Aufgabe als Schulleiter sei für ihn nicht selbstverständlich gewesen, er habe sie aber sehr gerne erfüllt. Auch, weil er alle gerne gemocht habe und sie ihm wichtig gewesen seien.

Tischler verglich die Schule mit einer Familie, in der gelacht, Spaß gemacht, miteinander gearbeitet und geweint werde – auch wenn es manchmal Ärger gegeben habe, wenn Grenzen überschritten worden seien.

Ihm sei wichtig, dass junge Menschen in der Gesellschaft selbstbestimmt und frei leben könnten, niemanden verletzten und sich für Schwächere einsetzten. Dies den Schülern zu vermitteln, fand er, sei ihm während seiner vier Jahre als Schulleiter sehr gut gelungen. „Ich bin euer Freund“, sagte Tischler abschließend.

Markenzeichen: Hoodie und Käppi

Dass ihn die Schulgemeinde vermissen wird, zeigte der Abschied, den ihm Kollegium, Schüler und Elternvertreter bereiteten: Die Schüler standen bereits Spalier, und die Ehrengäste vervollständigten dieses. Tischler durfte auf einem Skateboard durchrollen, ein besonderer Auftritt für einen besonderen Lehrer. Auch zum Abschied kam der Schulleiter im Hoodie und mit Käppi – seinem Markenzeichen – auf dem Kopf, um, wie Grassaus Bürgermeister Stefan Kattari anmerkte, den Schülern zu zeigen: Er war einer von ihnen – auf Augenhöhe.

„Schade, dass du gehst. Wir haben eine sehr schöne Zeit gehabt“, betonte Konrektor Philipp Bernhofer. Tischler habe seine Aufgabe zu einer unruhigen Zeit übernommen. Es sei ihm gelungen, das Schulschiff in ruhige Gewässer zu führen. Er habe gezeigt, wie modern eine Schule gelenkt werden könne.

Apfelbäumchen für neues Zuhause

Bernhofer hob Tischlers besondere Qualitäten hervor. Darunter Einfühlungsvermögen und das Bestreben, alle gleichzubehandeln. Dies alles mit unglaublichem Engagement und mit einer perfekten Art zu kommunizieren. Skateboard fahren sei für Tischler Inspiration. Wenn es der Pädagoge schaffe, dies zu einem festen Bestandteil der Schulleiterausbildung zu machen, habe er es geschafft, sagte Bernhofer amüsiert. „Wir haben gespürt, wie sehr Schorsch der Schule verbunden war und wie schwer ihm der Abschied fällt“, fügte er hinzu und betonte, wie gut die Zusammenarbeit im Schulleitungsteam war.

Zum Abschied bekam der Rektor einen besonders liebevoll dekorierten Kuchen und zudem ein Apfelbäumchen für sein neues Zuhause. Ein besonderes Geschenk hatte auch die Nachhaltigkeitsgruppe um Mirella Mitrenko. Die Schüler dankten dem Schulleiter für die Möglichkeiten, ihre Ideen umsetzen zu können und schenkten ihm ein Freundschaftsband als äußeres Zeichen der Verbundenheit und Freundschaft. Dem Dank schloss sich Schülersprecherin Feli Weiß an und forderte alle Gäste zu einem tosenden Applaus auf.

Ein riesiges Vorbild

Schwer fiel auch Grassaus Bürgermeister Stefan Kattari der Abschied. Kattari ging in seiner Laudatio auf die kritische Zeit der Leitung mit Planungen für Generalsanierung und Schulhausneubau ein. Tischler habe als Schulleiter seine Ideen und das pädagogische Konzept eingebracht.

Überraschend schlüpfte Bürgermeister Kattari ebenfalls in einen Hoodie. „Du bist ein riesiges Vorbild. Wie du auftrittst, wie du mit den Schülern umgehst und mit jeder Faser ausdrückst, dass keiner besser als der andere ist“, lobte der Rathauschef. Als Freund bedauere er sehr, dass Tischler gehe.

Kommunikation auf Augenhöhe

Der Führungsstil des gebürtigen Oberpfälzers gefiel auch den Musikschulleitern, Wolfgang Diem, Otto Dufter und Johann Schmuck, welche Tischler mit einigen Musikstücken verabschiedeten. Diem dankte für die gute Zusammenarbeit, auch während der beiden schwierigen Jahre mit vielen Einschränkungen, wobei die Musik jedoch nicht zu kurz gekommen sei. Er verwies auf Tischlers Art, auf Augenhöhe mit allen zu kommunizieren. „Du kannst uns gerne einmal in die neue Schule einladen“, sagte Diem.

Herzliche Worte fand auch die Elternbeiratsvorsitzende Michaela Pfautsch, die betonte, dass nicht die Zeit, sondern vielmehr die Spuren, die hinterlassen würden, von Bedeutung seien. Herzensgeschenke brachte der Elternbeirat mit, darunter ein Plakat mit süßen Wünschen, eine besondere Erinnerungstasse und eine Schüssel mit den Lieblingsgummibärchen des Schulleiters.

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