Marquartsteiner Gemeinderat tagt in Unterwössen: Wie entwickeln sich Tourismus und Mobilität?

Auch in Unterwössen lässt es sich gut tagen: der Gemeinderat Marquartstein traf sich im Alten Bad.
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Auch in Unterwössen lässt es sich gut tagen: der Gemeinderat Marquartstein traf sich im Alten Bad.

Zusammenrücken können sie gerade nicht, die Marquartsteiner Mitglieder im Gemeinderat. Zumindest nicht räumlich. Für ihre jüngste Sitzung sind sie deshalb nach Unterwössen ausgewichen. Dort ging es um Tourismus und Verkehr.

Von Manfred Peter

Marquartstein – „Es ist eine Premiere mit der Sitzung des Gemeinderates in der Nachbargemeinde zu sein“, sagte Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) bei der jüngsten Sitzung, die im Alten Bad in Unterwössen stattfand. Die Abstandsregelungen machen es erforderlich, größere Räumlichkeiten für die Sitzung zu nutzen, daher entschied sich der Marquartsteiner Gemeinderat in der kalten Jahreszeit sein Domizil im neuen Veranstaltungssaal beim Nachbarn für die nächsten Sitzungen aufzuschlagen.

Neuer Sitzungstermin

Eine besondere Atmosphäre, die jedoch mit der guten Akustik dadurch Verständlichkeit der Wortbeiträge belohnt wurde. Der neue Sitzungsort bringt es auch mit sich, dass der Sitzungstag für die folgenden drei Sitzungen auf den Dienstag verlegt wurde und nicht wie gewohnt an den Montagen sind.

Wohin entwickelt sich der Tourismus im Achental?

Der neue Sitzungsort war für die neue Leiterin der Achental Tourismus Elisabeth Keihl bei ihrer Vorstellung im Gemeinderat in gewisser Hinsicht ein Heimspiel. Sie ist seit Anfang Oktober im Amt. Das Achental ist ihr jedoch nicht fremd, da sie seit acht Jahren in Schleching lebt. Für den Tourismus im Achental hat sie vor, den Weg in Richtung Qualität vor Quantität mit den Gastgebern im Verbund weiter zu gehen, und neue Produkte wie im Bereich Langlauf oder Mountainbiken zu schaffen. „Hier sollten wir schauen, welche Zielgruppen wir ansprechen wollen und wie die Zusammenarbeit mit dem Chiemgau Tourismus ausschauen kann“, so Keihl.

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Ob die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, beziehungsweise Orten Grassau, Rottau und Übersee verstärkt werden soll, wollte Gemeinderat Franz Aigner (BfM) von der neuen Tourismus Chefin erfahren. Sie bejahte dies, schön für die kommende Woche stehe ein Besuch in Grassau an. Scheck fügte noch an, dass die Tür für Grassau in der Achental Tourismus offenstehe, wenn seitens Grassau Interesse daran bestehe.

Wo liegen Stärken und Schwächen?

Inwieweit es schon eine Stärken-Schwächen-Analyse vom Einzugsgebiet gebe und die Gemeinden eingebunden werden, wollte Gemeinderat Toni Entfellner (Grüne/Offene Liste) wissen. Hier sei schon viel geschehen, sagte Keihl. „Wir streben sanften Tourismus an und die Achental Tourismus wird noch auf die Gemeinde zukommen, welche Produkte besonders für die ruhige Zeit entwickelt werden können“, sagte die Leiterin.

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Die Dauerausstellung „Almenwelt“ im Bürgerhaus „Altes Bad“ in Unterwössen soll nach den Vorstellungen von Gemeinderätin Katja Kink (BfM) mindestens auch zusätzlich am Samstag und nicht nur zu den Öffnungszeiten der Tourist-Info geöffnet sein. Auch wenn hier eventuell eine zusätzliche Kraft für diese Stunden eingestellt werden müsse, so Kink.

Für Parken keine Einzellösung

„Der Tagestourismus bringt gerade bei der Parkplatzsituation besondere Herausforderungen“, sagte Gemeinderat Martin Riedl (CSU). Er würde hier die Bitte anbringen, dies in einem größeren Gebiet zu betrachten und eventuell hier mit Ruhpolding oder auch Übersee gemeinsame Überlegungen anzustellen. Die Aufgabe sei seiner Meinung nach von einer Gemeinde alleine nicht zu stemmen. Dies gelte auch für ein Gutscheinsystem für Einkäufe zum Ausgleich der Parkscheine, so Riedl. Sie wolle die Anregung aufnehmen, sagte Keihl.

Übergreifende Lösung für Parkplätze und Mobilität der Zukunft

„Das Themenfeld Mobilität sollte nicht nur im Tourismus, sondern allgemein gesehen und betrachtet werde“, fügte die Zweite Bürgermeisterin Claudia Kraus (Grüne/Offene Liste) an. Die Achental Tourismus habe die „Mobilitätsvision“ angestoßen, sagte Scheck. Das Thema Mobilität solle mit einem neuen Konzept belegt werden. „Das ist aber schwierig, weil der Landkreis für den ÖPNV zuständig ist“, sagte der Bürgermeister. Es habe diesbezüglich bereits vier oder fünf Anläufe gegeben, den ÖPNV attraktiver zu gestalten.

Gäste ohne Auto

Scheck sehe hier aber auch die große Politik gefordert, um einen entsprechenden Anstoß mit einer Impulsförderung zu geben. „Es wird Gäste geben, die ohne eigenes Auto in die Region kommen werden. Da muss dann ein da Angebot sein“, so der Bürgermeister.

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