Mehrere Gründe für Feiern und Feste

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Im Spätsommer 2013 gab es in Prien einiges zu feiern. Die Gemeinde konnte das neue Haus für Kinder Marquette einweihen, die staatliche Realschule freute sich über ihre Taufe zur "Chiemsee-Realschule". Und beim "Moar z'Bruck" feierten die Goaßlschnalzer mit anderen Vereinen ihr 50-jähriges Bestehen. Die Chiemgau-Zeitung erinnert in der fünften Folge ihres Jahresrückblicks nochmal an wichtige Themen und Ereignisse aus den Monaten September und Oktober.

September

Die jungen Leute kehren zurück: Die offene Jugendarbeit in der Gemeinde mit der "T-Stube", wie sich der Jugendtreff "Teestube" am Seestraßenkreisel jetzt schreibt, ist nun auch personell wieder einen Angelegenheit des Marktes Prien. Einige Jahre lang waren die Mitarbeiter beim Diakonischen Werk Rosenheim angestellt, das in der Marktgemeinde unter anderem auch das die Mitarbeiter im "Haus für Kinder Marquette" stellt. Jetzt steht "T-Stuben"-Leiterin Denise Lamich wieder beim Markt Prien unter Vertrag. Ab Dezember wird sie Verstärkung bekommen. 

Die kleinen Leute ziehen ein. Am Dienstag, 3. September, ab 7 Uhr kehrt im neuen "Haus für Kinder Marquette" Leben ein. Ein Wasserschaden an Ostern hatte den Umzug vom Altbau, der nun abgerissen wird, ins neue Domizil verzögert. 2,35 Millionen Euro kosten die beiden quadratischen, zweigeschossigen Gebäude, die durch einen Zwischenbau verbunden sind. Knapp 1,2 Millionen Euro bekommt der Markt Prien als Zuschuss, ein großer Teil vom Rest wird durch den Verkauf von sechs Doppelhausparzellen in unmittelbarer Nachbarschaft gegenfinanziert, die inzwischen alle veräußert sind.

Mit dem neuen Marquette verdreifacht sich die Zahl der Krippenplätze auf 36 in drei gleich großen Gruppen. Außerdem finden bis zu 50 Mädchen und Buben in zwei Kindergartengruppen Platz und Betreuung durch 15 fachkundige Mitarbeiterinnen. Der neue Spielplatz an der Stelle, wo der Altbau stand, soll im Frühjahr 2014 aufgebaut werden.

Das Kind hat einen Namen. Ein Jahr nach ihrer Gründung tauft Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle die staatliche zur "Chiemsee-Realschule" und ernennt die bisher kommissarische Direktorin Kerstin Haferkorn offiziell zur Schulleiterin.

In den Sommerferien hat der Landkreis den 50 Meter langen Pavillon-Komplex auf dem Kursaal-Parkplatz um eine Etage aufgestockt. Jetzt ist nicht nur Platz für aktuell 185 Mädchen und Buben in sieben Klassen, sondern auch für diejenigen, die 2014 und 2015 in jeweils einer Jahrgangsstufe dazukommen werden.

Derweil will der Landkreis für geschätzte 8,5 Millionen Euro einen neuen Trakt an die kommunale Realschule anbauen, die ab 2014 nach Süden im Richtung Marktplatz wachsen soll. Die letzten notwendigen Beschlüsse als Voraussetzung für den Baubeginn sollen Ende Januar im Kreistag und im Marktgemeinderat gefällt werden. Am Ende sollen beiden Realschulen unter einem Dach vereint werden.

Nicht ganz einfach gestaltet sich das Kooperationsmodell zwischen Mittel- und Chiemsee-Realschule, die eine Grundvoraussetzung für die Teilverstaatlichung der Realschule war aus einem einfachen Grund: Für die Mittelschüler fängt der Unterricht "erst" um 8 Uhr an, für die Realschüler schon eine Schulstunde früher.

Die Jugend formiert sich neu. Der Jugendrat, die Interessensvertretung der jungen Leute in der Marktgemeinde, bastelt an einer neuen Satzung. Weil das Gremium nach Arbeits- und Studien bedingten Wegzügen nur noch schwach besetzt ist, will es sich für eine breitere Altersschicht und Jugendliche öffnen, die in Prien zur Schule gehen, aber andernorts wohnen. 2014 soll Neuwahl sein. Vorher erfüllt die Marktgemeinde einen Wunsch. Der Skaterplatz im Sportpark ist arg ramponiert, der Jugendrat sammelt Ideen für eine Auffrischung. Die Kommunalpolitik stellt 50000 Euro bereit, damit die im neuen Jahr erledigt werden kann.

Oktober

Mehrere Vereine feiern 2013 runde Geburtstage und beweisen trotz ihres hohen Alters, dass sie noch top in Schuss sind. Der Chiemsee Yachtclub wird 100, der Radfahrverein sogar 120. Und die Priener Goaßlschnalzer, die als Erfinder des Gruppenplattelns gelten, lassen es ebenfalls buchstäblich krachen. Zum 50. Jahrestag ihrer Gründung stellen sie zusammen mit den Pferdezüchtern, dem Trachtenverein und den Jungbauern beim "Moar z'Bruck", wo ihr Vorsitzender daheim ist, ein großes Festzelt auf. Höhepunkte der gut besuchten Festtage sind eine Kaltblut-Stutenprämierung, bei der 100 Rösser präsentiert werden, und die bayerische Meisterschaft im Einzelschnalzen, bei der Barthi Fleck aus Traunwalchen seinen Titel aus dem Jahr davor verteidigt.

Prien gewinnt den ersten Preis beim Euregio-Wettbewerb "Ich-Du-Wir - Gemeinde schafft Gemeinschaft". Eine Jury würdigt damit die Unterstützung von Gemeindeverwaltung und Kommunalpolitik bei der Verwirklichung der Wohnanlage der Vereins "Leben mit Handicap" für 30 zumeist junge Erwachsene in Stauden. 30 sogenannte Inklusionsprojekte aus Salzburg und Südostbayern standen zur Wahl. Im kleinen Kursaal übergeben die Initiatoren (Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten, Lebenshilfe Salzburg und Behandlungszentrum Aschau, mit finanzieller Unterstützung der Euregio) im Rahmen einer großen Feier die Preise an die Sieger.

Weitere Berichte aus Prien heute auf Seite 14

Die Felder werden abgesteckt. Kurz hintereinander stellen der parteilose Amtsinhaber Jürgen Seifert und CSU-Herausforderer Michael Anner die Weichen für den Bürgermeisterwahlkampf. Seifert kann auf die Unterstützung mehrerer Parteien und Gruppierungen setzen, die im aktuellen Marktgemeinderat elf der 24 Mandate auf sich vereinen, Anner auf den breiten Rückhalt der Priener Christsozialen, die den Sprecher ihrer zehnköpfigen Fraktion und Ortsvorsitzenden einstimmig nominieren. Weitere Kandidaten für den Chefsessel im Rathaus sind nicht in Sicht. Am 16. März werden die Prienerinnen und Priener entscheiden.

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