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VERORDNUNG DES LANDRATSAMTES

Maskenpflicht auf den Schären am Chiemseeufer in Prien wird kaum beachtet

Mit größeren Schildern erhofft sich der Markt Prien eine höhere Akzeptanz der Maskenpflicht.
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Mit größeren Schildern erhofft sich der Markt Prien eine höhere Akzeptanz der Maskenpflicht.
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
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Ernüchternd fällt das Zwischenfazit des Landratsamts und der Polizei zur Maskenpflicht auf den Schären am Chiemseeufer aus. Weil es dort bei schönem Wetter sehr voll wird, war eine Maskenpflicht erlassen worden. Aber kaum jemand hält sich dran. Größere Schilder und Polizeikontrollen sollen das ändern.

Prien – Ostern steht vor der Tür, Meteorologen sagen freundliche Feiertage voraus. Es sind Ferien und die Menschen drängt es ins Freie. Der Chiemsee könnte wieder zu einem der angesagtesten Ausflugsziele in Südbayern werden – steigender Inzidenzwerte und Warnungen von Politikern und Medizinern zum Trotz.

Einer der touristischen Hotspots am Bayerischen Meer sind die Schären in Prien. Auf der schmalen Landzunge haben sich schon im Vorfrühling vor Wochen viele Sonnenhungrige getummelt – manchmal zu viele: Auf Bänken, Ufermauern und Stegen saßen die Ausflügler oft Schulter an Schulter in der Sonne.

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Vor dem Eindruck der Bilder von den vollen Schären hatte der Markt Prien beim Landratsamt Rosenheim eine Maskenpflicht beantragt. Die Behörde verhängte eine solche Verfügung und bezog in den Gültigkeitsbereich alle Zugangswege und auch die großen Besucherparkplätze der Chiemsee-Schifffahrt mit ein.

„Winziges Schildchen muss man mit der Lupe suchen“

In Windeseile bastelte der Markt Prien einige Hinweisschilder. Aber die Drucker im Rathaus geben nicht mehr her als DIN A 3. Kaum jemand nahm von den recht kleinen Tafeln Notiz. Am ersten Feriensonntag am vergangenen Wochenende war es bei Sonnenschein wieder voll auf den Schären, aber kaum jemand trug eine Maske. Eine Leserin der Chiemgau-Zeitung schilderte ihre Eindrücke so: „Wer die Regeln nicht im Internet nachschaut, wird nur durch ein winziges Schildchen am Uferweg hingewiesen, das sieht niemand, muss man mit der Lupe suchen!

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Was soll das? Will man gar nicht, dass darauf aufmerksam gemacht wird, aus Angst es käme kein Besucher mehr, und die Gastro würde ganz leiden und Gewerbeeinnahmen geringer? Frau Merkel hat schon recht, dass die Länder und Kommunen leider nicht mitziehen. Da kann das nichts werden.“ Andere Augenzeugen schätzten in den vergangenen Tagen, dass höchstens zehn Prozent der Menschen auf den Schären Maske tragen. Der Markt Prien hat jetzt nachgebessert. Bauhofmitarbeiter haben neue, deutliche größere Schilder mit Hinweisen auf die Maskenpflicht aufgestellt.

Die Maskenpflicht auf den Schären hat bisher kaum jemand interessiert. Das Bild entstand am vergangenen Mittwoch um die Mittagszeit.

Zur Frage möglicher Kontrollen in der Osterferienzeit verwies der Markt Prien auf die zuständige Behörde: „Wir gehen davon aus, dass der Herausgeber der Allgemeinverfügung (das Landratsamt Rosenheim) diese auch an die zuständigen Polizeidienststellen weitergegeben hat. Von Seiten des Marktes Prien wurde nichts verfügt“, so Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG).

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Das Landratsamt wiederum teilte durch Sprecherin Ina Krug auf Anfrage mit: „Art und Umfang der Kontrollen vor Ort obliegen der zuständigen Polizeiinspektion Prien im eigenen Ermessen. Festgestellte Verstöße werden im Rahmen einer entsprechenden Bußgeldanzeige zur weiteren Bearbeitung an das Landratsamt Rosenheim übermittelt. Bislang sind noch keine Anzeigen hierzu bei uns eingegangen.“

Besucher der Schären müssen über Ostern auf alle Fälle mit Kontrollen der Polizeiinspektion (PI) Prien rechnen, versicherte der stellvertretende PI-Leiter Peter Hans auf Anfrage. Wie die Beamten auf Verstöße reagieren, sei situations-abhängig.

Hans deutete aber an, dass die Polizisten nicht gleich jedem einen Bußgeldbescheid ausstellen werden, den sie ohne Maske antreffen. „Die Leute wollen raus, das verstehen wir auch, wir wollen keinen Unmut verbreiten“, so der Vize-Chef der örtlichen Inspektion. Aber: „Wir werden uns das genau anschauen“, auch auf den Schären sei genug Platz, Abstände einzuhalten.

Bürgermeisterinhofft auf Vernunft der Besucher

Die Landzunge sei aber vergleichsweise schmal, argumentiert Friedrich, warum für ihn nach den bisherigen Beobachtungen dort eine Maskenpflicht notwendig sei und im Nachbarort Bernau im Chiemseepark Felden beispielsweise nicht. Das Areal dort sei viel weitläufiger. Das sieht seine Amtskollegin Irene Biebl-Daiber ebenso: „Wir sehen von einer Maskenpflicht am See ab im Moment, da sich bei uns die Menschen am See über wesentlich mehr Fläche verteilen können als in Prien an den Schären. Natürlich hoffen wir auch auf die Vernunft der Besucher.“

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Andere Seegemeinden teilten auf Anfrage mit, dass eine Maskenpflicht am See derzeit nicht geplant sei. Gleichwohl sehen die Kommunen den nächsten Wochen mit gemischten Gefühlen entgegen. Nach den Erfahrungen im Corona-Sommer 2020 mit Menschenmassen und überfüllten Parkplätzen herrscht in manchen besonders stark frequentierten Naherholungsgebieten Alarmstimmung.

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