Mehr Imker aktiv im Verein, aber weniger Bienenvölker

Grassau - Die Zulassung der Genmaissorte 1507 war ebenfalls Thema in der Frühjahrsversammlung des Grassauer Imkervereins im Gasthof Sperrer. Klare Worte hierzu fand Vorsitzender Alfons Baumgartner.

"Die Imkervereine haben auf die Gefahren der Genmaissorte 1507 für alle Bestäuberinsekten hingewiesen", betonte Baumgartner. Denn diese Maissorte sei noch giftiger als Mon 810 - Genmais der Firma Monsanto - und für Schmetterlinge zu hundert Prozent tödlich. "Wir hatten ein klares Nein der deutschen Regierung erwartet", so Baumgartner. Vollkommen unverständlich sei, dass der Bundestag auch mit den Stimmen von Dr. Peter Ramsauer (CSU) und Dr. Bärbel Kofler (SPD) für die Zulassung gestimmt haben. Baumgartner wörtlich: "Sie vertreten damit als Volksvertreter nicht das Volk, sondern die Interessen der Gen-Konzerne". CSU und SPD hätten sich vor der Bundestagswahl gegen Gentechnik auf dem Acker ausgesprochen.

Er erinnerte auch an den Beschluss des Kreistags von 2008 gegen Gentechnik und für einen gentechnikfreien Landkreis. Weiter informierte er, dass der deutsche Imkerbund entsetzt sei und das Verhalten der Politiker nicht nur als einen "Schlag ins Gesicht der Verbraucher, sondern auch der Imker" bezeichnet habe. Laut Bürgermeister Rudi Jantke sei das Abstimmungsverhalten der großen Koalition eine große Enttäuschung gewesen.

Positiv sei, dass in den letzten drei Jahren zehn Neuimker dem Verein beigetreten seien, in dem nunmehr 33 Imker aktiv sind, informierte Baumgartner. Allerdings habe sich die Zahl der Bienenvölker reduziert. Waren es noch vor einigen Jahren über 400 Völker, so seien nur mehr 257 vorhanden. 29 Imker betreuen weniger als 15 Völker und nur vier haben mehr. Der Trend, mehr Imker, weniger Völker setze sich fort. Für die Gemeinde sei dies aber gut, denn die Bienen seien auf mehrere Gebiete verstreut.

Baumgartner sprach von einer überraschend großen Ernte im vergangenen Jahr und dies trotz des langen Winters und markanten Hochwassers. Matthias Rappl erklärte, dass die Bienen bis in den Spätherbst aktiv waren.

Zur Jugendarbeit informierte der Vorsitzende, dass Otto Göls mit den Ferienkindern Insektenhotels baute und auch wieder Schulklassen betreut wurden. Wie wichtig das Kinderferienprogramm sei, stelle Rappl heraus. Er habe in Marquartstein Ferienkinder betreut. Als Kassenführer wusste Rappl auch von interessanten Förderungen für Imkerei-Anfänger. Er zeigte zudem die Auswertung der Stockwaage, die Aufschluss über die Aktivitäten im Bienenstock gebe. So wurde auch die ungewöhnlich späte Tracht augenfällig.

Den "Blumenwiesen im Achental" widmete sich Biologe Stefan Kattari. Ohne den Menschen gäbe es hier gar keine Wiesen sondern nur Wälder. Bilder von heimischen Blumen und Wildkräutern ergänzten den Vortrag. Der Gebietsbetreuer im Ökomodell erläuterte das Ziel, in den Gemeinden kleine Blühwiesen auf gemeindeeigenen Flächen zu realisieren, auch um Bienenweiden zu schaffen. tb

Kommentare