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Mehr Restmüll durch Corona

So verteilen sich die Abfallmengen im Landkreis Traunstein auf unterschiedliche Müllsorten an Wertstoffhöfen und Container-Standorten. Klinger/Landratsamt Traunstein
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So verteilen sich die Abfallmengen im Landkreis Traunstein auf unterschiedliche Müllsorten an Wertstoffhöfen und Container-Standorten. Klinger/Landratsamt Traunstein
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Traunstein –Bei weiter gestiegenen Einwohnerzahlen im Jahr 2020 hat der Landkreis Traunstein eine gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhte Restmüllmenge von 27 651 Tonnen an das Müllheizkraftwerk in Burgkirchen geliefert.

Das ergibt 155,8 Kilogramm je Einwohner. Dieser Wert liegt aber noch immer unter dem Durchschnitt in Bayern wie Oberbayern. Das betonte Vize-Landrat Sepp Konhäuser vor dem Ausschuss für Umwelt und Abfallwirtschaft. Er führte die Mengenzunahme auf die Corona-Pandemie zurück, ebenso Astrid Steinkirchner, Sachgebietsleiterin im Landratsamt.

AktiverUmweltschutz

„Die Abfallwirtschaft betreibt aktiven Umweltschutz“, betonte die Fachfrau. Derzeit existierten 34 Wertstoffhöfe im Landkreis – 26 kommunale und acht von Privatfirmen mit einem erweiterten Spektrum, zum Beispiel Altholz. Neu im Angebot der Sammelfraktionen seien Container für Spraydosen. Seit Mai 2021 werde Bauschutt recycelt, nach technischer Aufbereitung beispielsweise im Straßenbau verwendet.

Die „Grünguttage Traunreut“ habe der Landkreis auch 2020 und 2021 bezuschusst. Die Grüngutentsorgung sei neu vergeben worden mit Wirkung ab Januar 2022. Unter den Informationen Steinkirchners zu Neuerungen war die bis Ende März 2023 verlängerte Sammlung von Nichtverpackungs-Kunststoffen wie Gießkannen oder Wäschekörben. Im Dezember 2020 sei die Abfallwirtschafts- und Gebührensatzung wegen der Biotonne geändert worden. Verschiedene neue Abschlüsse seien mit dem Dualen System Deutschland („Grüner Punkt“) erfolgt.

Steinkirchner legte dem Ausschuss viele Zahlen vor. Coronabedingt fiel die Frühjahrssammlung 2020 des Giftmobils aus. Im Herbst 2020 wurden rund 15,1 Tonnen an Lacken, Laugen, Säuren, Pflanzenschutzmitteln, Chemikalien, Altöl, aber auch Brems- und Kühlflüssigkeiten sowie Feuerlöscher in kleineren Mengen mitgenommen und fachgerecht entsorgt. Letztes Jahr fielen knapp 1,62 Millionen Entleerungen der etwa 59 500 Restmülltonnen an. Jedes Jahr kommen ungefähr 500 dieser schwarzen Behälter neu hinzu. Das „jüngste Kind“, so die Referentin“, sei die im Dezember 2020 eingeführte Biotonne mit bislang fast 31 000 Behältern und knapp 568 000 Leerungen. Die Anschlussquote von anfangs 52 Prozent der Haushalte werde sicher noch steigen. Damit verringere sich der Restmüll. Zu den Wertstoffhöfen und Containerstandorten wurden gemäß Steinkirchner 2020 von den Bürgern enorme Mengen gebracht.

Mit Augenzwinkern präsentierte sie das „neueste Gerücht“: „Im Müllheizkraftwerk Burgkirchen soll ein Gorilla sein.“ Damit spielte sie auf einen Aufklärungscartoon für Kinder an, der die Anlage des Zweckverbands Abfallverwertung Südostbayern (ZAS) erläutert.

Insgesamt seien in Burgkirchen 243 000 Tonnen Restmüll verarbeitet worden, vorwiegend aus dem Landkreis Traunstein, aber auch aus Ebersberg und von anderen Anlieferern. Die Kosten für den Landkreis bezifferte sie mit 78 Euro je Tonne im Jahr 2019, 68 Euro 2020 und ab 2021 für die folgenden zwei Jahre mit 63 Euro je Tonne. „Dem Müll auf der Spur“ heiße eine Abfall- und Umweltberatung des ZAS für Schulklassen. Wegen Corona mussten die Besuche in Burgkirchen seit April 2020 gestrichen werden, sollen aber im Oktober oder November wieder starten, so Steinkirchner. Der ZAS und der Landkreis Traunstein teilen sich in die Buskosten.

„Schwere Geburt“der Biotonne

In der Aussprache nannte SPDplus-Kreisrat Claus Pichler die Biotonne „eine schwere Geburt“. Auf Frage zu „Geburtswehen“ antwortete Steinkirchner, man habe mit einer höheren Anschlussquote gerechnet, sei dennoch „sehr zufrieden“. Bezüglich Beschwerden über Geruchsentwicklungen verwies sie auf Tipps auf der Webseite: „Wenn man die einhält, gibt es kaum eine Geruchsbelästigung.“

Außerdem sei der Sommer bisher nicht zu heiß verlaufen. Sammelmengen und Verunreinigungen bewegten sich im grünen Bereich, betonte die Fachfrau.

Sitzungsleiter Sepp Konhäuser hatte eigene Erfahrung parat: „Früher war meine Restmülltonne immer voll. Durch die Biotonne ist das deutlich weniger geworden.“ Er sei schon gespannt, wie es mit Verbrennung von Biomüll laufen werde.

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