SCHLOSSSERENADE

„Mein Liebstes bist Du“

Der Männerchor Grabenstätt, Sprecher Gustl Lex und Harfenistin Katharina Wiesholler begeisterten die Besucher bei der Schlossserenade in Grabenstätt.  Müller
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Der Männerchor Grabenstätt, Sprecher Gustl Lex und Harfenistin Katharina Wiesholler begeisterten die Besucher bei der Schlossserenade in Grabenstätt. Müller

Grabenstätt. – Die Schlossserenaden des Männerchors Grabenstätt mit dem unverwechselbaren G´schichtenerzähler und Mundartdichter Gustl Lex sind legendär, deshalb verwunderte es nicht, das die Schlosshalle trotz des EM-Achtelfinalspiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft fast ganz besetzt war. Standesgemäß hieß der Männerchor unter der Leitung von Martin Lex die Gäste mit dem Lied „Wann Mannerleut singan“ willkommen, um dann mit „Sonnenschein auf allen Wegen“ einen klangvollen Ausflug in die Natur zu unternehmen.

Zusätzlich bereichert wurde der kurzweilige Abend von der Grabenstätter Harfenistin Katharina Wiesholler, die einmal mehr bewies, dass sie in der Region zu den Besten ihrer Zunft gehört.

Einer der Höhepunkte war das Lied „La strada ferata“, das extra für die Einweihung der Bahnlinie Wien-Triest im Jahr 1857 komponiert worden war. Die Serenaden-Besucher fühlten sich umgehend an einen altehrwürdigen Bahnhof des österreichischen Kaiserreichs versetzt, so authentisch ahmten die Sänger das Dampfen, Pfeifen und Zischen einer ratternden Dampflokomotive nach. Als sich der fiktive Qualm und Ruß verzogen hatten, „sonnten“ sich die Sänger im verdienten Applaus. Und weil es so schön war, blieb man gleich südlich der Alpen und machte mit „Ticino de Vino“ der italienischen Schweiz, genauer gesagt dem Tessin die Aufwartung.

Bevor die beiden Liebeslieder „Mein Liebstes bist Du“ und „Aber dich gibt´s nur einmal für mich“ angestimmt wurden, kam Lex auf den „bedeutendsten bayerischen König“ Ludwig I. zu sprechen, der ein universalgebildeter und weitsichtiger Staatsmann mit Hang zu soliden Staatsfinanzen gewesen sei, aber auch eine Schwäche für das weibliche Geschlecht gehabt habe. Diese hätte er auch gerne seinem Enkel Ludwig II. vermittelt, so Lex, doch dessen Leidenschaft sei bekanntlich eine andere gewesen.

Beim „Schlegellied“ wurde einem bewusst, welch harte körperliche Arbeit die Vorfahren tagtäglich verrichten mussten, so auch beim Bau der Landshuter Martinskirche, dem mit 130,1 Metern höchsten Kirchturm Bayerns und höchstem Backsteinturm der Welt, wie Lex anmerkte. Beim „Sumberger Bauer“ sangen die Chormänner zu den feinen Harfenklängen Wieshollers. Nachdem sie die Abendglocken gefühlvoll erklingen hatten lassen, folgte der Jodler „Der Verliabte“ als Zugabe. mmü

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