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SANIERUNG DER BUNDESSTRAßE

Marquartsteiner Verkehrsposse: Tempo 30 gilt, nur die Schilder fehlen

Eng geht es zu an der Freiweidacher Straße, über die gerade sämtlicher Durchgangsverkehr im Achental führt.
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Eng geht es zu an der Freiweidacher Straße, über die gerade sämtlicher Durchgangsverkehr im Achental führt.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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  • Christiane Giesen
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Die Nerven liegen blank für viele Menschen an der Freiweidacher Straße in Marquartstein. Dort wird gerade der Verkehr umgeleitet, weil die B 305 saniert wird. Zwar gilt Tempo 30, aber die Schilder dafür fehlen.

Marquartstein/Staudach-Egerndach – Der komplette Durchgangsverkehr durchs Achental, darunter schwere Lkws, kurvt mitten in der Haupturlaubszeit durch die schmale und kurvige Freiweidacher Straße, die Staudach und Marquartstein verbindet. Hintergrund ist die Sanierung der Bundesstraße 305, die mitten durch das Marquartsteiner Ortszentrum geht. Viele Anwohner empfinden das als Zumutung.

Seit Mitte August läuft der zweite Bauabschnitt zur Sanierung der Bundesstraße im Ortszentrum von Marquartstein, das derzeit für den Verkehr komplett gesperrt ist. Die Bauarbeiten werden noch bis Mitte November dauern. In normalen Zeiten habe die Freiweidacher Straße täglich ein durchschnittliches Verkehrsaufkommen von 850 Fahrzeugen, erklärt Markus Bodenmeier, Sachgebietsleiter am Staatlichen Bauamt Traunstein. Derzeit ist der Verkehr um ein Vielfaches höher, zu Stoßzeiten stauen sich die Autos sowohl in Marquartstein als auch in Staudach.

„Katastrophale Situation mit Ansage“

Annemarie und Hans-Jürgen Brandl, Anlieger an der Freiweidacher Straße in Marquartstein, beklagten bereits vor Jahren, dass auf der Straße unmittelbar vor ihrem Haus ohne Fuß- und Radweg viel zu schnell gefahren werde und es immer wieder zu gefährlichen Situationen besonders für Kinder und Senioren komme. „Jetzt ist das wirklich eine katastrophale Verkehrssituation mit Ansage“, sagen die Brandls. Die gleichen Worte verwendet deren Nachbarin Margot Hilbring, die – wenn sie mit dem Wagen aus ihrer Ausfahrt will – immer erst ihren Mann bitten muss, den Verkehr aufzuhalten.

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Alexander Frank wohnt mit seiner Familie ein paar Häuser weiter. Er hat zwar Verständnis, dass es bei Bauarbeiten an der Bundesstraße keine andere Möglichkeit der Umfahrung gibt, aber er beobachtet, dass sich der Verkehr bei den Stoßzeiten morgens und abends oft kilometerweit an der Kreuzung nach Staudach zurück in die Freiweidacher Straße staut. Sein Vorschlag: Eine vorübergehende Vorfahrtsänderung in Staudach. Auch Martina Gaukler (CSU), Bürgermeisterin von Staudach-Egerndach, hatte diese Lösung für die Kreuzung am Staudacher Maibaum mit dem Staatlichen Bauamt diskutiert, wie sie der Chiemgau-Zeitung mitteilte.

Unfallrisiko ein Faktor

Ein Vorschlag, der sich aber nicht umsetzen ließ: „Erfahrungsgemäß gibt es bei einer solchen plötzlichen Vorfahrtsregelung ein stark erhöhtes Unfallrisiko“, so Bodenmeier. Hinzu komme, dass der Verkehr auf der Kreisstraße von Staudach Richtung Bergen ebenfalls hoch sei und weitere Staus provozieren könnte – nur eben an anderer Stelle.

Im Gespräch mit unserer Zeitung beklagen die Anlieger der Freiweidacher Straße vor allem, dass keine Beschränkung auf Tempo 30 ab dem Ortseingang von Marquartstein erlassen worden sei. Tatsächlich bestehe aber nach den Worten von Bodenmeier bereits seit Mitte Juli eine Beschränkung – nur fehlen die Schilder dafür.

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Markus Bodenmeier vom am Staatlichen Bauamt Traunstein macht sich ein Bild von der Lage an der alten Achenbrücke in Marquartstein.

Der Grund ist Bodenmeier zufolge, dass das Staatliche Bauamt eine Baufirma mit den gesamten Bauarbeiten beauftragt habe, die wiederum einen Subunternehmer für die Beschilderung heranzog. So seien bereits Mitte August eine ganze Menge von Halteverbotsschildern rechts und links der Freiweidacher Straße aufgestellt, aber nur ein Schild für Tempo 30 bei der Kreuzung an der Alten Achenbrücke. Seit Kurzem befindet sich nun auch eines am Ortseingang von Marquartstein in den kommenden Wochen sollen weitere aufgestellt werden, verspricht Bodenmeier.

Nötiger Termin wegen Schulpendlern

Viele Einheimische fragen sich, warum ausgerechnet so eine Baustelle mitten in die bayerischen Sommerferien gelegt wird. Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) haben schon Beschwerden erreicht. „Wir müssen die Ferienzeit nutzen, weil Marquartstein ein Schulstandort ist und jeden Tag 1200 bis 1400 Schüler pro Tag in den Ort pendeln“, so Scheck. Man habe vorab geprüft, ob eine einseitige Befahrung eine Alternative sei, was aber nicht möglich gewesen sei. Dass die alte Achenbrücke derzeit nur für Busse, jedoch nicht für den Autoverkehr geöffnet sei, sei eine Voraussetzung des Regionalverkehrs Oberbayern (RVO) gewesen, damit der Ort überhaupt angefahren werden könne. Hier habe der ÖPNV Priorität, meint Scheck.

Nicht jeder folgt Umleitung

„Wir bekommen aber teils auch Beschwerden, weil sich viele Fahrer nicht an die Regelungen halten“, so der Bürgermeister. Da werde auf gesperrte Straßen oder besagte Brücke gefahren, sodass die Busse im engen Zentrum rückwärts fahren müssen. Für die Anwohner an der Freiweidacher Straße habe er Verständnis. Er rät Radfahrern und Spaziergängern, auf den Achendamm auszuweichen.

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