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Rosenheimer wegen versuchten Mordes an Ex-Frau vor Gericht

Für Schwester des Opfers „verletzter Stolz“: „Er wollte sie umbringen. Er ist ein Monster“

  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Rosenheim/Traunstein - Wohl aus Eifersucht soll ein Rosenheimer seiner Ex-Frau etliche Messerstiche versetzt haben. Nun muss sich der Mann wegen versuchten Mordes vor dem Traunsteiner Landgericht verantworten.

Update, 15.37 Uhr - Für Schwester des Opfers „verletzter Stolz“: „Er wollte sie umbringen. Er ist ein Monster“

Was früher eine „harmonische Beziehung“ war, habe sich durch den zunehmenden Alkoholkonsum des Angeklagten in den letzten drei Jahren gewendet. So beschreibt die Schwester der 51 Jahre alten Geschädigten das Verhältnis zwischen den beiden jetzt als Zeugin. Sie berichtet von Aggressionen und Streits in der Beziehung. Dazu passt, dass gegen den Angeklagten auch zuvor schon ein polizeiliches Kontaktverbot ausgesprochen wurde, weil er seiner Frau mit dem Umbringen drohte. Daraufhin tauschte die Rosenheimerin ihr Türschloss aus und wechselte die Handynummer.
 
Nach einem Reha-Aufenthalt der Geschädigten habe der Angeklagte dann einen Nebenbuhler vermutet. „Aber das war unbegründet“, so ihre Schwester. Gleich nach der Tat kam sie in die Wohnung der 51-Jährigen und sah sie blutüberströmt. „Ich glaube, er wollte sie umbringen. Das ist dieser verletzte Stolz. Für mich ist er ein Monster, kein Mensch“, so die Frau auf die Frage des Gerichts, ob der Angeklagte die Geschädigte womöglich „nur“ verletzen wollte, so wie er es angab.
 
Auch die Geschädigte und ihre beiden Kinder erscheinen als Zeugen vor Gericht. Der Sohn musste die Tat teils mit ansehen. Alle drei machen aber von ihrem Aussageverweigerungsrecht gebrauch. Die Frau stimmt aber zu, dass der Ermittlungsrichter, der sie nach der Tat vernahm, am kommenden Prozesstag am Montag (9. August) aussagen kann. Auch dem Vorsitzenden Richter Erich Fuchs fällt die Narbe im Gesicht der Frau auf. Als die Kinder des Angeklagten vor Gericht erscheinen, bricht der Rosenheimer in Tränen aus.
 
Der Prozess wird am Montag fortgesetzt. Auf dem Programm stehen, neben der Aussage des Ermittlungsrichters, auch die Gutachten und die Plädoyers. Womöglich wird auch das Urteil dann schon gesprochen. 

Update, 13.19 Uhr - Wollte Rosenheimer seine Ex mit „Hurenschnitt“ ins Gesicht unattraktiv machen?

Jetzt hat sich auch der Angeklagte geäußert - und gesteht die Tat zum Teil ein. „Sie hat mich verletzt - und ich wollte sie verletzten“, so der Rosenheimer. Damit lässt der Mann auch etwas zum möglichen Motiv Eifersucht durchblicken. „Ich wollte, dass sie mindestens eine Narbe hat“, so der 54-Jährige. Dass es sich bei den Messerstichen ins Gesicht um einen „Hurenschnitt“ handelte, wie es das Gericht vermutet, um die Frau für andere Männer unattraktiv zu machen, wies der 54-Jährige zurück.
 
Auch die Aussagen von Polizisten, die den Angeklagten am Salinplatz in Rosenheim festnahmen, deuten auf Eifersucht als Motiv hin. „Ich wollte ihr eine Lehre erteilen“, habe der Angeklagte gesagt, weil ihn seine Frau mit mehreren Männern betrügen würde. Als die Polizei nach der Tat nach dem Mann fahndete, stellte er sich selbst. Mit den Worten „Ich habe gerade meine Frau attackiert“, sei er an die Polizei herangetreten. Er habe sie aber „nur“ verletzen und nicht umbringen wollen. „Er war recht ruhig und eigentlich auch kooperativ“, so einer der Beamten im Zeugenstand. 

Update, 12 Uhr - Angeklagter filmte Tat: Erschütterndes Video wird vor Gericht gezeigt

Es sind drei Minuten und zehn Sekunden Dramatik und Grauen: Der Angeklagte filmte seine Tat von Anfang bis zum Schluss, jetzt wird es vor dem Traunsteiner Landgericht gezeigt. „Jetzt fahre ich in den fünften Stock“, hört man den Rosenheimer sagen, als er in den Lift steigt. Dann sperrt er die Wohnungstür seiner Ex-Partnerin auf und geht zielstrebig in die Küche.

Gleich danach beginnt das Gerangel, man sieht lange Haare an der Kameralinse vorbeifliegen, der gemeinsame Sohn kommt in die Küche gerannt und reißt erschrocken die Augen auf. Dann immer wieder spitze Schreie der Geschädigten: „Hol die Polizei! Hilfe!“ Kurz sieht man Bluttropfen auf dem Boden. Die Messerstiche sehen zu müssen, bleibt den Prozessbeteiligten erspart, denn der Angeklagte legte dann das Handy auf einen Küchentisch, es filmte in Richtung der Decke.
 
Die direkte Auseinandersetzung zwischen dem 54-Jährigen und seiner getrennt lebenden Ehefrau dauerte rund eine Minute. Als das Video gezeigt wird, sitzt der Angeklagte mit gesenktem Kopf im Gerichtssaal, hält sich dabei die Hände vors Gesicht.

Update, 10.19 Uhr - Mit nachgemachtem Schlüssel in die Wohnung der Ex und sie versucht abzustechen?

Jetzt hat der Prozess gegen den 54-jährigen Rosenheimer begonnen, die Anklage wird verlesen - und damit werden auch die Details bekannt, die dem Mann zur Last gelegt werden. Es war seine getrennt lebende Ehefrau, auf die der gebürtige Bosnier am 20. Februar losgegangen sein soll.

Mit einem heimlich nachgemachten Schlüssel sei der 54-Jährige in die Wohnung der Frau am frühen Abend eingedrungen, in der Hand ein Messer mit zehn Zentimeter Klingenlänge. Laut Staatsanwaltschaft sei die Ex-Frau des Angeklagten nichtsahnend in der Küche gestanden und habe den Mann auch nicht bemerkt. „Der Angriff war für die Geschädigte vollkommen überraschend“, so die Staatsanwaltschaft.
 
Dann habe das Martyrium begonnen: „Er packte sie an den Haaren und stach ihr in Tötungsabsicht mit dem Messer in das Gesicht und äußerte unmittelbar danach in bosnischer Sprache, dass sie einen Bekannten ‚ficken soll‘“, so der Staatsanwalt. Am Boden sei die Auseinandersetzung dann weitergegangen, mit weiteren Messerstichen. Irgendwann sei es der Frau gelungen, dem Angeklagten das Messer zu entreißen und aus der Wohnung zu fliehen. Nachbarn riefen die Polizei.
 
In der Anklage sind die Verletzungen der Frau aufgelistet. Die Staatsanwaltschaft berichtet von Schnittwunden an der Nase, am Hinterkopf, am Brustkorb, am Unterarm und am Daumen. Der 54-Jährige sei nach der Tat ebenfalls aus der Wohnung geflohen, konnte kurz danach von der Polizei aber im Rosenheimer Salinpark aufgegriffen werden. Jetzt ist er angeklagt wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung.

Erstmeldung:

Am 20. Februar soll der Rosenheimer seine Ex-Frau in deren Wohnung mit dem Messer attackiert haben. Laut Staatsanwaltschaft landete das Messer auch im Gesicht der Frau. Nach der Tat sei der 54-Jährige geflüchtet und im Rahmen einer Fahndung von der Polizei im Salinpark verhaftet worden. Die Anklage lautet auf versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung.

Der Prozess am Traunsteiner Landgericht beginnt am Dienstag (3. August) um 9 Uhr. Weitere Verhandlungstage sind für 9. und 10. August angesetzt. rosenheim24.de wird aktuell aus dem Gerichtssaal berichten.

xe

Rubriklistenbild: © Uwe Lein/dpa

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