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SCHRITTE AUF HISTORISCHEM BODENBELAG

Maulwurf sorgte für Mosaikstein-Funde

Albert Multerer erläuterte den Besuchern beim internationalen Museumstag im Römermuseum Grabenstätt die luxuriös ausgestattete einstige Villa Rustica von Erlstätt und freute sich über eine römische Fußfessel (links) aus Truchtlaching, die seit Kurzem das Museum bereichert.  Müller
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Albert Multerer erläuterte den Besuchern beim internationalen Museumstag im Römermuseum Grabenstätt die luxuriös ausgestattete einstige Villa Rustica von Erlstätt und freute sich über eine römische Fußfessel (links) aus Truchtlaching, die seit Kurzem das Museum bereichert. Müller

Grabenstätt. – Auch die beiden Museen in der Schlossökonomie, das Römermuseum und das Chiemgau-Impakt-Museum öffneten am internationalen Museumstag ihre Pforten, doch die Vorzeichen waren nicht die Besten. Multerer erläuterte die vier rekonstruierten römischen Mosaike, die einst den erstaunlich luxuriös ausgestatteten römischen Gutshof (Villa Rustica) von Erlstätt zierten und im Museum sogar betreten werden können.

„Das Wetter ist heute leider viel zu schön, da gehen die Leute lieber an den See oder in die Berge“, waren sich Albert Multerer, der Begründer des Grabenstätter Römermuseums sowie Hans-Peter Matheisl und Alfred Dufter vom gemeinnützigen Verein Chiemgau Impakt und dem zugehörigen Forscherteam CIRT einig.

Nach dem ersten Mosaikfund von Antiochus Fletz 1815 und den 1889/1890 von August Gebhardt am Standort der nach ihm benannten „Gebhardt-Villa“ aufgefundenen beiden Exemplaren, sei er vor bald vier Jahrzehnten auf dem Areal des ehemaligen Hauptgebäudes auf das vierte Erlstätter Mosaik gestoßen, so Multerer. Der Maulwurf habe vor allem im Frühjahr immer wieder Mosaiksteine an die Erdoberfläche befördert, vorwiegend schwarze und weiße, aber auch rote und über die Jahre sei ein „ganzer Berg“ zusammengeklaubt worden, was die Rekonstruktion erheblich erleichtert habe.

Der Großteil dieses Mosaiks, das er um 1980 freigelegt, gesäubert, fotografiert und dokumentiert habe, befinde sich noch im Boden.

Neben dem ältesten komplett erhaltenen bayerischen Schriftdenkmal, dem Militärdiplom von Geiselprechting von 64 nach Christus, verfügt das Römermuseum seit Kurzem auch über eine römische Fußfessel, die im Vorjahr in der Alz bei Truchtlaching aufgefunden wurde. „Der dortige Heimatpfleger Hermann Wolfegger hat sie uns dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt“, freute sich Multerer über die zusätzliche Attraktion.

Über neueste Forschungsergebnisse zum Chiemgau-Impakt, einem angenommenen Meteoriteneinschlag zur Kelten- beziehungsweise Bronzezeit, dessen ellipsenförmiges Streufeld mit über 100 Einschlagkratern sich von Burghausen bis zum Chiemsee erstreckt, informierten die Vereins- und CIRT-Mitglieder Hans-Peter Matheisl und Alfred Dufter. Die bei Georadar-Untersuchungen im vergangenen Herbst am Tüttensee bis in 40 Meter Tiefe entdeckten deformierten Schichten stünden in völligem Widerspruch zur Toteisloch-Theorie und hätten „die Annahme eines verheerenden Kometen-Einschlags eindeutig bestätigt“, betonte Matheisl.

Mit den befreundeten tschechischen Wissenschaftlern gelte es heuer, die Georadar-Messungen auf dem Wasser des Tüttensees fortzusetzen, den bisherigen Forschungsstand zu vervollständigen und dann auch zu publizieren.

Nach der erfolgreichen Ausstellung „Der Chiemgau Komet – Zeugnisse einer vorgeschichtlichen Katastrophe“ zum zehnjährigen Bestehen des CIRT im vergangenen Jahr in Traunstein (wir berichteten), sei der Ausstellungsraum in der Grabenstätter Schlossökonomie umgestaltet, die Vitrinen neu eingeräumt und ergänzt sowie die Forschungsarbeiten und -erkenntnisse „klarer und verständlicher gemacht“ worden, so Matheisl.

Der Chiemgau-Impakt werde nun auch anschaulich mit anderen Meteoriteneinschlägen vergleichend dargestellt.

Zudem gibt es eine Videopräsentation und ein Kratermodell. mmü

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