GERINGE SCHÜLERZAHLEN

Marquartsteiner Mittelschüler sollen künftig nach Unterwössen

Vermutlich bald das neue Ziel für viele Marquartsteiner Schüler: Das Hauptportal der Grund- und Mittelschule Unterwössen an der Wetterkreuzstraße.
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Vermutlich bald das neue Ziel für viele Marquartsteiner Schüler: Das Hauptportal der Grund- und Mittelschule Unterwössen an der Wetterkreuzstraße.
  • vonLudwig Flug
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Derzeit gehen die Marquartsteiner Mittelschüler in Grassau zur Schule. Das wird sich womöglich bald ändern. Was der Marquartsteiner Gemeinderat davon hält.

Marquartstein – Ob Marquartsteiner Jugendliche demnächst statt der Mittelschule Grassau die Mittelschule in Unterwössen besuchen, darüber denkt der Schulverbund Achental nach. Im Marquartsteiner Gemeinderat stößt die Idee auf Zustimmung.

Georg Tischler ist Koordinator des Schulverbundes Achental und kommissarischer Leiter der Grund- und Mittelschule Grassau. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates informierten er und Otto Manzenberger, Rektor der Grund- und Mittelschule Unterwössen, über die Pläne.

Schülerzahlen in Unterwössen künftig zu niedrig

Alle Schüler von Grund und Mittelschulen sind in Bayern einem Sprengel zugeordnet und müssen die Schule entsprechend des Wohnorts besuchen. Die aktuelle Herausforderung im Achental: Für das kommende Schuljahr sind die Schülerzahlen an der Mittelschule Unterwössen für die fünfte Klasse gering. Künftig sollen Marquartsteiner Schüler daher die Mittelschule in Unterwössen besuchen.

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Als Koordinator weiß Tischler um die Vorteile des Schulverbunds. Der Schulverbund erhält die Standorte, hilft bei der Klassenbildung und ermöglicht den Schulen über eine Verteilung ihrer Stunden-Budgets ein optimales Unterrichtsangebot. Gemeinsame Anschaffungen ermöglichen es, größere Projekte zu schultern. „Weil solche Maßnahmen in vielen Bereichen wirken, will der Schulverbund alle politischen und sonstigen Gremien in seine Entscheidung einbeziehen“, sagte Tischler.

Schülerzahlen in Grassau stabil

Die Mittelschule Grassau hat durchweg gesicherte Klassengrößen, weil auch die Überseer Mittelschüler dort unterrichtet werden. Deshalb geht die Idee dahin, die Marquartsteiner Schüler in der fünften bis neunten Klasse ab dem nächsten Schuljahr zur Mittelschule nach Unterwössen zu senden. Auf die Grundschulen in den einzelnen Gemeinden hat das alles keinen Einfluss, diese bleiben erhalten.

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Der Schulstandort Unterwössen ist über die Gemeinde hinaus wichtig. Gerade vor den aktuellen Aufgaben umfangreicher Schulrenovierungen sind die Schülerzahlen wichtiges Argument. Beide Schulleiter sind sich einig, dass der Schulwechsel für die Schüler keinerlei qualitative Veränderungen bringt. Grassau und Unterwössen arbeiten auf anerkannt hohem Niveau. Jede Schule habe aber ihre Eigenarten. Die Unterwössner Mittelschule unterrichtet in Grund- und Mittelschule 200 Schüler, die in den höheren Klassen auch aus Reit im Winkl, Schleching, Ober- und Unterwössen kommen.

Gastschüler aus Marquartstein

Ein paar Gastschüler aus Marquartstein sind ebenfalls darunter. An der Unterwössener Mittelschule gilt das Klassenleiterprinzip, sodass jeder Schüler seinen Ansprechpartner in der Lehrerschaft hat. Lehrer, Schüler und Eltern haben sich eine Schulverfassung gegeben, die zu einer engen Zusammenarbeit dieser drei Säulen führt.

Ganztagsbetreung und viele Projekte von Film bis Sport

Besondere Projekte helfen, die Schülerkompetenzen zu fördern, begonnen von der bundesweit gelobten Filmarbeit über Nachhaltigkeitsprojekte, einen eigenen Schulwald und schulübergreifende Sportaktionen. Die Schüler betreiben eine Schülercafé für die große Pause. Eine offene Ganztagsschule garantiert die Betreuung und eine Sozialarbeiterin unterstützt zusätzlich.

Große Akzeptanz im Gemeinderat

Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) hält die Idee der Änderung des Schulsprengels für positiv für die Schullandschaft. Die Schulen im Achental zu stärken, decke sich mit den Interessen der Gemeinde Marquartstein. Scheck stieß auf viel Unterstützung im Gemeindnerat. Zweite Bürgermeisterin Claudia Kraus (Grüne/Offene Liste) hält es für besonders wichtig, die Schulen an den kleinen Schulstandorten zu halten. Auf Nachfrage teilte Manzenberger mit, dass es noch keine Überlegungen zur Schülerbeförderung gebe. Er sei sich aber sicher, dass dies gelöst werden könne.

Einstimmig beschlossen die Gemeinderäte die Änderung des Schulsprengels, wobei die Entscheidung letztlich beim Schulverbund liegt.

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