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Energieagentur wird Potenzialbericht ausarbeiten

Mehr Photovoltaik-Strom von Traunsteiner Kreisgebäuden

Der Landkreis Traunstein will künftig noch mehr Solarstrom anzapfen.
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Der Landkreis Traunstein will künftig noch mehr Solarstrom anzapfen.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Der Landkreis Traunstein geht in die Offensive und will noch mehr Strom von der Sonne produzieren. Auf einen Antrag der Grünen im Kreisausschuss hin werden nun weitere Gebäude geprüft. Wobei Landrat Siegfried Walch (CSU) Walch auf Wirtschaftlichkeit pocht. Der Landkreis will nicht dauerhaft draufzahlen.

Traunstein – Hinter den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen auf zusätzliche Photovoltaikanlagen (PV) auf Landkreisgebäuden stellten sich in der jüngsten Sitzung alle Mitglieder des Kreisausschusses. Die Energieagentur Südostoberbayern GmbH, eine Gesellschaft der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land, wird eine entsprechende Potenzial- und Investitionsanalyse ausarbeiten. Dann entscheidet der Kreisausschuss über die weiteren Schritte.

Ins Netz eingespeist und Eigenverbrauch

Nach Worten von Landrat Siegfried Walch (CSU) startete der Landkreis Traunstein seine Aktivitäten auf kreiseigenen Gebäuden im Jahr 2000. Die erste kleine PV-Anlage wurde auf dem Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg errichtet. Bis Ende 2020 wurde der Strom komplett ins Netz eingespeist. Seit Anfang 2021 verbraucht ihn die Schule selbst. Gleiches gilt für die Anlage auf dem Dach der Landwirtschaftsschule in Traunstein. Dazu der Landrat: „Dies zeigt, dass eine Photovoltaikanlage auch nach 20 Jahren noch etwas leisten kann.“

In den vergangenen zehn Jahren entstanden auf Landkreisgebäuden weitere PV-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 1109 Kilowatt (kW). An den Kreisdeponien in Litzlwalchen und Bergen-Enthal sind Freiflächenanlagen mit einer Gesamtleistung von 2600 kW pro Jahr installiert. 2020 kamen Anlagen an der Realschule in Marquartstein und an der neuen Realschule in Trostberg hinzu. Diese jüngsten Anlagen wurden mit Batteriespeichern kombiniert.

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Der Landrat konstatierte: „Auch hier sind wir am Puls der Zeit und testen neue Technologien. Wir nutzen interessante Möglichkeiten und gewinnen nicht nur technisch aufschlussreiche Erfahrungswerte.“ In Summe würden aktuell jährlich rund 3,5 Gigawattstunden an regenerativem Strom auf Dächern von Kreisimmobilien produziert.

Siegfried Walch zog das Fazit: „Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen wird seitens der Verwaltung sehr positiv gesehen. Die Technik hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Deshalb können jetzt möglicherweise weitere PV-Anlagen auf Dachflächen, die früher nicht in Frage kamen, entstehen.“

In der Vergangenheit habe man sich primär auf Flächen mit Ausrichtung nach Süden und Westen beschränkt.

Zusätzliche Bedeutung gewinne das Thema durch Aspekte wie Eigenverbrauch und Stromspeicherung. Walch begrüßte ausdrücklich die Grünen-Forderung auf entsprechende Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Für die Antragsteller begründete Christoph Bauhofer, die verschiedenen Energiemöglichkeiten sollten überprüft werden, um Lücken zu schließen. Dabei solle der Landkreis auch an die Kommunen denken. Bauhofer wörtlich: „Als Kreis vorauszugehen ist auch ein Signal für die Kommunen.“ Ergänzendes Ziel müsse „eine möglichst hohe Eigennutzung des Stroms“ sein.

Günstige Angebote für Mieter schaffen

„Das ist wirklich ein sehr guter Vorschlag“, lobte Hans-Jörg Birner (CSU). Der Strom werde aktuell nicht immer in den Gebäuden selbst genutzt. Der Kreisrat regte an, den Aspekt günstigen Strom für Mieter ebenfalls zu prüfen.

„Wir müssen den ökologischen Herausforderungen gewachsen sein“, unterstützte sein CSU-Kollege Josef Mayer. Gut sei, das Projekt im Landratsamt umzusetzen. Der Landrat ergänzte: „Die Strompreise werden weiterhin steigen. Wir erzeugen am meisten Signalwirkung, wenn wir der Bevölkerung zeigen, dass Maßnahmen Sinn machen.“

Von einem „sehr guten Antrag“ sprach Johann Schild (SPDplus). Man solle nicht nur Südseiten betrachten, sondern an „schlechtere“ Dachflächen denken: „Im Vergleich zu Südlagen kann man dort zwischenzeitlich etwa 70 Prozent der Energie gewinnen.“ Notwendig seien „Last-Messungen“, also Untersuchungen, wann genau Strom gebraucht werde.

Schild regte an, benachbarte Gebäudedächer einzubeziehen und kleine Netze zu schaffen. Nicht überall könne der Strom direkt genutzt werden. Doch auch eingespeister Strom werde relativ schnell wirtschaftlich. Jede Möglichkeit, „grünen Strom“ herzustellen, solle der Landkreis ergreifen, so Johann Schild.

Landrat Walch fasste zusammen: „Wir schauen uns alles offen an. Bereits einbezogen sind die Energieagentur und die Abteilung Hochbau im Landratsamt.“ Er sagte zu, wie von Dr. Lothar Seissiger (FW/UW) angeregt, neue Wege zur Stromspeicherung zu berücksichtigen.

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