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Sennerin mit Mini-Shettys

Wie Irmi Guggenbichler aus Staudach durch ein außergewöhnliches Geschenk zur Ponyzüchterin wurde

Ende Mai ist das Fohlen auf die Welt gekommen. Irmi Guggenbichler ist den ganzen Sommer über auf der Hefteralm. Manchmal ist auch ihre Enkelin Magdalena zu Gast.
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Ende Mai ist das Fohlen auf die Welt gekommen. Irmi Guggenbichler ist den ganzen Sommer über auf der Hefteralm. Manchmal ist auch ihre Enkelin Magdalena zu Gast.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Shetlandponies sind schon klein, aber es gibt sie noch in Miniaturform: Irmi Guggenbichler, Sennerin auf der Hefteralm, liebt ihre Mini-Shettys. Über eine ganz besondere Pferderasse und wie ein besonderes Geschenk die Staudacherin dazu brachte, sie zu züchten.

Grassau – „Wenn ich zum Fenster rausschaue und meine Mini-Shettys sehe, dann freue ich mich immer“, sagt Irmi Guggenbichler (57), Sennerin der Hefteralm in Grassau. Wie bei Schokolade werde man süchtig. Und wenn man so neben ihr auf der Weide zwischen der kleinen Herde steht und von einem Fohlen angestupst wird, dann kann man das schon ein bisschen verstehen.

Ihr Vater hielt Kaltblüter, sie selbst hatte ein Connemara- und ein Reitpony. Auf einer Ausstellung hat Guggenbichler erstmals Mini-Shettys gesehen und war sofort fasziniert. Vor 22 Jahren zum zehnten Hochzeitstag hat Irmi Guggenbichler von ihrem Mann ein Mini-Shettyfohlen bekommen. „Weil er mir wirklich nie Blumen g‘schenkt hat!“, sagt Guggenbichler lachend.

Süß, aber wesensstark

Die Faszination hält auch über 20 Jahre später noch an. „Sie sind einfach anders!“, nämlich wissbegierig, sozial und ein bisschen eigenwillig. „Ich sag lieber wesensstark!“, ergänzt Guggenbichler. Dass den Minishetlandponys so etwas niedliches anhaftet, dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie eine Ausbildung brauchen. „Sie lernen schnell, aber am schnellsten die Sachen, die sie nicht machen sollen“, sagt die Sennerin und lacht.

Zum Beispiel steigen lernen. Denn Tricks oder Zirkuslektionen könne man den schlauen Ponys gut beibringen. Guggenbichler schätzt zudem an ihnen, dass sie zuverlässige Zugpferde sind. Auch hier trügt der Schein: Zwar werden die Mini-Shettys nicht höher als 78 bis 86 Zentimeter Stockmaß (Maß von den Hufen bis zum Rücken, Anm. d. Red.). Aber kräftig sind sie.

Ursprünglich seien die Mini-Shettys Nutztiere gewesen, nämlich in englischen Minen. „Die waren ganz hinten in den Gruben, daher sind sie vermutlich auch so klein“, spekuliert Guggenbichler. Die Stammbäume der Grubenpferdchen gehen weit zurück. Berichten zufolge soll auch Queen Victoria eine Liebhaberin von Mini-Shettys gewesen sein.

Harte Kriterien für die Zucht

Worauf es bei Zucht und Auswahl ankomme? „Erst einmal muss einem das Pony gefallen“, sagt die Züchterin. Aber Kriterien gebe es eben auch: „Klare Augen, eine gute Maulspalte, dass die Zähne in Ordnung sind und die Proportionen stimmen. Ein schön angesetzer Hals, eine schön Rückenlinie, eine nicht zu lange Mittelhand, eine gut ausgebildete Kruppe, ein schön angesetzter Schweif und gerade Beine.“ Auf das alles komme es an, auch wenn der Laie das nicht auf den ersten Blick erkennt.

Oft höre Guggenbichler die Frage, warum man sich ein Pony anschafft, das man gar nicht reiten könne. Wobei das so nicht stimmt: „Ponys mit 84 Zentimeter Stockmaß dürfen 30 Kilo tragen.“ Für Guggenbichler stellt sich die Frage gar nicht. „Dann dürfte ich mir auch keine Goaß oder ein Alpaka halten“, findet die Züchterin.

Sie hat die Ponys aber nicht nur zum Spaß auf der Alm. Da, wo die Hänge zu steil sind, dürfen die Minishettys zur Landschaftspflege ran. Und wohlgenährt schauen sie wirklich aus. Fast könnte man meinen, dass sie trächtig sind. „Nein, sind sie nicht. Aber sie sollen lange Milch geben, dann sollen sie auch ihr Fressen haben“, findet die Sennerin. Schließlich trinken die Fohlen 20 bis 30 mal am Tag. Insgesamt zwölf Zuchtstuten, sieben Fohlen und sechs gekörte (zur Zucht ausgewählte, Anm. d. Red.) Hengste besitzt Guggenbichler. Es seien tatsächlich ein bisschen viele Hengste, räumt sie ein.

Nicht alle Ponys leben auf der Alm, aber ein Teil von ihnen lebt dort in der Herde. Guggenbichler züchtet die Farbe „Mushroom“, ein blasses Beige, die gerade recht gefragt sei. Prompt deckt der Hengst eine Stute, als die OVB-Reporterin im Gespräch mit Guggenbichler auf der Weide steht. So viel sei gesagt: Es sieht deutlich natürlicher und angenehmer für die Stute aus, als in der Deckbox, wie man sie von Reitställen kennt.

Ponys suchen sich oft Besitzer aus

Guggenbichler ist nicht am kommerziellen Züchten gelegen. „Meine Ponys tragen sich gut. Aber ich habe sicher einen ganz schlechten Stundenlohn“, findet sie. Leicht falle es ihr trotz aller Professionalität als Züchterin nicht, die Ponys zu verkaufen. „Aber alle kann ich halt auch nicht behalten!“ Heuer bleiben zwei bei ihr, die sie schon bei der Geburt ausgesucht habe. Therapieponys habe sie schon vermittelt, aber manchmal geht der Weg auch anders: „Da findet das Pony den Besitzer. Das ist ganz verrückt!“ Natürlich achte sie dabei darauf, dass sie einen guten Platz bekommen. Abgesichert ist sie, denn vertraglich hat sie ein Vorkaufsrecht, wenn die Käufer die Ponys wieder abgeben wollen.

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