Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Abriss der Turnhalle, neue Gebäude und Anbau beim alten Parkhotel geplant

Medical Park will in Felden erweitern

Die Tennishalle soll abgerissen werden und stattdessen Ausgleichsflächen und Parkplätze entstehen. Dafür will das Unternehmen zwei neue Gebäude näher an der Klinik bauen.
+
Die Tennishalle soll abgerissen werden und stattdessen Ausgleichsflächen und Parkplätze entstehen. Dafür will das Unternehmen zwei neue Gebäude näher an der Klinik bauen.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
    schließen

Fast 300 neue Therapieplätze, 30 neue Mitarbeiter und zwei neue Gebäude – der Medical Park hat mit seinen Kliniken im Bernauer Ortsteil Felden große Pläne. Architekt Alexander Berthold und Vorsitzender Ulf Ludwig von den geschäftsführenden Direktoren des Medical Park stellten die Pläne dem Gemeinderat vor.

Bernau – Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) betonte, dass das Gremium Fragen stellen könne, die Diskussion zu den Plänen aber erst in der nächsten Sitzung folge. Dementsprechend gab es auch keine Abstimmung.

Ausgleichsfläche und Parkplätze

Laut Berthold soll die rund 2050 Quadratmeter große Tennishalle abgerissen werden. Sie werde nicht mehr als Therapieeinrichtung benötigt und sei von den anderen beiden Medical-Park-Gebäuden weit entfernt, was lange Wege für Mitarbeiter und Patienten mit sich bringe. Auf dieser Fläche sollen Parkplätze und eine großzügige Ausgleichsfläche entstehen mit Bäumen, die dem Schallschutz dienten.

Stattdessen erwägt das Unternehmen laut den Schilderungen des Architekten zwei Neubauten auf einem Teil des Parkplatzes unterhalb der Grünfläche und näher an den beiden bestehenden Klinikgebäuden zu errichten. In diesen Klinikhäusern werden die Fachbereiche Orthopädie, Traumatologie und Sportmedizin abgedeckt. Viele Erweiterungsmöglichkeiten gebe es nicht, so Berthold weiter, das Klinikgelände befinde sich im Außenbereich ohne Bebauungsplan, ist vom Landschaftsschutzgebiet am Chiemsee umgeben, aber davon ausgenommen. Mit der Gemeinde zusammen könne die Straße verlegt werden, damit Platz für die beiden neuen Räume gewonnen wird.

Bewusst seien zwei neue Gebäude gewählt worden, um nicht „zu massiv zu werden“, schilderte der Architekt. Die überbaute Fläche wäre im Vergleich zur jetzigen Tennishalle um rund 130 Quadratmeter größer. Die Wandhöhe würde sich mit etwa 6,80 Meter an den Bestandsgebäuden orientieren, ebenso die Gestaltung.

Das könnte Sie auch interessieren: OVB-Themenseite Bernau

In einem der beiden neu geplanten Gebäude sollen ein Restaurant, Therapieräume und ein Teil der 90 neuen Zimmer für die orthopädische Klinik untergebracht werden, im anderen, durch einen gläsernen Gang verbundenen Trakt, wären nur Zimmer geplant.

Berthold argumentierte, dass mit dem Vorhaben 30 neue Arbeitsplätze geschaffen würden und außerdem Tourismus und Gastronomie profitierten. Ursula Zeitlmann (Grüne) erkundigte sich nach der Fremdenverkehrsabgabe. Hier nannte Ludwig Abgaben im Bereich von über 200 000 Euro, die der Medical Park als Kur- und Fremdenverkehrsbeitrag an die Gemeinde Bernau abführt.

Das bestehende Gebäude kämpft mit Hochwasser vom Chiemsee

Nachfragen aus dem Gremium nach dem Bedarf an Parkplätzen entgegneten Berthold und Ludwig, dass genug vorhanden und sie nie voll belegt seien, auch für die Mitarbeiter, die laut Ludwig zu etwa 20 Prozent aus Bernau stammen.

Bürgermeisterin Biebl-Daiber informierte im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben, dass das Landratsamt Rosenheim dabei sei, das Überschwemmungsgebiet neu festzulegen. Während die Bestandsgebäude im hochwassergefährdeten Bereich liegen und aktuell Wasser im Keller hätten, seien die neu geplanten Gebäude nicht betroffen.

Gemeinderat wünscht soziales Engagement

Aus dem Gremium heraus wurden auch Wünsche nach bezahlbarem Wohnraum für Mitarbeiter und Bernauer ebenso wie nach einem Betriebskindergarten geäußert. Ludwig zeigte sich beim ersten Punkt durchaus gesprächsbereit, beim Kindergarten habe er in regelmäßigen Abfragen unter den Mitarbeitern keinen Bedarf feststellen können.

Der zweite Teil der Präsentation befasste sich mit den Plänen, das seit Jahren brachliegende frühere Parkhotel als Klinik „Alpenpark“ zu nutzen. Die benachbarte ehemalige Raststätte auf der anderen Seite der Autobahn am Seeufer ist die Rehabilitationsklinik „Chiemseeblick“ für psychosomatische Beschwerden und würde damit erweitert werden.

Das bestehende L-förmig angelegte Parkhotel solle für die Erweiterung und aus Gründen des Schallschutz zu einem vierseitigen Gebäude geschlossen werden. Berthold sprach davon, dass „schnellstmöglich 209“ Betten für gesetzlich Versicherte geschaffen werden sollen. Versorgt werden sollten die Patienten von der Küche im bestehenden Haus „Chiemseeblick“.

Peter Pertl (CSU) konnte sich nach den im Gemeinderat mit Unwillen aufgenommenen Änderungen beim letzten Bauvorhaben einen Seitenhieb nicht verkneifen. Er fragte: „Wie können wir sicherstellen, dass es nach unseren Vorstellungen läuft?“ Ludwig verteidigte sich und nannte die zurückliegenden Maßnahmen „alle begründet“. Bürgermeisterin Biebl-Daiber (CSU) beendete diese Diskussion mit den Worten: „Deswegen wäre ein Bebauungsplan vorgeschlagen.“ Darin, so Biebl-Daiber gegenüber den OVB Heimatzeitungen, könnte die Gemeinde über die Festsetzungen ihre Planungswünsche sichern.

Die Anlage ist in die Jahre gekommen.

Kommentare