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Regionalwerk stemmt sich gegen Konzerne

Marquartstein setzt sich mit anderen Gemeinden für Energiewende vor Ort ein

Kommunen bauen auf umweltfreundliche Stromerzeugung vor Ort.
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Kommunen bauen auf umweltfreundliche Stromerzeugung vor Ort.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Die Gemeinde Marquartstein arbeitet an der Energiewende vor Ort und ist deshalb Mitglied im Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel, das zu Beginn des Jahres offiziell gegründet worden ist.

Marquartstein – Bürgermeister Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein) erklärt auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen, dass zum Beispiel Betreiber von Photovoltaik- und Biogasanlagen mit auslaufender Einspeisevergütung ihren Strom dem Regionalwerk anbieten können.

Strom: Kleine Anlagen erhalten

Laut Scheck erhalten Anlagenbetreiber derzeit ohne die zusätzliche Förderung für ihren eingespeisten Strom keinen attraktiven Preis. „Wir hoffen, dass das Regionalwerk für den Strom solche Preise machen kann, damit Anlagen vor Ort weiter betrieben werden“, so Scheck.

Das Regionalwerk ist ein Gemeinsames Kommunalunternehmen und deshalb nicht auf maximalen Gewinn ausgerichtet, wie ein Privatunternehmen. Aufsichtsbehörde ist das Landratsamt Traunstein. „Wir erhoffen uns für unsere Gemeinde und Bürger eine schnellere Umsetzung der Energiewende durch regionale Akteure, als durch die großen Energieversorger-Aktiengesellschaften“, erklärt der Bürgermeister.

Die Marquartsteiner Verwaltung und der Kirchanschöringer Bürgermeister Hans-Jörg Birner als Initiator informierten den Gemeinderat im Dezember 2019 grundsätzlich über das Projekt.

Kommunen nehmen das Heft wieder in die Hand

An den Rahmenbedingungen hat sich seitdem nichts geändert. Laut Sitzungsvorlage, die den OVB Heimatzeitungen vorliegen, sei „die Privatisierung der Energiewirtschaft in den letzten Jahrzehnten wie in anderen Bereichen der Daseinsvorsorge nicht wie erwartet besser, billiger und bürgernäher“ geworden. Kommunen nähmen deshalb das Heft wieder selbst in die Hand.

Eine Machbarkeitsstudie habe die Gründung des Regionalwerks empfohlen. Neben Gemeinden aus dem Berchtesgadener Land und dem Landkreis Traunstein hatte übrigens auch die Chiemseegemeinde Breitbrunn zu diesem Zeitpunkt schon den Beschluss für einen Beitritt gefasst. Später folgte auch der Marquartsteiner Gemeinderat.

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Auf seiner Internetseite informiert das Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel, dass einzelne Gemeinden zu klein seien, um bei den Themen nachhaltige Energie und dezentraler Energiewende etwas Substantielles bewirken zu können.

Während Metropolen und größere Städte ein interessanter Markt und meist noch relativ gut versorgt seien, müsse sich der ländliche Bereich mit „den Mängeln des Marktes“ herumschlagen.

Ein aktuelles Beispiel sei die Breitbandversorgung, wo ländliche Kommunen bei Ausschreibungen oft nicht einmal mehr noch Angebote von Firmen bekämen. Die öffentliche Hand müsse im ländlichen Raum dann eine private Infrastruktur finanzieren, auf die sie am Ende keinen Einfluss habe.

Das Regionalwerk ist nach eigener Aussage überzeugt, dass mehrere Kommunen im Verbund stärkeres Gewicht haben. Gemeinsam könnten größere Projekte angepackt werden, etwa in der Stromversorgung, bei der Geothermie und als Vision eine regional vernetzte Wärmeversorgung.

Beratung beim Biomasse-Heizwerk

Das seien aber nicht die einzigen Themen, die Machbarkeitsstudie habe auch andere Handlungsfelder aufgezeigt, etwa energetische Konzepte für Wohnbereiche (Quartierskonzept) oder Dienstleistungen, zum Beispiel Unterstützung bei der Abrechnung von Mieterstromanlagen. Am Ende entscheide jede Kommune für sich selbst, welche Optionen des Regionalwerks sie nutzen möchte.

Im Falle von Marquartstein ließ sich die Gemeinde laut Bürgermeister Scheck vom Regionalwerk beim Biomasse-Heizwerk im in Freiweidach beraten. Dieses ist in Planung wird nach seiner Einschätzung voraussichtlich im kommenden Jahr in Betrieb gehen.

Bei solchen Projekten bleibe auch die Wertschöpfung in der Region. Im Falle des Biomasse-Heizkraftwerks zum Beispiel können heimische Landwirte profitieren, die Holzhackgut verkaufen können. Ziel der 16 zusammengeschlossenen Kommunen ist laut Regionalwerk, sich im Wettbewerb mit großen Konzernen im Bereich Energie zukunftsfähig aufzustellen.

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