CHIEMSEEHOSPIZ IN BERNAU

Menschen sollen „in Würde sterben“

So soll das Chiemseehospiz in Bernau aussehen. Über den Bauantrag soll bald entschieden werden. Ludes GeneralplanerGmbH

„In Würde sterben“: Dieses Ziel sei die Motivation für den Bau eines Hospizes, sagte Günther Pfaffeneder, Vorstand im Chiemseehospiz-Verein, bei einer Informationsveranstaltung der Gemeinde Bernau im Gasthof Kampenwand. Er stellte die Pläne für den hellen und in warmen Farben gehaltenen Neubau vor.

Bernau – Pfaffeneder ging kurz auf die Vorgeschichte ein. 2013 angedacht, wurde knapp vier Jahre später der Förderverein Chiemseehospiz mit den beiden Landkreisen Rosenheim und Traunstein, der Stadt Rosenheim , der Gemeinde Bernau sowie den vier Hospizvereinen in Rosenheim, Prien, Traunstein und Berchtesgadener Land sowie der Caritas Traunstein als Mitglieder gegründet. Dem folgte die Gründung des den Landratsämtern Rosenheim und Traunstein unterstehenden gemeinnützigen Kommunalunternehmens (gKU).

Vorsitzender des Fördervereins ist Ex-Landtagspräsident Alois Glück. Entstehen soll das Hospiz auf einem Grundstück in Bernau. Die zunächst vom Freistaat Bayern für das Areal auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt mit einer Million Euro veranschlagte Summe wurde schließlich für 65 Jahre auf Erbpachtbasis mit eventueller Verlängerung um 35 Jahre angeboten.

Pfaffeneder stellte dann den vom Architekturbüro Ludes aus München entwickelten Plan vor. Alle zehn Zimmer im Erdgeschoss seien nach Süden oder Westen ausgerichtet. Unterbrochen von zwei Patios (Innenhöfen) und einem „Raum für Stille“ (Pfaffenender: „Der wird hell gestaltet, soll aber von außen nicht einsehbar sein“) werden im Erdgeschoss auch der gesamte Pflegebereich mit Küche, Ess- und Aufenthaltsraum sowie Büros angesiedelt.

In einem kleineren Obergeschoss werden zwei wie Pflegezimmer ausgestattete Gästezimmer und ein Versammlungsraum untergebracht, im Dachgeschoss die Technik.

Die Kosten für das Hospiz bezifferte Pfaffeneder mit 6,2 Millionen Euro. „Ich weiß, das ist kein Schnäppchen“, aber die Wünsche bei technischen Einrichtungen wie einem „Wohlfühlzimmer“ statt einem Pflegebad oder doppelten Flügeltüren statt normaler Türen und beim Außenbereich summierten sich.

Bernaus Altbürgermeister Klaus Daiber hakte bei Details wie Standort und Hospizgröße nach. Pfaffeneder erklärte, dass man, bezogen auf die Einwohnerzahl der Region und den Umstand, dass pro 60 000 Einwohner ein Hospizplatz als notwendig angesehen werde, nur zehn, maximal zwölf Betten anbieten könne.

Ein Hospiz sei anders zu betrachten als eine Palliativstation und sei als „Ergänzung“ zu sehen, so Pfaffen eder auf eine weitere Nachfrage aus dem Publikum. Auf einer Palliativstation verweilten Patienten „zeitlich begrenzt“ und die Patienten gingen wieder nach Hause, anders sei es im Hospiz. Hier sei es endgültig, die Patienten zwischen zwei Stunden und einem dreiviertel Jahr in der Einrichtung.

Auf Nachfragen aus dem Publikum ging Pfaffeneder noch einmal auf die Finanzierung ein. Üblicherweise übernähmen die Kassen 95 Prozent der Aufenthaltskosten in einem Hospiz. Für den Rest müsse der Träger aufkommen. „Das ist keine schlechte Lösung“, so der Geschäftsführer, man habe schließlich „drei potente Landkreise und die Stadt Rosenheim im Rücken“. Pfaf fen eder bedankte sich beim OVB und seinen Lesern, die im Rahmen der Weihnachtsaktion „Leser zeigen Herz für Hospizbewegung“ über 875 000 Euro gespendet hatten, wovon wiederum knapp zwei Drittel in das Chiemseehospiz fließen.

Bernaus Bürgermeister Philipp Bernhofer sagte, dass hoffentlich bald über den Bauantrag entschieden werden könne.

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